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Fahrgastinformations- und Managementsystem (FIMS) ist der Name eines rechnergestützten Betriebsleitsystems der Hamburger Hochbahn AG (HHA) zur dynamischen Fahrgastinformation im Betrieb ihrer Busse des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg.

Funktionsweise des Systems


Die Bordrechner in den mit FIMS ausgestatteten Bussen der HHA sind über ein Funk-LAN mit Zentralrechnern in den Betriebshöfen verbunden. Von dort erhalten sie Daten zur Fahrstrecke und zum Fahrplan. Mit Hilfe eines GPS-Empfängers im Fahrzeug kann der Bordrechner auch dessen tatsächlichen Standort bestimmen. Durch Vergleich der planmäßigen und der tatsächlichen Position ermittelt der Bordrechner, ob der Bus den Fahrplan einhält, oder ob er zu früh oder zu spät ist.

Diese Daten werden dem Fahrer zusammen mit dem verbleibenden Linienweg auf einem Display angezeigt. Den Fahrgästen im Bus werden die nächste Haltestelle und eventuelle Umsteigemöglichkeiten zu anderen Verkehrsmitteln automatisch über Leuchtanzeigen im Fahrgastraum angezeigt und aus einer digital gespeicherten Sprachaufzeichnung über Lautsprecher angesagt. Ob der Bus den Fahrplan einhält, erfahren die Fahrgäste nicht.

Der Bordrechner des Fahrzeugs überträgt dessen Standort und Fahrplanabweichung über Funk an die Busleitstelle. Diese berechnet daraus die zu erwartenden Abfahrtzeiten des Busses an den Haltestellen, die er noch anfahren soll. Sie übermittelt diese Zeiten über Funk an elektronische Anzeigetafeln, die an den Haltestellen aufgestellt sind.

Die Mitarbeiter der Leitstelle können die Position aller eingesetzten Busse auf Bildschirmen verfolgen. Bei Störungen kann die Leitstelle in das Betriebsgeschehen eingreifen (z. B. eine Umleitung einrichten) und die Fahrgäste darüber informieren. Sie kann auch Anschlussverbindungen überwachen und die Fahrer der betreffenden Busse anweisen, auf Fahrgäste aus U-Bahnen und anderen Buslinien zu warten.

Auch die Schaltung einiger Lichtzeichenanlagen in Hamburg kann durch FIMS beeinflusst werden. Nähert sich ein Bus einer solchen Ampel, meldet es der Bordrechner an ihren Steuerungsrechner; dieser kann das Lichtzeichen für den Bus auf Grün schalten. Davon unberührt bleibt die gängige Praxis unter Busfahrern, vor Abfahrt von einer Haltestelle die nächste Rotphase der dahinter liegenden Ampel abzuwarten.

Haltestellenansagen


In den Bussen werden den Fahrgästen die nächste Haltestelle und eventuelle Umsteigemöglichkeiten zu anderen Verkehrsmitteln automatisch aus digital gespeicherten Sprachdateien über Lautsprecher angesagt.

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gibt es die Ansagen einiger wichtiger Haltestellen zusätzlich auch in englischer Sprache.

Die meisten der Ansagetexte wurden von dem Berliner Ingo Ruff, einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG, gesprochen. Daneben gibt es noch weitere Sprecher, über deren Identität nichts bekannt ist. In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender SuperRTL ließ sich die HHA einige Haltestellen von Kindern ansagen. Die Kinderansagen ertönen seit März 2006; auch einige der englischen Ansagen werden von Kindern gemacht.

Anzeigetafeln an den Haltestellen


An den Haltestellen befinden sich elektronische Anzeigetafeln, welche die Linienbezeichnung, das Fahrziel und die jeweils geschätzte Zeit bis zur Abfahrt der nächsten Busse anzeigen (Beispiel rechts). Weil die meisten dieser Tafeln, die der Dynamischen Fahrgastinformation (abgekürzt: DFI) dienen, an Masten befestigt sind, werden sie auch pars pro toto als "DFI-Masten" bezeichnet.

Standorte

Solche DFI-Masten wurden bereits an den folgenden Haltestellen aufgestellt:
  • in Teilen der Innenstadt Hamburgs (z.B. in der Mönckebergstraße, am Rathausmarkt und am Gänsemarkt)
  • auf den Busanlagen U-Wandsbek Markt, Bf. Rahlstedt, S-Stellingen (Lederstraße), Hauptbahnhof/ZOB und Bf. Altona
  • an den Haltestellen U-Osterstraße und Böttgerstraße
  • an den meisten Haltestellen der Linie 6
  • südlich der Elbe an den Busanlagen S-Veddel, S-Wilhelmsburg und Bf. Harburg sowie den Haltestellen S-Harburg Rathaus, Eißendorfer Straße, Hölertwiete, Harburger Ring, Bf. Neugraben, Winsener Straße (Nord), Freudenthalweg, Vogelhüttendeich, Stübenplatz, Veringplatz und Kirchdorf (Süd).
Die Anzeigetafeln auf der Busanlage U-Wandsbek Markt wurden nachträglich mit digitaler Übertragungstechnik ausgestattet, um die tatsächlichen Abfahrtszeiten aller Linien anzeigen zu können.

Geplante Standorte
Auch an anderen Haltestellen sollen DFI-Masten aufgestellt werden. Kurzfristig (d. h. im Juli, August und September 2006) ist ihre Aufstellung geplant in:
  • Eppendorf, Markt
  • U-Niendorf Markt
  • U/S Barmbek
  • U/S Jungfernstieg
  • Beethovenstraße
  • U Wartenau
  • U Burgstraße
  • Bf. Hasselbrook
  • U Horner Rennbahn
  • Jenfeld Zentrum
  • Berliner Platz
  • Rahlstedter Weg (Mitte)
  • U Farmsen
  • U Berne
  • U Volksdorf
  • Bramfeld, Dorfplatz
  • Wandsbeker Straße
  • U Wandsbek-Gartenstadt
  • U Straßburger Straße
  • Hermann-Kaufmann-Straße
  • AK Barmbek
  • Hartzloh
  • S Rübenkamp
  • U Sierichstraße

Mittelfristig sollen auch diese Haltestellen damit ausgerüstet werden:

  • AEZ (Ende 2006)

Zu den Haltestellen, deren Ausrüstung später geplant ist, gehören:

  • S-Poppenbüttel (voraussichtlich 2008)
  • Kibbelsteg (nach Festlegung der Linienführung der Linien 6 und 3)

Danach sollen weitere Haltestellen folgen. Eine flächendeckende Ausrüstung aller Haltestellen mit DFI-Anzeigetafeln ist für 2010 geplant.

Übertragungstechnik


Für den Funkverkehr mit der Leitstelle wurden ein Teil der Busse und der DFI-Masten mit analoger, ein anderer Teil mit digitaler Übertragungstechnik ausgestattet. Beide Systeme sind nicht miteinander kompatibel. Die Anzeigetafeln des einen Systems können nicht die genaue Abfahrtszeit der Fahrzeuge des anderen Systems anzeigen. In Wagen mit Digitalfunk werden immer alle Haltestellen angesagt, in Wagen mit analoger Technik nicht. Bis Ende September 2006 sollen alle Fahrzeuge mit Digitalfunk ausgerüstet werden, damit künftig alle Linien mit digitaler Übertragungstechnik betrieben werden können.

Das FIMS der HHA und das entsprechende Fahrgastinformationssystem der VHH-PVG-Gruppe können durch die Trennung der Funknetze beider Busbetriebe nur bedingt miteinander kommunizieren. Bei der Ausstattung von Haltestellen, an denen Linien mehrerer Verkehrsbetriebe halten, mit DFI-Anzeigetafeln übernimmt eines der Unternehmen die Federführung. An der von der VHH-PVG ausgestatteten Haltestelle Glashütte Markt werden nur deren eigene Linien angezeigt, nicht jedoch die der HHA. An den von der HHA ausgestatteten Haltestellen in der Hamburger Innenstadt, die auch von VHH-PVG-Linien angefahren werden, werden auch deren Linien angezeigt.

Einführung des Systems


Das FIMS wurde von Siemens entwickelt und geliefert.

Als Pilotprojekt wurde das System von 2001 bis 2003 auf der Metrobuslinie 6 getestet. Bis Dezember 2003 wurden alle Gelenkbusse sowie im März und April 2004 alle Schnellbusse mit FIMS ausgestattet.

Bis Juli 2006 erfolgte die Umrüstung fast aller Busse, die zu den Betriebshöfen Harburg, Langenfelde, Mesterkamp, Wendemuthstraße und Hummelsbüttel gehören. Lediglich 3-4 Wagen auf den Betriebshöfen Wendemuthstraße und Hummelsbüttel fehlen zurzeit noch und sollen bis zum Ende des Monats nachgerüstet werden. Wenn alle Busse der Hamburger Hochbahn AG mit FIMS und digitaler Übertragungstechnik ausgestattet sind, ist auch die Umrüstung der Wagen der Travers-Omnibus-Gesellschaft (TOG), eines Tochterunternehmens der HHA, geplant.

Siehe auch


Zur Fahrgastinformation im Internet betreibt der Hamburger Verkehrsverbund das System GEOFOX.

Weblinks


Verkehr (Hamburg) ÖPNV Fahrplan Software

 

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