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Farbmittel ist die Sammelbezeichnung für alle farbgebenden Stoffe.
Diese werden in anorganische und organische Farbmittel eingeteilt. Diese beiden Gruppen teilen sich je in natürliche und synthetische Farbmittel auf.
Anorganische Farbmittel sind durchweg Pigmente. Bei den organischen Farbmitteln ist zwischen Pigmenten und Farbstoffen zu unterscheiden.
Farbmittel (im Sinne von Pigmenten (= unlöslich)) bilden zusammen mit Bindemittel und Lösungsmittel die Anstrichmittel.
Farbmittel (im Sinne von Farbstoffen) sind in Wasser oder organischen Lösungsmitteln löslich und werden in der Textilindustire, Papierindustrie sowie in Schreibgeräte- und Inkjet-Tinten verwendet.
In der folgenden Liste sind sowohl Pigmente als auch Farbstoffe aufgeführt.
Purpurne Farbmittel
Siehe auch: Purpur
- Mauvein : Mauvein war der erste Anilinfarbstoff. Sein Farbton ist das namensgebende Mauve.
- Purpur : Der echte Purpur, ein organischer Farbstoff aus Meeresschnecken, wird nur noch selten, meist für religiöse Zwecke oder zu Restauration alter Stoffe benutzt.
Rote Farbmittel
Siehe auch: Rot
- Chica : Der rote Pflanzenfarbstoff Chica (C8H8O3) wird aus den Blättern des brasilianischen Bignoniengewächses Arrabidaea chica gewonnen und wird von Indianern zur Körperbemalung, zum Färben von Baumwollstoffen und zur Bemalung von Körben verwendet.
- Eosin : Das Hauptanwendungsgebiet des Steinkohlenteerfarbstoffes Eosin liegt in der mikroskopischen Färbetechnik.
- Karminrot : Das echte Karminrot oder Karmesin ist ein organischer Farbstoff der aus Schildläusen gewonnen wird.
- Naptholrot : Das mäßig lichtechte, relativ preiswerte Naptholrot ist vom Farbton her ein Ersatz für Kadmiumrot, aber weniger deckend und nur mäßig lichtecht.
- Zinnoberrot (Ton) : Statt des echten Zinnoberrots wird heute häufiger der synthetische organische Farbstoff PR255, der fast genauso lichtecht ist, benutzt.
Orange Farbmittel
Siehe auch: Orange
- Irgazin Orange : Irgazin Orange, ein Handelsname der Firma Ciba Spezialitätenchemie, ist ein synthetischer organischer Farbstoff mit ausgezeichneter Lichtechtheit und Stabilität. Die gesamte Palette der Geigy "Irgazin" Farbstoffe wurde ursprünglich für Autolacke entwickelt, wird jetzt aber auch für Künstlerfarben benutzt, insbesondere da andere lichtechte Farbstoffe vom Markt genommen wurden. Die Farbwirkung ist lasierend.
- Pyranthronorange : Pyranthronorange ist ein synthetischer organischer Farbstoff ("Teerfarbstoff") mit ausgezeichneter Lichtechtheit und guter Stabilität. Der Farbton ist ein relativ dunkles Orange. Im Gegensatz zu der Mehrzahl organischer Pigmente ist Pyranthronorange nicht lasierend sondern halbdeckend. Damit kommt es als Ersatz für giftige und teurere Kadmiumorange in Frage.
Gelbe Farbmittel
Siehe auch: Gelb
- Brillantgelb : Brilliantgelb, chemisch ein Benzimidazolon-Farbstoff, kann als Ersatz für Cadmiumgelb dienen.
- Indischgelb : Indischgelb ist ein orangestichiger Gelbton. Unter dem Namen werden mindestens drei verschiedene Farbmittel verstanden.
- Das historische Indischgelb wurde aus dem Harn von Kühen, die mit Mangoblättern gefüttert wurden, gewonnen. Es ist chemisch ein Magnesium und Calciumsalz der Euxanthinsäure. Aus Gründen des Tierschutzes wird es nicht mehr hergestellt.
- Eine erste Nachstellung des Farbtons gelang mit einem Azofarbstoff (PY1), von allerdings unbefriedigender Lichtechtheit.
- Chromgelb : ein hellgelber farbstoff, der aus dem Element Chrom gewonnen wird.
- Safran : Safran wird aus einer Krokusart gewonnen. Der färbende Bestandteil ist der Farbstoff Crocetin.
- Solidgelb : Solidgelb ist ein Teerfarbstoff.
Grüne Farbmittel
Siehe auch: Grün
- Böhmische grüne Erde : Böhmische grüne Erde ist ein natürliches Erdpigment. Es ist eher von schwacher Farbkraft.
- Cadmiumgrün : Cadmiumgrün ist eine Mischung aus Cadmiumgelb und Ultramarinblau.
- Chromoxidgrün : Chromoxidgrün ist Chromoxid. Es ist als lichtechtes Pigment, das in einer halblasierenden (PG18) und in einer hochdeckenden (PG17) Variante im Handel ist. Ersatz für Grünspan.
- Grünspan : Grünspan, auch Spanisches Grün, ist historisch wichtiges grünes Pigment, das wegen seiner Giftigkeit heute selten verwendet wird. Chemisch ist Kupfer(II)acetat.
- Kobaltgrün : Kobaltgrün
- Malachitgrün : Malachitgrün ist ein basisches Kupfercarbonat mit der Summenformel CuCO3·Cu(OH)2. Das echte Malachitgrün entsteht durch Vermahlen des Halbedelsteins Malachit, das synthetische hat die gleiche chemische Zusammensetzung aber nicht die gleiche Kornstruktur und ist dem natürlichem Original deutlich unterlegen.
- Permanentgrün : Permanentgrün ist die Bezeichnung für verschieden angesetzte Mischpigmente auf der Basis eines intensiv grünen Farbstoffes, der mit Schwerspat gestreckt wird.
- Rinmanns Grün : Rinmanns Grün ist ebenfalls ein Cobalt-Pigment. Es handelt sich bei der Verbindung um eine feste Lösung von wenigen Prozent CoO in ZnO.
- Schweinfurtergrün : Schweinfurtergrün ist ein Produkt der frühen chemischen Industrie. Es enthält Arsen und wird wegen seiner Giftigkeit heute nicht oft verwendet.
- Solidgrün : Solidgrün ist ein Teerfarbstoff.
Türkis Farbmittel
Siehe auch: Türkis
- Cobalttürkis : Cobalttürkis
- Prozesscyan : Prozesscyan ist das in ISO 2846 genormete Cyan des Vierfarbdrucks.
- Phtalocyaningrün : Phthalocyaningrün, Heliogengrün, Phtalotürkis
Blaue Farbmittel
Siehe auch: Blau
- Ägyptischblau : Ägyptischblau ist eines der drei im Altertum bekannten künstlichen blauen Pigmenten. Chemisch ist es ein Calcium-Kupfersilikat mit der Summenformel CaCuSi4O10. Es wird durch Brennen von Kalk, Quarzsand, Natron und Kupfererz hergestellt. Die älteste nachgewiesene Verwendung fällt in die 4. Dynastie. Der Gebrauch ist auch auf Kreta nachgewiesen und es wurde dann bis zur Zeitenwende häufig gebraucht, später ging das Wissen seiner Herstellung verloren.
- Azurblau : Azurblau auch Bergblau ist eines der ältesten Blaupigmente. Es wird oft mit dem Ultramarinblau verwechselt, aber im Gegensatz zu diesem nicht aus Lapislazuli gewonnen, sondern aus Azurit. Chemisch ist es ein Basisches-Kupfercarbonat mit der Summenformel 2CuCO3·Cu(OH)2.
- Berliner Blau : Berliner Blau, auch Miloriblau, das erste moderne synthetische Farbmittel, ist ein lichtechtes Pigment mit der Summenformel Fe4*3.
- Chinesischblau : Chinesischblau, Chinablau oder Han-Blau ist das blaue Pigment des chinesischen Altertums. Chemisch ist es ein Calcium-Kupfersilikat mit der Summenformel BaCuSi4O10.
- Der Name bezeichnet auch Berliner Blau
- Kobaltblau : Kobaltblau, auch Thénards Blau, ist seit dem Altertum bekannt. Es ist das klassische Blau des chinesischen Porzellans. Es hat die Summenformel CoAl2O4.
- Kobaltblau-Coelinblau : Kobaltblau-Coelinblau, oft auch einfach Coelinblau, ist ein halbdeckendes Himmelblau. Chemisch ist es ein Kobalt-Zinn-Mischoxid. Es ist von hervorragender Lichtechtheit und Stabilität.
- Manganblau : Manganblau ist ein beeindruckend leuchtendes, kaltes Blau, nahe dem Prozess-Cyan. Chemisch ist es ein Bariummanganatsulfat mit der Summenformel BaMnO4·BaSO4. Manganblau ist leicht giftig. Es wurde im Labor zuerst 1907, technisch seit 1930 hergestellt. Zur Zeit gibt es keinen Anbieter mehr.
- Berliner Blau, Preußischblau : Berliner Blau, Preußischblau, auch Pariser Blau oder Turnbulls Blau, ist ein chemisch ein Eisencyankomplex. Es ist ein sehr farbstarkes Dunkelblau. Preußischblau ist lichtecht aber instabil gegen Alkali.
- Indigo : Der Pflanzenfarbstoff Indigo kann aus der indischen Indigopflanze oder dem einheimischen Färberwaid gewonnen werden.
- Smalte : Smalte ist fein vermahlenes, mit Kobalt gefärbtes Glas. Es ist der älteste Kobaltpigment und wurde im Zweistromland erfunden.
- Techelet : Das Wissen um die Zusammensetzung und Herkunft des im Tanach genannten Farbstoffes Techelet ist verlorengegangen. Der Farbton wird in der Schrift als Meeresblau beschrieben. Der Talmud nennt als Quelle das Tier Chilazon, dessen Identifikation aber umstritten ist.
- Ultramarinblau : Das echte Ultramarinblau ist ein Pigment, das durch feinstes Vermahlen von Lapislazuli gewonnen wird. Weit größere Bedeutung hat heute Ultramarinblau aus künstlich hergestellten schwefelhaltigem Aluminium-Silikat.
- Vivianit : Vivianit (Eisenblau) ist ein als Pigment altertümliches, wenig farbstabiles Mineral.
- Zirkon-Coelinblau : Zirkon-Coelinblau, auch Zirkon-Vanadiumblau ist ein neu eingeführtes himmelblaues Pigment. Chemisch ist es ein Zirkoniumsilikat (Zirkon), bei dem ein kleiner Anteil der Zirkoniumatome im Kristallgitter durch 1,5% Vanadiumatome ersetzt sind. In der künstlerischen Anwendung können durch seinen halbtransparenten, leicht trüben Charakter paradoxe Lasuren hell-auf-dunkel erzielt werden.
Violette Farbmittel
Siehe auch: Violett
- Alizarinviolett : Alizarinviolett ist ein synthetischer organischer Farbstoff, der Farbton ist ein rotstichiges Violett, unverdünnt ein sehr reiner und tiefer Ton. Der Farbstoff ist mäßig bis ausreichend lichtecht und völlig ungiftig.
- Kobaltviolett : Kobaltviolett
- Kristallviolett : Kristallviolett ist ein Triphenylmethanfarbstoff. Es findet Verwendung als Farbstoff in Farbbändern oder Kopierstiften und vor allem in der mikroskopischen Färbetechnik.
- Manganviolett : Manganviolett ist ein zarter Rotviolettton. Chemisch ist es Mangan-Ammoniumphosphat. Es ist von befriedigender bis guter Lichtechtheit, aber unbeständig gegen Alkali.
Braune Farbmittel oder Erdfarben
Siehe auch: Braun,
Erdfarbe.
- Ocker : Ocker Pigmente, das sind Gemische aus Brauneisenstein mit Ton, Quarz und Kalk, findet seit vorgeschichtlicher Zeit Verwendung.
- Siena : Siena ist eine Eisenoxid-haltige Erdfarbe.
- Umbra : Umbra ist eine Manganoxid und Eisenoxid-haltige Erdfarbe.
- Vandyckbraun : Vandyckbraun, nach Anthonis van Dyck, auch Cassler Braun, ist fein aufgeschlämmte Braunkohle. Dieses Pigment ist in der Anwendung lasierend und nur mäßig lichtecht.
Siehe auch
Literatur
- Kurt Wehlte: Werkstoffe und Techniken der Malerei, Otto Maier Verlag, Ravensburg 1967, ISBN 3-473-48359-1 (früher: ISBN 3-473-61157-3)
Weblinks
Farbe | Technik der Malerei | Funktionswerkstoff
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