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Fastfood * (engl. fast food = schnelle Nahrung), auch Schnellkost, ist Essen, das für raschen Verzehr zubereitet wird. Die Zeitspanne zwischen Bestellung und Erhalt des verzehrsfähigen gastronomischen Produktes sollen zehn Minuten nicht überschreiten. Der Begriff ist bei vielen im Sinne von Junkfood negativ belegt. Dieser Artikel befasst sich mit allen Arten von Schnellimbissen. Neben den großen Anbietern der Systemgastronomie (wie McDonald's, Burger King, Wienerwald und Nordsee) gibt es viele selbstständige Imbiss-Stände, die Döner Kebap, Currywurst und ähnliches anbieten.

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Allgemein


Fastfood ist eine Form der Nahrungszubereitung und Darreichung, die auf traditionelle Essensriten oft bewusst verzichtet. Oft werden in der Zubereitung Fertigprodukte verwendet. Fastfood wird selten in einem herkömmlichen Gastlokal angeboten, häufig handelt es sich um reine Verkaufsstände, -buden, -mobile oder -theken, manchmal auch mit kleinem angegliedertem Gastraum mit Stehtischen. Oft wird auch in modern eingerichteten restaurantähnlichen Lokalen gegessen. Der Verzehr der Speisen geschieht auch unterwegs im Stehen oder Gehen aus der Hand. In manchen Fällen bieten Drive-Ins den Verkauf der Produkte über speziell gestaltete Schalter ins Auto an.

Viele kleine Schnellrestaurants bieten keine Sitzplätze. In Deutschland bedeutet dies eine Kostenersparnis, da bei vorhandenen Sitzplätzen auch eine Toilette zur Verfügung gestellt werden muss. Ein gewünschter Nebeneffekt ist, dass auf Stehplätzen die Gäste kürzer verweilen und dadurch der Durchsatz gesteigert wird. Die Funktionalität der Nahrungsaufnahme steht im Vordergrund.

Anbieter von Fastfood sind sowohl große multinationale Konzerne als auch kleinere Ketten sowie Familienbetriebe bzw. selbstständige Einzelpersonen. Viele Schnellrestaurantkette sowie regionale Anbieter verwenden Fertigprodukte, die vor Ort schnell und einfach aufbereitet werden.

Parallel zu den großen Konzernen halten sich viele kleine Anbieter mit ihren Imbiss- oder Döner-/Gyrosbuden, die, im Gegensatz zu den großen Ketten, häufig erfolgreich individuelle Spezialitäten aus verschiedenen Kulturbereichen anbieten.

Die Zubereitung von Fastfood erfordert meist keine hohe Qualifikation. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Zubereitung von Fertigprodukten leicht erlernbar. Die Speisekarte ist üblicherweise sehr klein und in der Systemgastronomie wird arbeitsteilig gearbeitet. Dadurch ist besonders dort das Lohnniveau entsprechend niedrig ("McJobs"). In den großen Fast-Food-Ketten arbeiten daher oft jugendliche Mitarbeiter, Teilzeitkräfte und Ausländer. Kleinere Imbissbuden im Privatbesitz (Pommesbude, Dönerladen) erinnern in ihrem Betrieb noch etwas stärker an herkömmliche Lokale; sie werden häufig als Familienbetrieb geführt.

Der wachsende Markt für schnelles Essen ist heiß umkämpft. Besonders die großen Ketten versuchen daher, mit aufwendigen Marketingkampagnen ihre Umsätze zu steigern und vor allem junge Menschen in die Schnellrestaurants locken. Die Auswahl ist sowohl bei großen Ketten als auch bei kleinen unabhängigen Anbietern in der Regel auf wenige Produkte reduziert und standardisiert, der Kunde kann oft anhand von Abbildungen wählen.

Ein typisches Merkmal bei Fastfoodgerichten der Systemgastronomie sind die meist frei variierbaren Zusammenstellungen. Die meisten Gerichte werden in verschiedenen Portionen angeboten, anders als in konventionellen Restaurants, in denen oft einheitlich proportionierte Komplettgerichte serviert werden.

Mittlerweile beteiligen sich auch andere Branchen am Fastfood: Es gibt Bäckereien, Fischgeschäfte und Fleischereien, die Imbisse anbieten.

Typische Imbissgerichte sind etwa: Hähnchen vom Grill; Bratwurst oder Currywurst, gebrühte Würste und Hot Dogs, traditionell englische Fish and Chips, Hamburger, Pommes Frites, Pizzen, Döner, Frühlingsrollen und Sandwiches.

Kennzeichen von Fastfood


  • Theken- oder Straßenverkauf, Drive-in-Restaurants, teilweise Lieferservice.
  • Zubereitung in Friteuse, Microwelle oder auf dem Grill
  • Fertignahrung oder Zubereitung aus Halbfertigprodukten, meist Kühl- oder Tiefkühlware.
  • Sehr hoher Rationalisierungsgrad der Zubereitung. Wiederkehrende Tätigkeiten werden durch elektrische Küchengeräte unterstützt.
  • Wegwerfgeschirr, um den Verkauf außer Haus zu ermöglichen und bei Verzehr im Haus den Abwasch einzusparen. Insbesondere im Lieferservice häufig Verpackungen aus Schaumkunststoff, Aluminium oder nicht recyclingfähige aluminiumbeschichtete Kartons.
  • Produkte von meist geringem ernährungsphysiologischem Wert und unausgewogener Zusammensetzung, die bei zu häufigen Konsum zu Fehlernährung, insbesondere Übergewicht führen können.
  • für die Systemgastronomie Werbung, die insbesonders Kinder und Jugendliche ansprechen soll. Bei Pizzerien und regionalen Fastfood-Anbietern häufige Postwurfsendungen in hohen Auflagen zur Bewerbung des Lieferservices.
  • Häufig Zutaten wie z.B. Weizenmehl, Zucker oder (gehärtete) Pflanzenfette. Sehr wenig Vollwertprodukte. Kaum Erzeugnisse aus biologisch-dynamischem Anbau. Angebot für Vegetarier und Diabetiker sehr eingeschränkt.

Subjektive Gründe für den Erfolg von Fastfood


Die Anbieter, Kunden und Unterstützer von Fastfood schätzen

  • die schnelle Zubereitung und den schnellen Verzehr (Zeitersparnis)
  • den gleichbleibenden Geschmack in der Systemgastronomie
  • den meist günstigen Preis der Angebote
  • die unkomplizierte Esskultur: Verzicht auf traditionelle Essensriten und Tischmanieren
  • die lockere, oft jugendlich-betonte Atmosphäre in Fastfoodlokalen
  • in den Anfangszeiten: Faszination am American Way of Life

Geschichte


Bereits in der Antike waren Vorläufer der Schnellrestaurants weit verbreitet. In größeren Städten gab es an jeder Ecke Läden, in denen man warmes Essen kaufen konnte; einige solcher Läden, die in ihrer Einrichtung modernen Fastfoodbuden bereits erstaunlich ähnlich waren, wurden in Pompeji ausgegraben. Diese Läden waren für viele einfache Städter die einzige Möglichkeit, warm zu essen, da viele Mietwohnungen keinen Herd besaßen.

Vorläufer der modernen mobilen Esskultur lassen sich im 19. Jahrhundert ausmachen, als aus Russland heimgekehrte napoleonische Soldaten in Frankreich gewisse Schnellrestaurants mit dem Lehnwort Bistro (v. russ.: bystro = schnell) versahen.

Der Begriff fast food entstand in den 1950er Jahren in den USA. Im Rahmen der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam "Fastfood" auch nach Europa und ist heute in der ganzen Welt verbreitet. Ursprünglich waren es in Amerika vor allem die Hamburger, die als typisches Fastfoodmenü angesehen wurden, weil man sie auch im Gehen verzehren kann.

Schon seit sehr langer Zeit gibt es auf Bahnhöfen und Märkten, in Häfen und am Wege Garküchen, fliegende Händler, Wurststände, die den Hungrigen und Durstigen Speis und Trank zum Mitnehmen verkaufen. "Fish and Chips" etwa bietet man seit langem in England (früher in Zeitungspapier eingehüllt) der eiligen Laufkundschaft an. Zur Verbreitung von Fastfood haben auch geänderte Einkaufsgewohnheiten beigetragen: In modernen Einkaufszentren gibt es fast immer neben den Kaufhäusern und Fachgeschäften auch einige Fastfoodanbieter, so dass nebenbei ein Snack eingenommen werden kann.

Umweltaspekte


Umweltschützer beklagen, dass die fertigen Produkte lange Transportwege zurücklegen und so viel Energie verbraucht wird, dass Einwegverpackungen viel Müll verursachen (Wegwerfgesellschaft) und die Tiefkühlware einen hohen Energieverbrauch fordert. Der hohe Anteil tierischer Produkte erfordert aufgrund der extensiven Weidehaltung große Flächen. Der in diesem Zusammenhang erhobene Vorwurf, für Rinderweiden großer Fastfood-Ketten werde in Brasilien Regenwald abgeholzt, machte besonders McDonald's in den 80-er Jahren zum Angriffspunkt von Umweltschützern.

Zusammensetzung und Gesundheitsrisiken


Verwendung finden in den Fastfoodprodukten fast ausschließlich weniger qualitativ und ernährungsphysiologisch wertvolle Zutaten, wie etwa Weißmehl, Zucker, Fette oder Fertigsaucen.

Viele der angebotenen Salate enthalten zudem Konservierungsstoffe und fettreiche Dressings. Kleingeschnittenes Gemüse, das zu lange lagert, verliert viele Vitamine, so dass auch Salate in Fastfood-Lokalen selten dazu beitragen, den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, da das Gemüse oft schon am Vortag zerkleinert wird.

Fastfood-Produkte weisen oft einen hohen Fettanteil auf und sind stark salzig oder süß, was das Geschmacksempfinden verstärkt und die Speisen besonders attraktiv erscheinen lässt. In Imbissbuden werden oft Speisen zum Aufwärmen frittiert, die in der klassischen Gastronomie gebraten oder gekocht werden, was zusätzliche Kalorien mitbringt.

Ernährungsphysiologen bemängeln an der Fastfood-Esskultur, dass Nahrung nicht in Ruhe und langsam aufgenommen wird. Besonders wichtig für die Verdauung ist die Anreicherung mit Speichel, was durch häufiges Kauen erreicht wird. Schnelles Essen ist zudem meist gesundheitsschädlich, da man leicht zu viel isst und die Verdauung belastet, da die Produkte zudem oft aufgrund des geringen Ballaststoffgehaltes nicht sofort sättigend wirken.

Viele Fastfood-Gerichte sind inhaltlich weniger ausgewogen als traditionelle Gerichte, welche mit Gemüsebeilagen gegessen werden. Fastfood-Kritiker führen an, dass Ernährungsprobleme durch einseitige und qualitativ minderwertige Ernährung entstehen, wenn Menschen einen zu großen Anteil ihrer Nahrung in Form von Fastfood aufnehmen und kein Obst und Gemüse essen. Aufgrund der meistens geringen diätetischen Qualität, in Verbindung mit der schnellen Nahrungsaufnahme, berge häufiger Fastfood-Genuss viele gesundheitliche Risiken wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Stoffwechselprobleme, Schwächung des menschlichen Immunsystems auf Grund der starken Denaturierung der Nahrung oder Allergien durch unnötige Nahrungsmittelzusätze. Viele Fastfood-Produkte seien geschmacklich darauf ausgerichtet, dass die Konsumenten verleitet würden, mehr zu verzehren als ihr Körper benötigt. Dieses Nahrungsüberangebot stelle für den Stoffwechsel, insbesondere für die Leber eine überflüssige Belastung dar.

In den USA und in Großbritannien gibt es aufgrund der epidemieartigen Zunahme von Übergewicht insbesondere bei Jugendlichen mittlerweile vermehrt politische Bemühungen, Fastfoodgerichte in staatlichen Schulen zu verbieten. In den USA haben Imbissketten, wie McDonald's oder Pizza-Hut Filialen direkt in den Schulen. Auf einem Ernährungsgipfel in Sacramento unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger drei Gesetze, die den Schulen strenge Ernährungsvorschriften auferlegen, so sollen ab 2007 süße Limonaden und kalorienreiche Snacks verboten werden. Die texanische Landwirtschaftsministerin Susan Combs, Vorreiterin des "Krieg gegen Übergewicht" formulierte drastisch "Wir töten unsere Kinder mit diesem Essen".

Supersize - Rabattierte Riesenportionen

Ein hoher Anteil von Fastfood am gesamten Nahrungskonsum wird durch die Verkaufsstrategie der meisten großen Anbieter unterstützt: Große Schnellrestaurantketten bieten stark rabattierte Riesenportionen an, die zu hoher Kalorienaufnahme durch eine einzige Mahlzeit führen. Viele Konsumenten lassen sich durch die günstigen Preise verleiten, mehr zu bestellen, als sie eigentlich wollen. Dieses Rabattsystem wird von vielen Ernährungsexperten in diversen Ländern, besonders in den USA, stark kritisiert.

Slowfood


Als in den 80er Jahren amerikanische Fastfoodunternehmer sich auch in Italien ausbreiten wollten, entstand dort eine Gegenbewegung: Slowfood. Inzwischen hat sich diese Gegenbewegung auch in vielen anderen Ländern etabliert, unter anderem auch in Deutschland.

Siehe auch


Literatur


  • Fröschl, Cornelia: Architektur für die schnelle Küche - Esskultur im Wandel, Verlagsanstalt Alexander Koch, Leinfelden-Echterdingen 2003.
  • Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft, Riemann Verlag, München 2002.
  • Spurlock, Morgan: Angriff der Killer-Burger Wie Fast Food uns krank macht. 2006. Droemer/Knaur , ISBN 3426778556

Filme zum Thema Fastfood


  • "Super Size Me" von US-Regisseur Morgan Spurlock (Juni 2004) - kritischer Film zum Fast Food

Weblinks


Fast Food

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