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Die Türkischen Feiertage (türkisch Türk Bayramları) sind Tage, an denen wichtige Ereignisse auf nationaler Ebene erinnert und gesellschaftlich-kulturell gefeiert werden. Feiertage haben bei den Türken lange Tradition, die bis heute das Frühlingsfest "Güz Bayramı / İlkbahar Bayramı" ihrer Vorfahren pflegen.

Nationale Feiertage


Datum Festgelegter Feiertag Beweglicher Feiertag* Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Yılbaşı Neujahr Feier zum Anlass des ersten Tages des Jahres
19. Januar-21. Januar Kurban Bayramı Opferfest Höchster sunnitischer Feiertag. Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim gedacht, der bereit war, seinen Sohn Ismail an Allah zu opfern (siehe auch Opferung Isaaks).
23. April Ulusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı Feiertag der Nationalen Souveränität und des KindesErinnert an die Eröffnung der Nationalversammlung, Souveränität der Fundamente der Republik.
19. Mai Atatürk´ü Anma, Gençlik ve Spor Bayramı Feiertag der Jugend, des Sports und an das Gedenken an AtatürkErinnerung an Atatürks Ankunft in Samsun. Beginn des Befreiungskrieges.
30. August Zafer Bayramı Feiertag der BefreiungErinnert an den entscheidenden Sieg des "Başkomutanlık Meydan Savaşı" im türkischen Befreiungskrieg
29. Oktober Cumhuriyet Bayramı Feiertag der RepublikNationalfeiertag, erinnert an die Ausrufung der Republik durch Atatürk im Jahre 1923
30. August Ramazan Bayramı Zuckerfest Das „Zuckerfest“ bildet den Abschluss des Fastenmonats Ramadan.

Besonderheiten der nationalen Feiertage


Die nationalen Feiertage (türkisch Ulusal Bayramlar), wie das nationale Feiertag des Sieges oder der Republik werden in den Städten und kleineren Orten mit Militärparaden, Fackelzügen und Festen gefeiert. Weiterer Bestandteil der Festzüge sind die in Originaltracht gekleideten Männer des alten türkischen Stammes der "Zeybek", ein alttürkischer Stamm aus der Umgebung von İzmir. Eine besondere Bedeutung haben diese Feiertage auch für die Arbeiter und Händler, die nach dem offiziellen Teil auf den öffentlichen Plätzen der Stadtverwaltung ihre eigenen Veranstaltungen feiern und sich bis in die Nacht hinein bei Pauken- und Oboeklängen vergnügen. Jede türkische Stadt hat ihre eigenen Volkstänze, die manchmal von Tänzern der Gastgruppen aus den großen Städten wie Ankara oder Istanbul abgelöst werden. Die Volkstanzfeste sind eine interessante Art der Unterhaltung bei den nationalen Feiertagen und stärkt den kulturellen Zusammenhalt. In manchen Städten und Ortschaften ist es auch üblich an nationalen Feiertagen, Ringkämpfe oder andere sportliche Wettkämpfe zu veranstalten, die nach dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten auf den Wiesen der Umgebung stattfinden.

Religiöse Feiertage


Religiöse Feiertage (türkisch Dinsel Bayramlar) werden nach dem islamischen Mondkalender gerechnet. Auf dem offiziellen gregrorianischen Kalender fallen deshalb diese Feiertage nicht immer auf die gleichen Tage des Jahres. So werden zum Beispiel jedes Jahr der Fastenmonat "Ramazan" und "Kurban bayramı" (Opferfest) mit einer Rückrechnung von 10 Tagen gefeiert, wodurch diese Feiertage im Laufe der Zeit zu unterschiedlichsten Jahreszeiten auftreten. Der "Ramazan bayramı" (Zuckerfest) wird nach dem Mondkalender in den ersten drei Tagen des 10. Monates des Mondkalenders (Monat Şevval) gefeiert, der "Kurban bayramı" hingegen ab dem 10. Tag des 12. Monats (Monat Zilhicce) und währt vier Tage. Diese Feiertage werden in der Tradition des Volkes immernoch auf lebendiger Weise aufrechterhalten.

Im Zucker- und Opferfest werden gemeinsame Feiertagsbesuche der Freunde, Verwandte, Nachbarn abgestattet. Die Jungen erhalten Segensgebete von den Älteren, indem die Jungen die Hände der Älteren küssen. Es ist auch eine Tradition, das den Kindern kleine Geschenke und Geld überreicht wird. Den Besuchern werden am Zuckerfest Bonbons und Schokolade angeboten. Am Opferfest dagegen werden nicht nur Bonbons sondern auch Fleisch des geschlachteten Opfertieres angeboten. Dem Gelehrten Al-Biruni aus Chorasan zufolge, der im 10. Jahrhundert lebte, hängt das Anbieten von Bonbons an den Feiertagen damit zusammen, dass ein persischer König, an einem Nevruz-Tag den süßen Saft des Zuckerrohres entdeckt hat. Danach soll die Bonbonproduktion entstanden sein und sich verbreitet haben.

Das Opferfest vergeht in der Türkei im Vergleich zum Zuckerfest mit weniger Spaß und Vergnügen. In dem Moment als der Sohn des Propheten Ibrahim zum Opfer gebracht werden sollte, stieg vom Himmel ein Widder herab mit dem Befehl Gottes, ihn anstelle seines Sohnes zu opfern. Dieses Ereignis ist in die islamische Religion eingegangen.

Zwischen den Monaten "Şevval" und "Zilhicce" liegt der Monat "Zilkade" (11. Monat). Man glaubt daran, dass es kein Glück oder nichts Gutes bringen wird, wenn man in diesem Monat heiratet. Der erste Tag des Opferfestes ist jener Tag, an dem in Mina (Ort- und Raststelle für Mekkapilger) bei Mekka die Opfertiere geschlachtet werden. Nach islamischem Glauben ist jeder wirtschaftlich wohlgestellte Knecht Gottes dazu verpflichtet ein Opfer zu bringen. Als Opfertiere werden Schafe, Rinder oder Kamele geschlachtet. Das zu opfernde Tier muss gesund und das weibliche Tier darf nicht trächtig sein.

Es gibt einige Traditionen, die bei der Überbringung verfolgt werden müssen. Einige dieser Traditionen führen auf den Islam zurück, einige davon sind länder- oder regionenbezogene Traditionen. Beispielsweise ist es in einigen Gebieten der Türkei Brauch, dass die zu opfernden Schafsböcke zuvor gewaschen, mit Henna bestrichen und mit Engelshaar und Bändern verziert werden. Das Bestreichen mit Henna ist in der Türkei ein sehr alter Brauch, der auch bei den Juden zu sehen ist. Das Verzieren mit Engelshaar und Bändern ist dagegen ein Brauch, der in manchen Region der türkischen Stämme vorkommt. Ein drittel des Opferfleisches verbleibt im Hause, das andere drittel wird an Nachbarn und das letzte an die bedürftigen Verwandten und Arme verteilt.

Ein gemeinsames Merkmal des Zucker- und Opferfestes liegt darin, dass gesellschaftliche Vergnügungen organisiert werden. Besonders in den Städten und Ortschaften treffen sich die Kinder und Jugendlichen an den Stellen, an denen die Opfertiere geschlachtet werden. Diese Orte fungieren zu diesen Zeiten als eine Art Messegelände.

Als Zuckerfest werden jene Feiertage bezeichnet, die nach der Beendigung einer einmonatigen Fastenzeit abgehalten werden. In diesem Monat Ramadan werden natürlich einige Gebräuche und Traditionen ausgeführt. Früher warteten die Fastenden, besonders wenn die Nächte kurz waren also im Sommer, ohne zu schlafen auf die Morgenstunden um die "sahur"-Mahlzeit, dem Frühstück vor Tagesanbruch in der Fastenzeit, zu sich zu nehmen. Somit wurde die Zeit nach dem gemeinsamen nächtlichen Gebet bis zum Fastenbrechen in den Morgenstunden mit Vergnügungen verbracht. In einigen Gebieten in Istanbul, z.B. am Divanyolu zwischen Şehzadebaşı und Direkler war diese Festtagsstimmung von weitem zu sehen. In den Nächten der Fastenzeit kam es zu Theatervorführungen wie "Karagöz" und "Ortaoyun". In den Städten und Ortschaften im landesinneren unterscheiden sich die Versammlungen zu Hause und in den Kaffeehäusern, in denen Volkslieddichter vortragen. Neben den Volksliedern erzählen die Volkslieddichter "aşık" vielmals auch mehrer Nächte andauernde Volkserzählungen.

Heilige Tage und Nächte


Heilige Tage und Nächte, ähnlich wie im Christentum der "Heilig Abend", existieren auch im Islam. An diesen Tagen werden die Minarette der Moscheen beleuchtet und in der Nacht gebetet. Da man früher für die Beleuchtung "kandil" verwendete, bezeichnet man die heiligen Feierlichkeiten als Kandil. Diese sind:

Mevlid-i Şerif Geburtstag des Propheten maulid an-nabiy
Regaip Kandili Nacht der Wünsche, Nacht der Empfängnis des Propheten laylat ar-raghāʾib
Miraç Kandili Himmelsreise laylat al-miʿrādsch
Berat Kandili Nacht der Vergebung laylat al-barāʾa und layla nisf schaʿbān

Kommunale und andere Feiertage


In der Türkei existieren neben den zahlreichen nationalen und religiösen Feiertagen noch viele andere Feiertage, welche sich manchmal nur auf ein bestimmte Kommune oder Branche beschränkt ist. Einige von denen sind:

  • Tag der Lehrer
  • Befreiungstag von İzmir
  • Erntedanktag
  • Woche der Bibliotheken

Quellen & Links


  • Temel Britannica- Band 3 / Seite 103: Bayramlar ve kutsal günler, ISBN 975-7760-02-01

Kultur (Türkei) | Gedenktag | Religiöses Fest | Feiertag

 

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