1917 wurde mit dem Technicolor-Verfahren eine Möglichkeit entwickelt, die Farben direkt auf dem Film aufzunehmen, womit die Filme auch mit normalen Projektoren wiedergegeben werden konnten. Allerdings waren auch hier zunächst nur zwei Farben möglich. Der erste Film, der diese Technik nutzte, war The Gulf Between.
Der erste abendfüllende Kinofilm, der mit dem Technicolor-Verfahren alle drei Grundfarben nutzte, war Becky Sharp von Rouben Marmoulian aus dem Jahr 1935. Der Durchbruch für den Farbfilm kam aber erst 1937 mit Disneys Schneewittchen und die sieben Zwerge.
In Deutschland war die Ufa die erste Produktionsgesellschaft, die Farbfilme drehte. Für ihren ersten Farbfilm, einen Tierfilm mit dem Titel "Bunte Tierwelt" (1931), benutzte die Ufa das Zweifarbenverfahren Ufacolor. 1936 entstand ein kurzer Spielfilm mit dem Titel "Das Schönheitsfleckchen", bei dem ein von der Firma Berthon-Siemens entwickeltes Verfahren namens Opticolor verwendet wurde.
Das Verfahren, das sich bei der Ufa schließlich durchsetzte, hieß Agfacolor. Agfacolor war ein Drei-Farb-Verfahren, das nur ein einziges Negativ erforderte und damit einfacher funktionierte als das amerikanische Technicolor-Verfahren. Allerdings waren die Farben schwächer und unterlagen größeren Schwankungen. Die ersten Filme, die in Agfacolor produziert wurden, waren die Kulturfilme "Bunte Kriechtierwelt" und "Thüringen" (beide 1940). Bis Kriegsende folgten neun weitere Filme, darunter die Spielfilme "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (1941), "Die goldene Stadt" (1942), "Das Bad auf der Tenne" (1943), "Immensee" (1943), "Münchhausen" (1943), "Die Frau meiner Träume" (1944), "Große Freiheit Nr. 7" (1944), "Opfergang" (1944) und "Kolberg" (1945).
Die private Verwendung von Farbnegativfilmen hielt sich wegen der zunächst noch hohen Kosten stark in Grenzen. Bekannt ist, daß Adolf Hitlers filmbegeisterte Geliebte Eva Braun, eine ausgebildete und später bei Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann angestellte Fotolaborantin, bereits private Farbfilme drehte. Die wesentliche Verbreitung begann jedoch erst in der Nachkriegszeit.
Der erste deutsche Nachkriegs-Farbfilm war Schwarzwaldmädel.
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