Unter einem Fake Book versteht man ein Heft, welches die Akkordfolgen (chord progressions) der populärsten Songs und Jazz-Stücke enthält. "Fake Books" sind für einen Jazzmusiker ein Behelf, rasch einen ihm unvertrauten Jazzstandard zu erlernen, um in einer Jazzband oder Jam Sessions mitzuspielen oder sich auf diesem Weg ein repräsentatives Songrepertoire anzulegen.
Der Begriff "Fake Book" leitet sich ab vom englischen Wort "to fake", was soviel wie "vortäuschen" oder "fälschen" bedeutet. Kompositionen sind urheberrechtlich geschützt, das Kopieren von Noten ist ohne Entrichtung einer Urheberrechts-Gebühr (copy right royalty) verboten. Die "Fake Books'" sind also illegal und werden unter Musikern "unter der Hand" verteilt. Daher der Name "Fake Book" - "Pseudo-Buch" oder "Fälschungs-Buch".
Im Handel erhältlich sind solche Songsammlungen heute meist unter der Bezeichnung Realbook. Das ursprüngliche "The Real Book" war noch handgeschrieben und enthielt noch viele Fehler. Die Fotokopien dieses Werkes war inhaltlich nicht von den Urhebern der Werke legalisiert und stellte praktisch eine Raubkopie dar. (Nur reine handgeschriebene Kopien sind legal).
Der Nachfolger, das "The New Realbook" hingegen enthält weniger Fehler und ist auch inhaltlich modernisiert, außerdem ist es weitgehend von den Musikverlagen autorisiert.
In der Geschichte des Jazz gab es ursprünglich keine Notensammlungen dieser Art. Auf den historischen Jam-Sessions der 30er bis 50er Jahre wurden Jazz-Standards immer nur nach Gehör gelernt und dann auswendig gespielt: die Noten waren im Kopf, nicht der Kopf in den Noten.
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"Fake Books".
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