| Farbratte | ||||||||||||
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| Knut.jpg | ||||||||||||
| : | Mäuseverwandte (Myomorpha) |
| : | Mäuseartige (Muroidea) |
| : | Langschwanzmäuse (Muridae) |
| : | Altweltmäuse (Murinae) |
| : | Ratten (Rattus) |
| : | Farbratte |
Die Farbratte, auch Großmaus genannt (wissenschaftlich: Rattus norvegicus domesticus oder korrekt Rattus norvegicus forma domestica) stammt von der wilden Wanderratte ab und ist durch Züchtung den Ansprüchen und Bedürfnissen des Menschen angepasst worden.
In der Folgezeit bildeten sich immer mehr Farbvarianten heraus und das führte auch zu dem Namen Farbratte. Bei der weiteren Züchtung wurde später besonders auf genetische Vielfalt geachtet. Inzwischen gibt es deutliche Unterschiede in Physiologie (Körperfunktionen), Anatomie (Körperbau) und Verhalten zwischen Wanderratten und Farbratten. Deshalb ist es auch gerechtfertigt, von einer tatsächlichen Domestikation zu sprechen.
Laborratten haben im Durchschnitt einen kleineren Körper und damit auch ein geringeres Körpergewicht als ihre wilden Vorfahren. Die meisten inneren Organe und Gehirnteile wie Corpus striatum und Cerebellum sind verkleinert, was auch den verringerten Bewegungsdrang von Labor- bzw. Farbratten erklärt. Hingegen sind zum Beispiel das Riechzentrum, die Hypophyse und der Thymus nahezu unverändert.
Für Forschungszwecke wurden am Wistar Institute for Anatomy and Biology, University of Pennsylvania, Philadelphia (USA) aus Albino-Laborratten die sogenannten Wistar-Ratten gezüchtet und sind heute in vielen Forschungslabors auf der ganzen Welt vertreten.
Beim freien Spiel mit diesen kleinen Kameraden sollte man jedoch darauf achten, dass sie einem nicht für längere Zeit in der Wohnung entwischen, da sie als Nagetiere eventuell erhebliche Schäden anrichten und beim Anknabbern von Stromkabeln möglicherweise auch selbst zu Tode kommen können.
Ebenso sollten evtl. im Käfig vorhandene Gitteretagen durch Holzetagen (z.B. beschichtete Spanplatte) ersetzt werden, oder großzügig abgedeckt werden, da sonst die Gefahr von Bumblefoot (Ballenabszeß) besteht, der sehr schmerzhaft für die Ratte ist und oft langwierige Behandlung durch den Tierarzt nach sich zieht. Auch Gitterspiralen sollten gegen Kunststoffröhren, Drainagerohre und selbstgebaute Rampen ausgetauscht werden um Verletzungen vorzubeugen.
Bei der Fütterung sollten Zitrusfrüchte und blähende Nahrung wie Bohnen oder Kohl, sowie Avocados unbedingt vermieden werden. Bei Nahrung, die viel Vitamin C enthält, wie zum Beispiel Kürbis, kann es zu Durchfall kommen.
Nicht in die Nahrung von Ratten gehören gezuckerte Speisen (Kariesgefahr) und Kakaohaltiges wie Schokolade (Obstipationsgefahr).
Einzelhaltung ist nur vertretbar, wenn durch einen Todesfall ein einzelnes Tier übrig bleibt, und die Integration neuer Ratten fehlschlägt. In diesem Fall ist der Rattenhalter aufgerufen, möglichst viel Zeit mit dem Tier zu verbringen, zur Fellpflege beizutragen, und durch liebevolle Zuwendung einem Rückzug der Ratte entgegenzuwirken. Andernfalls muss man mit Depression, Aggression und Autoaggression beim Tier rechnen.
Da diese Tiere wie schon erwähnt besonders anhänglich sind, ist es für sie auch eine außerordentliche Qual, in Ferienzeiten im Tierheim auf nimmer Wiedersehen abgegeben oder gar frei ausgesetzt zu werden.
Intensive und chemische Gerüche, Zigarettenrauch, laute Musik, Störungen während der Ruhephasen und Kontakte zu fremden Ratten sollten zum Wohle einer Ratte vermieden werden.
Beim Mitführen einer Ratte außerhalb der Wohnung sollte man auch beachten, dass laute Geräusche wie Fehlzündungen, Knallkörper, Hupen, Schreie, etc. den Fluchtreflex der Ratten auslösen können. Deswegen sollten die Tiere nur aus wichtigen Gründen und in einem geeigneten Transportkorb die Wohnung verlassen. Man sollte auch vermeiden, Farbratten dem Tageslicht auszusetzen. Aus Unwissenheit und Gedankenlosigkeit werden diese Dämmerungstiere oft am hellen Tage und bei prallem Sonnenlicht mitgetragen. Eine Schädigung der Rattenaugen kann bereits bei einer Lichtstärke von 20.000 Lux auftreten (bei Albinos ab 10.000 Lux), ein heller Sonnentag kann jedoch bis zu 100.000 Lux erreichen. Da Ratten sich sehr stark auf Geruch, Gehör, und Tastsinn verlassen, und sich in absoluter Dunkelheit sehr sicher bewegen, wird eine durch Sonnenlicht verursachte Augenschädigung bis hin zur völligen Blindheit vom Rattenhalter oft nicht erkannt. Ein Hinweis auf eine derartige Schädigung kann verstärktes Schwenken des Kopfes sein.
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