Der Fahrradsattel hat die Aufgabe, dem Fahrradfahrer Halt zu geben, der auf dem Fahrradsattel des Fahrrades sitzt.
Einige Jahrzehnte lang fuhren fast alle Profis das Modell 'Professional' der englischen Firma Brooks.
Durch das Sitzen auf dem Sattel werden Nerven und Blutgefäße in der Dammregion abgedrückt. Bei Männern führt dies häufig zu Impotenz (laut einer 2005 im Journal of Sexual Medicine veröffentlichten Studie entwickeln 5 bis 10 Prozent aller ambitionierten Hobbyradfahrer schwere bis mäßige Erektionsstörungen, die sich nicht mehr zurückbilden). Auch viele Ergonomiesättel schützen davor nicht. Mediziner raten zu runden Sätteln ohne den üblichen vorspringenden vorderen Teil ("noseless"), diese haben jedoch nie größere Verbreitung gefunden, da man keinen Seitenhalt hat und die Kontrolle über das Fahrrad bei Kurvenfahrt verliert.
fahrradsattel-sq-lab-602-ergolux.jpg Die deutsche Firma SQ-lab hat die Idee "noseless" aufgenommen und daraus mit Hilfe von Urologen ein Stufensattelkonzept entwickelt, das die Vorteile der "nasenlosen" Idee, die Entlastung der Dammregion, verwirklicht aber deren Nachteile ausschließt. Das bereits 2003 vorgestellte Konzept räumte in den letzten Jahren etliche Testsiege ab. Das Körpergewicht verteilt sich hier zu 80% auf die Sitzknochen und nur zu unbedenklichen 20% auf den Dammbereich anstatt umgekehrt wie bei herkömmlichen Sätteln. Der Radfahrer sitzt mit seinen Sitzknochen auf dem hinteren Teil des Sattels, durch die Absenkung der Sattelnase ist der Dammbereich praktisch voll entlastet.
Mit Gel gefüllte Sättel werden oft als angenehm empfunden, den Sitzkomfort eines Ledersattels erreicht man aber nicht, weil sich das Naturprodukt Leder dem Körper anpaßt. Um dies zu erreichen, werden fabrikneue Ledersättel dick mit Sattelfett eingestrichen und vorsichtig gebacken (max. 60°C). Nach ca. 1000 km Fahrt hat sich der Sattel dem Körper angepasst. Traditionshersteller und quasi Monopolist der Herstellung von Kernledersatteln ist die Firma Brooks.
Ein Ledersattel sollte nicht dem Regen ausgesetzt werden; das Sattelfett, welches zweimal pro Jahr von unten aufgetragen werden sollte, verhindert ein Durchnässen nur bedingt. Wer viel im Regen und ohne Schutzbleche fährt, fettet den Sattel auch leicht von oben ein. Mittels eines speziellen Schlüssels kann man die Vorspannung des Sattelleders einstellen. Deshalb wird ein Ledersattel im Laufe der Zeit immer länger.
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