article

Feldgeschworene wirken in Bayern bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit. Im übrigen Deutschland heißen sie öffentlich bestellte Vermessungsingenieure oder Vermessungsamtmänner (ohne die geheimen Zeichen). Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und entfernen Grenzzeichen. Als Hüter gemeindlicher Grenzen und Abmarkungen arbeiten sie eng mit Vermessungsbeamten zusammen.

Das Amt des Feldgeschworenen, im Volksmund auch Siebener genannt, ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern. Seit rund 500 Jahren gibt es hier Feldgeschworene. Im bayerischen Abmarkungsgesetz (AbmG) vom 6. August 1981 sind gegenwärtig Details geregelt.

Das Ehrenamt ist im 13. Jahrhundert in Franken entstanden. Dort erkannten die fränkischen Gerichte, dass vor Ort Ansprechpartner in den einzelnen Dörfern nötig waren, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskannten und die Grenzbeaufsichtigung gewährleisteten.

Eine Besonderheit der Feldgeschworenen ist ihr „Siebenergeheimnis“. Mit geheimen Zeichen und Markierungen wird hiermit der Punkt des zu setzenden Grenzsteines gekennzeichnet. Die geheimen Daten sind von Kommune zu Kommune unterschiedlich und werden nur mündlich an den Nachfolger weitergegeben. Die Feldgeschworenen wurden von Anfang an darauf vereidigt und blieben Feldgeschworene ihr Leben lang oder solange es ihre Gesundheit zuließ. Dies gilt auch heute noch. In einer Dienstordnung aus dem Jahre 1868 heißt es hierzu:

Weil ursprünglich eine Gruppe von meist sieben Personen in der Gemeinde zur Regelung und Bestimmung von Grundstücksgrenzen eingerichtet wurde, bürgerte sich der Begriff Siebener ein. Heute wird eine Mindestzahl von vier Personen gefordert.

Bis zum Erlass des Abmarkungsgesetzes im Jahr 1900 hatten sie das Recht Grenzermittlungen, Grundstücksteilungen und -abmarkungen durch zu führen. Seitdem unterstehen die Siebener den Vermessungsämtern. Dennoch sind sie weiterhin berechtigt, in begrenztem Umfang selbständig tätig zu werden. Sie können beispielsweise auch von Eigentümern zur Sicherung oder Erneuerung eines Grenzzeichens bestellt werden. Bei Unstimmigkeiten haben sie aber keine Entscheidungsbefugnis mehr.

Als 1970 dieses Ehrenamt abgeschafft werden sollte, kämpften Landtagsabgeordnete aus Unterfranken für dessen Erhalt. Bis Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts waren ausschließlich Männer Feldgeschworene. In Bayern gibt es heute ca. 20.000 Feldgeschworene.

Weblinks


Grenze | Technik | Sachenrecht

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Feldgeschworene".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld