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Die Familie Wallenberg ist eine der wohlhabendsten und einflussreichsten schwedischen Familiendynastien. Seit der Gründung der Stockholms Enskilda Bank durch André Oscar Wallenberg, aus der die noch heute existierende Großbank SE-Banken hervorging, ist die Familie im Bankgewerbe tätig.

Anteile in der Industrie


Ihre Bekanntheit und Bedeutung verdankt die Familie jedoch ihren Besitzanteilen an schwedischen Industrieunternehmen. Diese Anteile bestehen zumeist nicht in Form direkten Aktienbesitzes, sondern als Mehrheitsbeteiligungen an Investmentgesellschaften wie der Investor AB, die ihrerseits größte Einzelaktionäre der Unternehmen sind. Aufgrund dieser Praxis ist es der Familie Wallenberg seit Generationen möglich, Aufsichtsratsposten von Unternehmen in einem Maße zu besetzen, der weit über den proportionalen Anteil ihres tatsächlichen Besitzes hinaus geht. Unterstützt wird diese Praxis durch eine schwedische Gesetzgebung, die es ermöglicht, durch Überkreuzbeteiligungen von Unternehmen, Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechten sowie über personelle Verflechtungen mit geringen Besitzanteilen eine dominante Kontrolle über Unternehmen auszuüben. Diese Praxis wird auch von anderen schwedischen Familien genutzt, jedoch ist die Wallenberg-Familie bei weitem der größte zusammenhängende Kapitaleigner.

Nach Schätzungen werden ca. 40 Prozent der Marktkapitalisierung der schwedischen Industrie durch die Wallenbergs kontrolliert. Dies bedeutet eine in Europa beispiellose Machtkonzentration, die u. a. dazu führt, dass die Familie durch Abstimmung der von ihr kontrollierten Unternehmen zu einem wichtigen Akteur nationaler Industriepolitik wurde. Stabilisiert wird das Kontrollsystem der Wallenbergs seit Jahrzehnten auch durch die Unterstützung von Arbeitnehmern und der (zumeist regierenden) schwedischen Sozialdemokratie, da die Unternehmenspolitik der Familie im Gegensatz zu liberalisierteren Märkten eher auf langfristige und wachstumsorientierte Entwicklungen sowie stabile Arbeitsbeziehungen ausgerichtet ist.

Damit bildet das industrielle Imperium der Wallenbergs einen festen Bestandteil des "schwedischen Modells" kooperativer industrieller Beziehungen. Einen weiteren besonderen Vorteil bildet laut Analysten das weltweite Informationssystem der Familie aus Experten und ehemaligen hochrangigen Mitarbeitern.

Die Unternehmen im Einflussbereich der Wallenbergs sind in überdurchschnittlichem Maße internationalisiert. Man kann behaupten, dass diese lange Tradition internationalen Wachstums und technologischer Verflechtung wesentlich zur Entwicklung Schwedens von einem armen Agrarstaat zu einem hochentwickelten Industriestaat beigetragen hat.

Unternehmen


Zu diesen Unternehmen zählen unter anderem: Astra Zeneca, ABB, Atlas Copco, Contex, Ericsson, Electrolux, IBX, Scania, SEB.

In Deutschland bestehen über die Investmenttochter EQT Beteiligungen an: Carl Zeiss, Leybold Optics, MTU Friedrichshafen und Symrise.

Berühmte Familienangehörige


Siehe auch


Weblinks


  • http://wallenberg.org/arkiv/
  • http://wikitree.org/index.php?title=Raoul_Wallenberg

Unternehmerfamilie | Schwede

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