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Die Falklandinseln bestehen aus etwa 200 Inseln, deren wichtigste West Falkland (arg.: Gran Malvina) und East Falkland (arg.: Soledad) mit je etwa 6.000 km² sind (140 x ca. 50 km). Die nördlichen Teile der beiden Hauptinseln sind von Hügelketten überzogen. Sie verlaufen in West-Ost-Richtung und erreichen im Mount Usborne (arg.: Cerro Alberdi) auf Ostfalkland 708 m Höhe. Der zweithöchste Berg heißt Mount Adam (arg.: Monte Independencia) und befindet sich auf Westfalkland.
Zwischen Ost- und Westfalkland verläuft der breite Falklandsund (arg.: Estrecho de San Carlos), an dem Port Howard (arg.: Puerto Mitre) liegt. Auch die Ostinsel selbst wird von einem langen Fjord (bei Darwin) beinahe in zwei Hälften geteilt; an ihrer zum Atlantik blickenden Ostküste liegt die Haupt"stadt" Stanley (arg.: Puerto Argentino) mit ca. 2.000 Einwohnern. Von den übrigen 200 Inseln sind nur etwa fünf größer als 10 km².
Weitere Inseln:
siehe auch: Falklandinseln: Geographische Namen)
Das Klima ist kalt, windig und regenreich. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei nur 5 °C.
Verglichen mit London oder Köln, die auf derselben (nördlichen) Breite liegen, ist das ein Unterschied von fast 5 Grad. Dies hängt vor allem mit der Landverteilung Nord-Süd und der Ekliptik (Perihel im Nordwinter) zusammen.
Das subantarktische Klima erlaubt nur das Wachstum von kleinen, max. 5 m hohen Zwergbirken. Die Inseln sind überzogen von Gräsern der Gattungen Cortaderia und Parodiochloa sowie von Zwergsträuchern aus der Gattung der Krähenbeeren (Empetrum).
Es gab auf den Falklandinseln nur ein heimisches Landsäugetier, den Falklandfuchs, der im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet wurde. Daneben gibt es 63 heimische Vogelarten, darunter Albatrosse, Versicolorenten, Geierfalken und den endemischen Falklandpieper. An den Küsten brüten gewaltige Pinguinkolonien, die mehrere Millionen Individuen umfassen. Außerdem findet man an den Küsten Kolonien von Seelöwen und See-Elefanten.
Heute gibt es auf den Inseln neben den allgegenwärtigen Schafen zahlreiche eingeschleppte Tiere, so Ratten, Mäuse, Kaninchen und Katzen.
Zwei Drittel der Einwohner (ohne das in Mount Peasant konzentrierte Militär) wohnen im Hauptort, Port Stanley. Die übrigen Ansiedlungen sind also recht klein, verteilen sich über eine große Fläche und bestehen oft aus Einzelhöfen.
Hauptartikel: Geschichte der Falklandinseln
Vor der Ankunft europäischer Siedler waren die Falklandinseln unbewohnt – vor allem wegen ihres rauen Klimas. Sie wurden 1592 vom englischen Seefahrer John Davis entdeckt, der sie jedoch nur sichtete. Er hatte sich von Puerto Deseado aus auf die Suche nach den anderen drei Schiffen unter dem Kommando von Thomas Cavendish gemacht, war jedoch in einen Sturm geraten, der ihn nach Falkland führte. Es dauerte weitere 98 Jahre, bis die Inseln erstmals 1690 von John Strong betreten wurden. Er gab ihnen zu Ehren des britischen Offiziers und Politikers Viscount Falkland den Namen Falkland-Inseln.
Die ersten Siedlungen wurden 1764 unter französischer Herrschaft von Louis Antoine de Bougainville gegründet. Der argentinische Name Islas Malvinas rührt wahrscheinlich daher, dass es sich um französische Siedler aus St. Malo gehandelt hat. Die Kolonie wurde jedoch schon 1766 an Spanien übergeben. Seither sind die Inseln Gegenstand von Territorialstreitigkeiten, anfangs zwischen England und Spanien, danach bis heute zwischen Großbritannien und Argentinien.
Das Vereinigte Königreich behauptete seine Ansprüche, indem es 1833 einen Flottenstützpunkt auf der Insel errichtete. 1837 wurde eine Kolonialverwaltung eingerichtet.
Im Ersten Weltkrieg fand zwischen deutschen Kreuzern und einem überlegenen britischen Flottenverband das Seegefecht bei den Falklandinseln statt. Das deutsche Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee wollte in den Atlantik in Richtung Deutschland durchbrechen und wurde am 8. Dezember 1914 von den Briten unter Vizeadmiral Sir Frederik D. Sturdee vernichtet.
Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus: Großbritannien reagierte sieben Wochen später mit der Landung von Truppen. Nach kurzen, aber blutigen Kämpfen konnten die britischen Truppen Argentinien am 14. Juni 1982 zur Aufgabe bewegen. Die britische Marine erlitt höhere Verluste als erwartet, da die großteils aus Leichtmetall gefertigten modernen Schiffe durch Raketeneinschläge anfingen, selbstständig in großem Ausmaß zu brennen.
Insgesamt kostete der Falkland-Krieg mehr als 1.000 Menschen das Leben. Seitdem ist eine größere Zahl von Soldaten auf den Inseln stationiert (2002 noch etwa 1.700 Mann). Im letzten Jahrzehnt hat sich der latente Konflikt etwas entspannt. Im Jahr 2004 sorgten jedoch Äußerungen argentinischer Regierungspolitiker bezüglich einer Rückgabe der Inseln in London für Beunruhigung.
Siehe auch: Liste der Gouverneure der Falklandinseln
Der Inlandverkehr wird von der Falkland Island Gouvernment Airlines System (FIGAS) gewährleistet, die Ihre Flugpläne täglich auf Vorbestellung nach Bedarf zusammenstellt. Die Flugpläne werden am Vorabend per Radio bekannt gegeben. Der Inlandverkehr nutzt den Flugplatz von Port Stanley als Ausgangsbasis. Bei den über die Inseln verstreuten Siedlungen bestehen Landeplätze, oft nur Rasenstreifen oder ein geeigneter Strand.
Schiffsverkehr zwischen den Inseln besteht nur für den Warentransport.
Die einzige ausgebaute Straße außerhalb der Ortschaften besteht zwischen Port Stanley und dem Militärstützpunkt Mount Pleasant (ca. 50 km).
Im Hafenbereich von Port Stanley gab es eine Eisenbahn zum Gütertransport, die aber schon seit Jahrzehnten still gelegt ist.
Ein Mobilfunk-Netz gibt es (2003) noch nicht, jedoch ist Sprechfunk verbreitet.
Außer der Schafzucht hat noch die Fischerei gewisse Bedeutung sowie die Erzeugung von Häuten, Talg, Fischbein und Walöl. Ein weiteres wirtschaftliches Standbein ist die Vergabe von Fischfanglizenzen an ausländische Unternehmen. Dies führt ab und zu zu Konflikten mit dem Nachbarland Argentinien, das die Inseln beansprucht und in diesem Fall den Standpunkt vertritt, die exzessive Fischerei in dieser Region führe zu ökologischen Schäden auch im argentinischen Teil des Südatlantiks. Die Entdeckung von großen Ölfeldern vor den Inseln führte in den späten 1990ern zu erneuten politischen Spannungen zwischen Großbritannien und Argentinien. Inzwischen werden diese Felder gemeinsam genutzt, wobei die britischen Konzerne BP und Shell hierbei etwa 80 % ausmachen. Die Inseln selber profitieren ebenfalls von dieser jüngsten Entwicklung.
Im Hafen von Port Stanley gibt es einen Lehrpfad entlang einer Reihe von Schiffsfracks, die dort z.T. seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen.
Nationalfeiertag: Befreiungstag, 14. Juni
Infolge des Falklandkrieges, an dessen Anfang die wenigen britischen Soldaten auf den Inseln den argentinischen Truppen chancenlos unterlegen waren, wurde die Präsenz der britischen Streitkräfte deutlich verstärkt. Im Jahr 2005 waren noch etwa 1 700 Soldaten aller drei Waffengattungen auf den Inseln stationiert. Der zentrale Stützpunt ist Mount Pleasant. Die British Army hat dort Infanterie-, Pionier- und Kommandoeinheiten stationiert. Neben der Überwachung der Inseln sind diese vorrangig für das Räumen von Minen und Munition aus Zeiten des Falklandkrieges zuständig, die noch heute Teile der Inseln zu Sperrgebieten machen.
Die Royal Air Force hat in Mount Pleasant ein Vickers VC10 Tankflugzeug, vier Tornado F3 Abfangjäger, ein Hercules Transportflugzeug, sowie mehrere Transport- und SAR-Hubschrauber stationiert. Der Stützpunkt dient zudem der zivilen Versorgung der Inseln im Überseeverkehr.
Mount Pleasant wird zudem von der Royal Navy genutzt, die dort eine Corvette der Castle-Klasse sowie einen Lenkwaffenzerstörer oder eine Fregatte stationiert hat. Zudem patrouillieren regelmäßig britische Atom-U-Boote im Südatlantik, deren Fahrten allerdings geheim gehalten werden. In Notfällen kann zudem das Antarktispatrouillienschiff HMS Endurance hinzugezogen werden. In Mount Pleasant ist außerdem eine Abordnung der Royal Marines stationiert. Die britischen Streitkräfte können zudem im Ernstfall von der Falkland Islands Defence Force unterstützt werden. Diese setzt sich aus Bewohnern der Inseln zusammen und ist im Stil einer militärischen Reserveeinheit organisiert.
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