Die Fahrradbereifung hat wesentlichen Einfluss auf den Leichtlauf des Fahrrades. Faltreifen.jpg | Felgenband.jpg]]
Es haben sich in Europa vor allem zwei gängige Möglichkeiten der Größenangabe durchgesetzt:
Die Größe der Reifen wird entsprechend der Europäischen Norm (ETRTO) angegeben. Dabei bedeutet das Maß 47 – 622, dass die Breite des Reifens im aufgepumpten Zustand etwa 47 mm betragen sollte, der Durchmesser der Felge ist 622 mm. Diese Reifenbezeichnung ist unter Fachleuten schon lange üblich, setzt sich aber im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durch. Auch können nicht alle alten Bezeichnungen sinnvoll in neue umgewandelt werden.
Seit Jahren wird gefordert, dass bei neuen Reifen die Maßangabe auf ca. 1 mm einzuhalten sei. Leider sind Abweichungen bis zu 5 mm immer noch üblich. Sogenannte französische Felgen der Größe 700 × 42B (28 × 1 3/8 × 1 1/2) können nur mit diesen Reifen bestückt werden, metrische Reifen passen nicht.
| Ältere Bezeichnung Reifenaußenkante Ø × Breite (× Höhe) (Zoll) | Anderer Name | Neuere Bezeichnung Reifenaußenkante Ø × Breite (mm) | DIN-NORM ETRTO Felgenaußenkante Breite – Ø (mm) |
|---|---|---|---|
| 10 × 2 | Krankenfahrstuhl | 54 – 152 | |
| 12 1/2 × 2 1/4 | Kinderwagen, Kinderfahrrad | 62 – 203 | |
| 14 | Bickerton | 350 A | 37 – 288/298 |
| 14 × 1 5/8 | 350 A | 37 – 288 | |
| 14 × 1 3/8 | 350 A | 44 – 288 | |
| 16 × 1 1/4 | 62 – 305 | ||
| 16 × 1,75/2 | 47 – 305 | ||
| 16 × 2,125 | 57 – 305 Cross | ||
| 16 × 1 5/8 | franz. Kinderräder | 400 A | 44 – 330 |
| 16 × 1 3/8 | franz. Kinderräder | 400 A | 37 – 340 |
| 18 × 1 1/4 | 450 A | 37 – 340 | |
| 18 × 1 3/8 | holländische Reifen | 37 – 340 | |
| 18 × 1 3/8 × 11/8 | 37 – 349 | ||
| 18 × 1,5 | Birdy | 40 – 355 | |
| 18 × 1,75/2 | Klapprad | 47 – 355 | |
| 20 × 1 1/4 | italienische Kinderräder | 500 × 32A | 37 – 390 |
| 20 × 1,75/2 | 47 – 406 | ||
| 20 × 2,25 | 62 – 406 | ||
| 22 × 1 1/4 | französische Kinderräder | 28/37 – 440 | |
| 22 × 13/8 | italienische Kinderräder | 550 A | 37 – 489/490/501 |
| 24 × 1,75..1,85 | Kinder- MTB | 44 – 507 | |
| 24 × 1 1/4 × 1 3/8 | 600 × 32 A | 32 – 540 | |
| 24 × 1 3/8 | 600 × 35 A | 37 – 540/541 | |
| 24 × 1 1/2 × 13/8 | 600 × 38 A | 40 – 540 | |
| 24 × 2,125 | 57 – 507 | ||
| 26 × 1 3/8 | 26er Tourenrad | 37 – 559 | |
| 26 × 1,75 (x 2) | 26er Tourenrad | 47 – 559 | |
| 26 × 1,85 × 2,125 | 54 – 559 | ||
| 26 × 2,125 | Tourenrad oder Fahrradhänger | 49..55 – 559 | |
| 26 × 1 | 20..23 – 571 | ||
| 26 × 1,2 | |||
| 26 × 1 1/2 | 650 B | 40 – 584 | |
| 26 × 1 5/8 × 11/2 | 650 BSC, 650 × 45B | 44 – 584 | |
| 650 × 28 A | 28 – 590 | ||
| 26 × 1 3/8 | 37 – 590 | ||
| 26 × 3/8 | 20 – 559 | ||
| 26 × 1 | 25 – 559 | ||
| 26 × 1,50 | 40 – 559 | ||
| 26 × 1,25 × 1,75 | 47 – 559 | ||
| 26 × 1,75 × 11/2 | 600 × 45 B | 47 – 584 | |
| 26 × 1,85 | 50 – 559 | ||
| 26 × 1,95 | 54 – 559 | ||
| 26 × 2,1 | 54 – 559 | ||
| 26 × 2,125 | 57 – 559 | ||
| 26 × 2,2 | 57 – 559 | ||
| 28 × 1 1/4 × 1 3/4 | 32 – 622 | ||
| 28 × 1 3/8 × 1 5/8 | 35..40 – 622 | ||
| 28 × 1,6 | 700 × 40 C | 42 – 622 | |
| Drahtreifen Straße | 700 × 18..28 C | 18..28 – 622 | |
| 28 × 1 5/8 × 11/8 | Sport sehr schmal | 700 × 28 C | 28 – 622 |
| 28 × 1 5/8 × 13/8 | Sportrad | 700 × 35 C | 37 – 622 |
| 28 × 1 1/4 × 13/4 | Sport schmal | 700 × 42 C | 32 – 622 |
| 28 × 1 3/8 × 15/8 | Sportrad | 700 × 35 C | 37 – 622 |
| 28 × 1,5 | Wulstreifen | 700 × 38 B | 40 – 635 |
| 28 × 1 5/8 × 11/2 | seltene franz. Tourenräder | 700 × 42 B | 44 – 635 |
| 28 × 1,75 | Tourenrad | 700 × 38 C | 47 – 622 |
| 28 × 1,9 | Tourenrad | 50 – 622 | |
| 28 × 2,125 | Ballonreifen | 55 – 622 | |
| 28 × 2,35 | 60 – 622 | ||
| 27 × 1 1/4 | Rennsport (England) | 28..32 – 630 | |
| 27″ | 16..32 – 632 |
Die Mantelmischung soll verschiedene Eigenschaften erfüllen, die zum Teil gegenläufig sind: geringer Rollwiderstand, hohe Haftung, geringer Abrieb, lange Haltbarkeit, stabile Stollen.
Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei stets auf dem Zielkonflikt zwischen geringem Rollwiderstand und guter Nasshaftung. Gute Haftung bedeutet, dass der Reifen viel Energie aufnehmen soll, während für einen geringen Rollwiderstand notwendig ist, dass die Gummimischung möglichst wenig Energie verbraucht. Ein guter Kompromiss wird z. B. durch den Füllstoff Silica erreicht. Eine andere Möglichkeit liegt darin, an einem Reifen mehrere Gummimischungen einzusetzen (Dual-Compound-Technologie).
Früher wurde der Mantel innen mit Talkum (einem fein gemahlenen, natürlichen, kristallwasserhaltigen Magnesiumsilikat) bestreut, um ein Verkleben von Mantel und Schlauch zu verhindern. Heutzutage sind die Schläuche bereits ab Werk mit einer dünnen Talkum-Schicht ausgestattet. Nach dem Flicken eines Schlauches sollte man daher die Talkum-Schicht rund um die Flickstelle erneuern.
Auf jedem guten Reifenmantel befindet sich die Angabe, mit wieviel Druck der Reifen gefahren werden soll. Durch den größeren Rollwiderstand erschweren unzureichend aufgepumpte Reifen das Fahren unnötig. Ferner verschlechtert sich durch zu geringen Luftdruck das Fahrverhalten des Rades. Ein zu niedriger Luftdruck kann die Langlebigkeit eines Mantel stark verkürzen. In Kurven tritt das sogenannte „Schwimmen“ auf, und Fahrbahnunebenheiten können den Fahrradmantel gegen die Felge quetschen, was zu Beschädigungen führen kann.
Der richtige Luftdruck hängt sowohl vom Körpergewicht als auch vom Reifentyp ab. Bei höherem Gewicht sollte auch der Luftdruck höher sein. Der optimale Luftdruck bei Mountainbikes und Tourenräder liegt in der Regel zwischen 3,5 und 5 bar – bei Ballonreifen zwischen 2 und 3,5 bar. Schlauchreifen werden mit etwa 7 bar gefahren, beim Bahnrad zwischen 8 und 12 bar, bei Rekordfahrten auch darüber. Drahtreifen können mit maximal 8 bar gefahren werden.
Selbst der hochwertigste Schlauch verliert langfristig Luft. Je nach Nutzung, mindestens jedoch einmal im Monat, sollte der Reifendruck kontrolliert und ggf. nachgepumpt werden.
Schmale Reifen vertragen einen deutlich höheren Druck als breite Reifen. Wenn man vom besseren Rollverhalten breiterer Reifen spricht, bezieht sich das vor allem auf verschieden breite Reifen, die mit dem gleichen Druck gefahren werden (können), etwa ein 20 mm breiter und ein 25 mm breiter Rennradreifen. Letzterer fährt sich bei beispielsweise 6 bis 7 bar Druck recht komfortabel und rollt geschmeidig ab, während der schmalere Reifen unter 6 bar zum Durchschlagen neigen kann. Ob und wie breite Reifen leichter rollen, hat die Sporthochschule Köln untersucht.
Der Einfluß der Reifenbreite auf den Rollwiderstand wird vielfach ebenso überschätzt wie der Radius. So haben sich bspw. die Versuche von Francesco Moser, bei seinen Stundenweltrekordversuchen den Rollwiderstand durch extrem große Radradien und schmale Reifen zu verringern, bei genaueren Kontrollrechnungen als irrig erwiesen. Statt dessen galten eine zeitlang unter Praktikern gut gefertigte, breitere Reifen wie das DDR-Produkt Kowalit als die bessere Lösung: Mit höherem Druck aufgepumpt (bis 10 bar) erzielten sie wegen der oben erwähnten Zusammenhänge einen hohen Fahrkomfort, aber gleichzeitig eine geringe Walkung. Die Walkung ist aber hauptsächlich für die Erhöhung des Rollwiderstandes ursächlich, so daß hier die breitere Auflagefläche durch eine verringerte Reibung kompensiert werden konnte.
Reifen mit der Typenbezeichnung SK (Skin = Haut) steht für leichte, dünne Seitenwände, die den Rollwiderstand und das Gewicht reduzieren und darum besonders leicht laufen.
Damit die Skinwall-Reifen pannensicher sind, besteht die Karkasse, d. h. der Reifenkörper, aus einem verstärkten, eng gesetzten Gewebe von Baumwoll-, Kevlar- oder sonstigen Fäden. Die Karkassendichte wird in Fäden pro Inch (TPI) gemessen. Bei einfachen Reifen sind dies oft 24 TPI, bei höherwertigen Reifen zwischen 50 und 67 TPI.
Einem eher aufrecht sitzenden Fahrer vermittelt ein breiter (und damit auch höherer) Reifen ein sicheres Fahrgefühl. Bei sportlicher Sitzweise vermittelt ein dickerer Reifen ein schwammiges Fahrgefühl.
Ballonreifen gibt es für fast alle wichtigen Alltags- und Freizeitfahrräder, so als Citybike, Trekkingrad, Kinderrad oder Faltrad. Mit 50 oder sogar 60 Millimeter sind diese ungewöhnlich breit und übernehmen mit ihrem mehr als doppelt so großen Luftvolumen die Aufgabe der Federung. Ballonreifen federn besonders gut kurze Erschütterungen und lästige Vibrationen wie zum Beispiel durch Kopfsteinpflaster ab. Die Belastungen verringern sich am Lenker um 36 Prozent und an der Wirbelsäule um 25 Prozent gegenüber einem ungefederten Standardrad. Das ergab ein Test der Deutschen Sporthochschule Köln. Zusätzlich punkten Balloonbikes bei der Sicherheit. Denn wegen ihrer stabilen Bodenhaftung und Spurtreue sind sie äußerst zuverlässig und entspannt zu fahren.
Durch die breite Auflagefläche von Ballonreifen verringert sich zudem der Rollwiderstand, da sich die selbe Fläche auf eine größere Breite und daher auch auf eine kleinere Länge verteilt. Die Rollreibung jedes Reifens entsteht durch Walkarbeit, die umso größer ist, je mehr sie in Längsrichtung wirkt. Dem beugt ein Breitreifen vor. Der Nachteil des Breitreifens ist sein erhöhter Luftwiderstand ("Segelfläche"). Diese Segelfläche bremst bei höheren Geschwindigkeiten überproportional, weshalb Breitreifen nicht für Rennen verwendet werden.
Marktführer und Erfinder dieser Technologie ist der deutsche Hersteller Schwalbe. Schwalbes Marathon Plus und Stelvio Smart Guard sind mit einem Pannen-Schutzgürtel aus hochelastischem Spezialkautschuk ausgestattet. Beim Marathon Plus bringt der fünf Millimeter dicke Smart Guard zusammen mit der Reifendecke fast einen Zentimeter Material. Aufgrund seiner ungewöhnlich hohen Elastizität stößt er eindringende Fremdkörper sogar aktiv zurück. Eine Reißzwecke beispielsweise bleibt einfach im Gummi stecken und richtet keinen Schaden an. Man kann sie dann mit der bloßen Hand wieder herausziehen. Der Spezialkautschuk des Schutzgürtels ist so elastisch, dass er den Rollwiderstand mit Smart Guard nicht verändert. Während sämtliche marktüblichen Pannenschutzeinlagen den Rollwiderstand erhöhen, rollt der Marathon Plus mit Smart Guard genauso leicht wie Reifen ohne Schutzgürtel. Diese Technologie hat sich Schwalbe patentieren lassen.
Während bis in die 80er Jahre Reifen auch für Jahrzehnte haltbar waren, sind heutige Reifen meist nach acht Jahren zerstört, weil seitens der Industrie mehr Wert auf Komfort als auf Langlebigkeit gelegt wird.
Bei diesen Reflexstreifen wird das auftreffende Licht von winzigen, reflektierenden Glaskügelchen zur Lichtquelle zurückgeworfen. Durch die hohe Leuchtkraft und die runde Form sind die Reflexstreifen in jeder Situation zu erkennen. Bereits aus einer Entfernung von 150 m, weit früher als bei den herkömmlichen Speichenreflektoren, sind die Leuchtstreifen klar zu erkennen. Speichenreflektoren sind bei Reifen mit Reflektorstreifen laut StVZO nicht mehr erforderlich. Sogar alte und verschmutzte Reifen leuchten noch in der Dunkelheit.
Im Bild ist die linke Seite des Reifens und des Speichenreflektors gereinigt, die rechte Seite verschmutzt: Sowohl der Speichenreflektor als auch der Reflexstreifen leuchten jedoch hell auf.
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