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Fangschrecken
Mantodea.jpg
: Häutungstiere (Ecdysozoa)
: Gliederfüßer (Arthropoda)
: Sechsfüßer (Hexapoda)
: Insekten (Insecta)
: Fluginsekten (Pterygota)
: Fangschrecken
Wissenschaftlicher Name Mantodea Die Fangschrecken (Mantodea) sind eine Ordnung der Insekten und gehören zu den Fluginsekten (Pterygota). Von den bekannten 2300 Arten lebt in Mitteleuropa nur eine Art, die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa), alle anderen findet man in den Tropen und Subtropen. Im europäischen Mittelmeerraum kommen neben Mantis religiosa mehrere Arten der Gattungen Iris, Ameles, Rivetina, Apteromantis, Geomantis, Perlamantis und Empusa vor. Die Körperlänge der meisten Tiere beträgt zwischen 40 und 80 mm. Die kleinsten Gottesanbeterinnen sind die ursprünglichen Vertreter der Gattung Mantoida aus Südamerika, von denen die kleinste Art Mantoida tenuis nur etwa 12 mm misst. Die größten Arten finden sich z. B. in der Gattung Toxodera mit fast 160 mm. Die meisten Fangschrecken sind tagaktive Lauerjäger, das heißt, sie verharren stundenlang unbeweglich, bis sich ihnen ein Opfer nähert, welches sie dann mit ihren Greifarmen packen. Andere Arten, z. B. Eremiaphila und Heteronutarsus, die in den Wüsten und Halbwüsten des nördlichen Afrika bis nach Indien vorkommen, laufen sehr schnell und viel herum, um ihre Beute zu verfolgen. Neben Insekten und Spinnen können auch Skorpione und kleine Wirbeltiere gefangen werden.

Die Fangschrecken sind anatomisch gesehen mit den Schaben und Termiten verwandt. Zusammen bilden sie die Verwandtschaftsgruppe der Dictyoptera. Gottesanbeterinnen verfügen über eine - insbesondere in Verbindung mit ihrer oft langanhaltenden Reglosigkeit - sehr gute Tarnung.

Das für Insekten ungewöhnliche Erscheinungsbild verdanken die Fangschrecken neben der Umwandlung des ersten Beinpaares zu Fangbeinen vor allem einer Verlängerung des ersten Brustsegmentes (Prothorax), welches den Radius der Fangbeine stark erweitert. Der dreieckige Kopf der Tiere ist über den Hals (Cervix) mit dem Prothorax verbunden. Anders als bei fast allen anderen Insekten läßt sich der Kopf der Gottesanbeterinnen frei drehen. Diese Umgestaltung des Thorax mit der freien Drehbarkeit des Kopfes findet sich ansonsten nur bei den Kamelhalsfliegen und bei den zu den Netzflüglern gehörenden Fanghaften. Die großen Komplexaugen der Tiere liegen weit auseinander und ermöglichen so ein stereoskopisches Sehen. Ein weiteres Sinnesorgan bildet das unpaare Gehörorgan zwischen den Hinterhüften mancher Arten. Mit diesem können Töne im Bereich von 25 bis 45 kHz gehört werden.

Die Fangbeine der Fangschrecken werden aus der Tibia (Unterschenkel) und dem Femur (Oberschenkel) gebildet. Die Tibia trägt viele Dornen und eine große Endklaue. Sie kann gegen das dornenbewehrte Femur wie ein Taschenmesser eingeklappt werden. Die Hüftglieder (Coxae) sind ebenfalls verlängert und frei beweglich. Mit diesen Fangbeinen kann die Fangschrecke innerhalb von 0,1 Sekunden zuschlagen, um ein Opfer zu fangen. Viele Arten können mit diesem präzisen Fangapparat sogar Fliegen aus der Luft fangen! In Lauerstellung werden die Fangbeine erhoben und an den Körper angelegt gehalten, daher bekamen die Tiere auch den Namen Gottesanbeterinnen.

Die Fangschrecke haben ein ausgedehntes Balzverhalten, das vor allem dazu dient, dass sich das Männchen dem größeren Weibchen gefahrlos nähern kann. Trotzdem kann es vorkommen, dass das Männchen vor oder während der Begattung vom Weibchen verspeist wird (Kannibalismus). Die Eier werden in große Eierballen (Ootheken) abgelegt. Einige Arten vermehren sich durch Parthenogenese.

Bild:Mz00060-gottesanbeterin_wiki.jpg|Europäische Gottesanbeterin Bild:Eine Gottesanbeterin.jpg|Gottesanbeterin (Indien) Bild:Fangheuschrecke-Mallorca-04.JPG Bild:Mantis religiosa Larve.JPG|Flügelloses Larvenstadium

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