article

Fadenwürmer
Wuchereria bancrofti 1 DPDX.JPG
: Vielzeller (Metazoa)
: Gewebetiere (Eumetazoa)
: Bilateria
Stammgruppe: Urmünder (Protostomia)
: Häutungstiere (Ecdysozoa)
: Fadenwürmer
Wissenschaftlicher Name Nematoda Rudolphi, 1808 n Die Fadenwürmer (Nematoda) beziehungsweise eingedeutscht Nematoden sind einer der artenreichsten Stämme des Tierreichs. Bislang wurden mehr als 20.000 verschiedene Arten beschrieben.

Merkmale


Nematoden sind triploblastische Urmünder (Protostomia). Sie haben eine typisch wurmförmige Gestalt, sind lang und im Querschnitt rund. Eine Segmentierung fehlt. Die Körperhöhle ist ein enges Pseudocoel, wie auch bei vielen anderen kleineren Tierstämmen. Der Mund liegt vorne und wird häufig von Fortsätzen umgeben, die für die Nahrungsaufnahme und zum Tasten benutzt werden. Der Anus liegt kurz vor dem spitzen Hinterende. Die Epidermis sondert eine mehrlagige Cuticula ab, die die Nematoden vor Austrocknung oder anderen ungünstigen Umweltbedingungen schützt, bei parasitischen Arten auch vor den Verdauungssäften des Wirtes. Das Vorhandensein einer "steifen" Cuticula in Verbindung mit der Längsmuskulatur (Nematoden haben keine Ringmuskeln) lässt ihnen nur eine schlängelnde Fortbewegung zu.

Cuticula


Die Epidermis (Haut) eines Fadenwurmes ist im hohen Grade merkwürdig, sie besteht nicht aus Zellen wie andere Tiere, sondern aus einer Art Masse des Zellularen Materials der Kerne einfach ohne unterschiedliche Membranen. Das Fadenwurmhäutchen besteht aus insgesamt 4 Schichten: einer Faserschicht, einer Matixschicht, einer Kortikalen Schicht und zuletzt noch eine äussere Lipidschicht.

  • Die Lipidschicht besteht aus einem stabilisierenden Protein welches Keratin ähnlich ist.

  • Die innere Kortikalschicht wiederum besteht aus Kollagen.

  • Die Matrixschicht hat eine weniger definierte Struktur.

  • Die Faserschicht besteht, wie der Name schon sagt, aus diagonal miteinander in entgegengesetzter Richtung laufenden Fasern. Diese schicht trägt am meisten zur Festigkeit und Elastizität des Häutchens bei. Dieses Spezielle Häutchen ist eine Eigenschaft, die mit Gliederfüssern geteilt wird.

Muskeln


Fadenwürmer besitzen wie die Rundwürmer ausschliesslich Längsmuskeln die sich von Kopf bis Fuss erstrecken. Die Muskelzellen bestehen aus drei Teilen:

Dem Monocyton: ein nicht zusammenziehbarer Teil, der die Zellkerne, die Mitochondrien und den Golgi-Apperat enthält.

Einem Zusammenziehbaren Teil, der die Actin- und Myosinfasern enthält.

Dem Prozess. Ein nicht zusammenziehbarer Teil der Muskelzellen, der Verbindungen mit anderen Muskelzellen oder Nerven eingehen kann.

Der Fadenwurmmuskel liegt wie ein Schlauch unterhalb der Epidermis und wird somit als Hautmuskelschlauch bezeichnet. Zusammen mit der starken Cuticula, welches hydrostatisches Skelett genannt wird und dem hohen Innendruck der zwischen 70 und 210 Millimeter Quecksilbersäule liegt, ermöglichen dem Wurm eine art der Fortbewegung. Da der Fadenwurm nur Längsmuskeln besitzt, kann er seinen Körper nur von Seite zu Seite bewegen oder einen Teil in die Höhe strecken.

Nervensystem


Das Nervensystem der Fadenwürmer ist sehr einfach aufgebaut. Es ist in der Lage, einfache und verschiedene Reize wahrzunehmen und zu verarbeiten. Die Längsnerven sind direkt mit den Muskelzellen und dem Cytoplasma im Kontakt und erstrecken sich durch den ganzen Körper hindurch. Sehr interessant ist dabei die folgende Tatsache, dass anders als bei anderen Tieren, bei denen sich die Nervenbahnen/ Neuronen (Schaltzentrale der Nerven) zu den Muskeln ausbreiten, sich die Muskelzellen des Fadenwurms selbst zu den Nervenbahnen ausbreiten.

Nährstoff und Sauerstoffaufnahme


Der Kopf eines Fadenwurmes hat einige kleine Richtungsorgane (eine Art Augen) und eine grosse muskulöse Mundöffnung mit Pharinix (Rachen). Am Mund befinden sich oft kleine Fortsätze, die zur Nahrungsaufnahme oder zum Tasten benutzt werden. Dort wird die Nahrung hineingezogen und durch starke Muskeln zerquetscht. Die Nahrung gelangt dann von dort in einen einfachen langen Darmraum, wo die Nahrung bearbeitet bez. Verdaut wird. Ein weiteres interessantes Merkmal der Nematoden ist, dass sie kein Gefäßsystem besitzen, mit denen sie die Nahrungsbestandteile im Körper verteilen könnten. Stattdessen werden die Nährstoffe im Darmraum verarbeitet und dann von da aus direkt durch die Wände zu den Organen geleitet, wo sie gebraucht werden.

Die Sauerstoffaufnahme funktioniert ähnlich der Verdauung. Da die Nematoden keine Atmungsorgane besitzen, wird der Sauerstoff einfach durch die Haut aufgenommen und direkt ohne Umwege zu den Organen gebracht.

Lebensweise


Die Nematoden kommen fast überall vor, im Meer, Süßwasser und in terrestrischen Biotopen. Häufig sind mehr Nematoden nach Arten und Anzahlen vorhanden als alle anderen vielzelligen Tiere (Metazoa). Es gibt auch eine erhebliche Anzahl parasitischer Arten, sowohl in Pflanzen (siehe etwa Rübenälchen) als auch in Tieren einschließlich des Menschen. Dazu gehört zum Beispiel der Spulwurm (Ascaris lumbricoides), die Mikrofilarien Wuchereria bancrofti und Brugia malayi, die Wanderfilarie (Loa loa), der Madenwurm (Enterobius vermicularis) oder der Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis).

Die Nematoden häuten sich und werden daher sowie aufgrund von RNA-Untersuchungen innerhalb der Urmünder (Protostomia) zu den Häutungstieren (Ecdysozoa) gerechnet. Die meisten freilebenden Nematoden sind mikroskopisch klein und gehören zur Meiofauna. Lediglich Parasiten, wie der Pferdespulwurm können mehrere Meter lang werden. Die Nahrung ist unterschiedlich und reicht bei freilebenden Arten von Bakterien und Algen über Pilze, Aas und Fäkalien bis hin zu räuberisch erbeuteten Tieren.

Fortpflanzung


Die Fortpflanzung erfolgt sexuell oft mit zwei getrennten Geschlechtern. Die Männchen sind typischerweise kleiner als die Weibchen und haben oft einen charakteristisch gebogenen Schwanz. Allerdings sind auch selbstbefruchtende Hermaphroditen, wie zum Beispiel Caenorhabditis elegans keine Seltenheit. Bei freilebenden Arten erfolgt die Entwicklung meist direkt mit vier Häutungen im Verlauf des Wachstums. Parasiten haben oft einen recht komplizierten Zyklus mit Wirtswechseln oder Organwechseln im Wirt.

Die Infektion des Wirtes geschieht z.B. durch rohes Fleisch mit Larven (Trichinen) oder durch Aufnahme von Wurm-Eiern in Fäkalien (beispielsweise bei Hunden) oder fäkal verunreinigten Lebensmitteln (mit Wurmeiern) aufgrund mangelnder Hygiene (Düngung von Salat mit Kot, kein Händewaschen nach Stuhlgang), kann aber auch durch aktives Eindringen von (filariformen) Larven geschehen (Hakenwürmer, z.B. Ancylostoma duodenale oder Necator americanus).

Taxonomie


Die Nematoden wurden ursprünglich von Nathan Cobb im Jahr 1919 als Stamm Nemata eingeführt, später als Klasse Nematoda in einem nicht mehr gültigen Stamm Aschelminthes klassifiziert. Hier werden die Fadenwürmer als eigener Stamm geführt.

Menschen und Fadenwürmer


Die Art Caenorhabditis elegans ist aufgrund ihrer einfachen Haltung und der Zellkonstanz (Eutelie) zu einem beliebten "Haustier" der Genetiker geworden und fungiert als Modellorganismus. Der Nematode Pristionchus pacificus wurde als Satellitenorganismus zu Caenorhabditis elegans etabliert. Durch den Vergleich dieser beiden Arten kann erforscht werden, wie sich Entwicklungsprozesse - der Übergang vom Ei zum erwachsenen Organismus- im Laufe der Evolution verändern.

Siehe auch


_Nematoden-Skandal

Weblinks


}}

  • pacificus die WikiOnchus Seite des Max Planck Instituts für Entwicklungsbiologie

Fadenwürmer

Кръгли червеи | Llyngyren gron | Rundorme | Nematode | Fadenvermo | Nematoda | Sukkulamadot | Nematoda | Oblići | Nematodo | Nematoda | 線形動物 | 선형동물 | Nematoda | Apvaliosios kirmėlės | Cacing Gelang | Rondwormen | Nicienie | Nematoda | Hlístovce | Ваљкасти црви | Rundmaskar | Nematod | Круглі черви | 线虫动物门

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Fadenwürmer".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld