Die Fahrdynamik ist ein Spezialgebiet der Dynamik, welches sich mit der Bewegung von Landfahrzeugen (Rad-, Ketten- und Schienenfahrzeugen) befasst.
Häufig ist die Betrachtung beschränkt auf einen Teilbereich wie
Die Ergebnisse solcher Betrachtung finden Eingang in die Auslegung des Antriebsstrangs (Motor, Getriebe, ...) und des Fahrwerks, insbesondere der Achskonstruktion, aber auch zunehmend in elektronischen Fahrerassistenz-Systemen wie Antiblockiersystem (ABS), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).
Hier werden z.B. verschiedene definierte Fahrmanöver wie
Während dieser Versuche werden meist eine Vielzahl verschiedener Größen gemessen, um hieraus Kenngrößen zur quantitativen Beschreibung des dynamischen Fahrzeugverhaltens abzuleiten. Manche Fahrzeugreaktionen sind jedoch gegenwärtig noch zuverlässiger subjektiv zu erfahren und zu beurteilen; es wird geforscht, mit welchen messbaren Größen diese Subjektivurteile am besten korrelieren.
In längerdauernden Versuchsfahrten werden dagegen Belastungskenngrößen gemessen, die z.B. verwendet werden, um das Lastkollektiv für das Gesamtfahrzeug oder einzelne Komponenten oder um den praxisrelevanten Verbrauch abhängig vom Streckenprofil, Beladungszustand, Fahrertyp, ... zu bestimmen.
Hier werden digitale Fahrzeugmodelle unterschiedlicher Komplexität, vom ebenen Einspurmodell eines Solofahrzeuges bis zu dreidimensionalen Modellen mehrgliedriger Lastzüge mit komplexer Achskinematik, Elastizitäten, Dämpfungen und aufwändigen Reifenmodellen in Simulationsprogrammen verwendet, um bestimmte Fahrmanöver virtuell durchzuführen, gegebenenfalls in Verbindung mit einem digitalen Fahrermodell.
Auch hier gibt es Simulationsrechungen längerdauernder Fahrten, um z.B. den Kraftstoffverbrauch oder die Umweltbelastung abhängig von der Auslegung des Antriebsstrangs (Motorisierung, Übersetzungen, Schaltpunkte) zu bestimmen.
Ein Vorteil dieser Methode ist die genaue Reproduzierbarkeit, wodurch sich unterschiedliche Ergebnisse eindeutig geänderten Berechnungsvorgaben zuordnen lassen. Hierfür ist es oft ausreichend, das Fahrzeug nur hinsichtlich der betrachteten Einflussgröße detailliert nachzubilden. Ein weiterer Nutzen ist die Erkenntnis komplexer Ursachen, Wirkungen und Zusammenhänge, was in der oft beschränkten Wahrnehmung / Messung der Realität schwerer möglich ist.
Manfred Mitschke, Henning Wallentowitz: Dynamik der Kraftfahrzeuge. Springer, Berlin. 1. Januar 2004, ISBN 3540420118
Forschungsinstitut UNI Stuttgart http://www.fkfs.de/fahrzeugtech/index.htm Fahrzeugtechnik Kraftfahrzeugtechnik
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