Als Farbfilter werden Vorsatzfilter für Kameras bezeichnet, die nur eine bestimmte Farbe (Strahlung bestimmter Wellenlänge) passieren lassen oder die eine bestimmte Farbe herausfiltern (viel seltener). Sie werden meistens aus eingefärbtem Glas oder Kunststoff hergestellt.
Bei der Beleuchtung finden auch Filterfolien aus Kunststoff Verwendung.
Der Begriff wird auch für Software zur Bildbearbeitung verwendet, die das Farbspektrum verändern und so den Kontrast erhöhen oder Farbfehler beseitigen können oder das Bild künstlerisch verfremden.
In der Farbfotografie hat insbesondere die Korrektur unerwünschter Farbwiedergabe ein große Bedeutung.
Derartige Filter sind insbesondere bei der analogen Fotografie von Bedeutung. Bei der Dia-Fotografie werden die endgültigen Farben bereits zum Zeitpunkt der Aufnahmen festgelegt. Im Zuge der Ausarbeitung zum Papierbild ist ebenfalls nur eine Farbkorrektur in gewissen Grenzen möglich.
Digitale Fotoapparate (und Videokameras) können einen elektronischen Farbabgleich durch eine entsprechend gewählte Berechnung der Bilddaten vornehmen (Weißabgleich). Ebenso besteht die Möglichkeit der Farbveränderung am bereits gespeicherten Bild. Dabei sind in als Sensor-Rohdaten gespeicherten Aufnahmen flexibler als komprimierte jpeg-Dateien. Grundsätzlich ist jedoch zu erwarten, dass extreme Umrechnungen, um außergewöhnliche Farbstiche zu vermeiden, auch zu gewissen Qualitätsverlusten (z.B. durch das Rauschen des Sensors) führen. Bei der digitalen Fotografie können daher auch Korrekturfilter sinnvoll sein.
Zu den Konversationsfiltern zählt auch das Skylightfilter, das das Tageslicht höherer Farbtemperatur an den Tageslichtfilm anpasst.
(die Nummern hinter den Filtern sind die entsprechenden Filterbezeichnungen, siehe Mired):
Während die verschiedenen Farbfilter bei Farbfilm die farbrichtige Wiedergabe herstellen sollen, wirkt sich das bei Schwarz-Weiß-Material ganz anders aus. Hier führt der Einsatz der Konversionsfilter zu einer Verschiebung bei der Grautonumsetzung. Die Farbe des Filters wird verstärkt, das heißt, sie wird heller dargestellt, während ihre Komplementärfarbe unterdrückt, das heißt, dunkler dargestellt wird. Mit diesem Effekt lässt sich die Bildgestaltung mit Schwarz-Weiß-Filmmaterial sehr interessant verändern.
Diese Beschreibung bezieht sich auf die „klassische Fotografie“ mit chemisch sensibilisierten Filmmaterialien, die entsprechend auf den Filtereinsatz reagieren.
Die Effekte der Filter für die Schwarzweiss-Fotografie können daher wie folgt zusammengefasst werden:
Die Verwendung blauer Filtergläser hat in der Schwarzweißfotografie kaum eine Bedeutung, allerdings kann man durch die Verwendung eines blauen Konversionsfilters bei Beleuchtung mit Glühlampen oder Kerzenlicht unter Umständen eine natürlichere Wiedergabe von Hauttönen erreichen.
Ein Sonderfall sind Infrarotfilter, die nahezu alles sichtbare Licht sperren und für das menschliche Auge schwarz oder tief dunkelrot wirken. Mit geeignetem Film oder infrarotempfindlichen Sensoren mancher Digitalkameras lassen sich mit der Infrarotfotografie (nicht zu verwechseln mit Wärmebildkameras) beeindruckende Effekte erzielen. Eine Belichtungsmessung durch das Objektiv ist mit diesen Filtern nicht möglich, aber auch bei Orange- und Rotfiltern kommt es bei TTL-Belichtungsmessungen oft zu erheblichen Abweichungen. Orange- und Rotfilter können mit orthochromatisch sensibilisiertem Schwarzweißfilm nicht eingesetzt werden.
Sowohl bei der Fotografie mit konventionellem Film als auch in der Digitalfotografie können Filter eingesetzt werden. In vielen Fällen erlaubt jedoch der digitale Weißabgleich oder die Einstellung der gewünschten Farbtemperatur den Verzicht auf die Filterung bei Digitalkameras. Der kameraseitige Weißabgleich bei extrem vom Standard-Tageslicht abweichenden Lichtverhältnisse kann jedoch zu erhöhten Rauschen führen. Insbesondere die Beleuchtung mit (weitgehend) monochromatischem Kunstlicht führt zu einer störenden Irritation der Kameraelektronik, sodass der Einsatz von Filtern zur Erzielung rauscharmer Bilddaten sinnvoll wird.
Zudem läßt die Digitalfotografie eine Filterung in der Nachbearbeitung zu. Dies gilt insbesondere dann, wenn die rohen Digitaldaten des Sensors in hoher Qualität gespeichert wurden. Durch die Erstellung von Farb-Histogrammen und Erzeugung beliebiger Farbkanäle ist dabei eine gezieltere Bearbeitung möglich, als es die analoge Bildverarbeitung zulässt.
| Die digitale Umsetzung in ein Schwarz-Weiß-Bild: | |||
|---|---|---|---|
| farbdemo-bw-ohne-filter.jpg]] | farbdemo-bw-rot-filter.jpg | farbdemo-bw-gelb-filter.jpg | farbdemo-bw-gruen-filter.jpg |
Filter haben durch ihren Komplementärfarbensperreffekt auch eine Lichtreduktion zur Folge, die in der Regel auf dem Filter angegeben ist. Dieser Lichtverlust muss beim fotografischen Einsatz mit berücksichtigt werden. Besonders schwierig wird dies bei Konversionsfiltern im Rottonbereich, da hier die Lichtreduktion nicht statisch ist, sondern je nach Motiv recht stark schwanken kann.
Dies gilt insbesondere für die Belichtungsmessung mit externen Geräten (Handbelichtungsmessung) oder auf Grund von Belichtungstabellen. Die Belichtungsmessung durch das Objektiv berücksichtigt grundsätzlich die verminderte Lichtmenge, die Messzelle in der Kamera kann aber durch die geänderte spektrale Zusammensetzung des Lichtes getäuscht werden.
Dies gilt auch für die Digitalfotografie. Werden die Histogramme der Belichtung nur als Summe der Kanäle Rot, Grün und Blau angezeigt, kann bereits bei einem Kanal deutliche Überbelichtung auftreten, ohne dies am Histogramm zu erkennen. Dies gilt auch für die Überbelichtungswarnung mancher Kameras bei der Kontrollwiedergabe des Bildes.
Bei der Reproduktion (Vergrößerungsgerät) werden sie zur nachträglichen Korrektur eingesetzt. Durch die Verwendung eines Farbmischkopfes erreicht man dabei eine stufenlose Veränderung der Lichtfarbe.
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