Die FIM-92 Stinger ist eine infrarotgelenkte Luftabwehrrakete des US-amerikanischen Herstellers Raytheon, die von der Schulter aus abgefeuert wird und zur Selbstverteidigung von Bodentruppen gegen Luftbedrohungen dient.
Die FIM-92 Stinger wurde als eine Ein-Mann-Waffe (engl. Man Portable Air Defense System (MANPADS)) entwickelt. Die Boden-Luft-Rakete hatte 1980 ihren Produktionsbeginn in den USA und wird seitdem in einer Reihe von Ländern unter Lizenz gefertigt, so in Deutschland von EADS/LFK (zuvor DASA LFK bzw. Dornier GmbH) als Fliegerfaust 2. Der ursprüngliche Hersteller General Dynamics verkaufte die Rechte an der Waffe inzwischen an den Raketenspezialisten Raytheon, zuvor Hughes MSC.
1984 begann ein auf der Stinger basierendes Entwicklungsprogramm für ein Luft-Luft-Raketensystem. Das Air-to-Air Stinger (ATAS)-Programm bietet eine zielempfindliche, leichte IR-Rakete zum Einsatz aus kurzen Entfernungen gegen tieffliegende Flugzeuge und Hubschrauber. Diese auch als AIM-92 Stinger bezeichnete Variante wird vor allem von den US-amerikanischen Kampfhubschraubern Hughes AH-64 Apache und Bell OH-58 Kiowa eingesetzt.
Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan lieferte die CIA in den 1980ern über 2.000 Stinger via Mittelsmänner in Pakistan an die Mudschahedin, die damit u.a. die sowjetischen Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 Hind bekämpfen und die sonst ungefährdete Luftherrschaft der Sowjets teils brechen konnten.
Es wird geschätzt, dass Stinger-Raketen mehr als 300 sowjetische Luftfahrzeuge abgeschossen haben. Nach dem Rückzug der Sowjets aus Afghanistan im Jahr 1989 verblieben zahlreiche der Waffen im Land in den Händen der Taliban oder wurden an informelle Organisationen verkauft, wodurch sie nun eine Bedrohung vor allem für US-Amerikaner darstellten. Die USA scheiterten bei dem Versuch, die Raketen zurückzukaufen. Auf dem Schwarzmarkt werden die ca. 23.000 US-Dollar teuren Raketen für bis zu 200.000 US-Dollar gehandelt (Quelle *).
Die Bundeswehr verfügte Ende der 90er Jahre über 4.400 Stück dieses Flugabwehrsystems.
Die Bekämpfungsreichweite beträgt 6.000 m, wobei vermutet wird, dass die Stinger unter günstigen Bedingungen, wie wenig Lenkbewegungen, bis 10 km erreichen kann. Die Bekämpfungshöhe beträgt 3.000 m. Als Antrieb dient ein Feststoff-Raketenmotor, der aber erst gezündet wird, wenn die von einer Gasladung ausgestossene Rakete das Abschussrohr einige Meter verlassen hat. Der Splitter-Sprengkopf von 320 g HTA wird ausschließlich durch Aufschlag gezündet, d.h. die Rakete muss das Ziel direkt treffen.
Zu den verbesserten Versionen der Stinger gehören Stinger Post und Stinger RMP (Reprogramable), erstere mit IR/UV-Zielsuchkopf zum Ausfiltern (Rosettenabtastung) von Täuschkörpern (Flares) und letztere mit einem umprogrammierbaren Mikroprozessor für spätere Modifikationen von Gegen-Gegen-Maßnahmen. Es wurde außerdem ein Doppelmodus-Sucher für die Stinger entwickelt, der einen passiven Radarsucher zusätzlich zum IR/UV-Sucher verwendet.
Diese als Air Defence Suppression Missile (ADSM) bezeichnete Version kann sowohl gegen Flugzeuge als auch gegen Radarstellungen eingesetzt werden.
Das russische Pendant zur Stinger ist die Strela-2.
| Typ | Infrarotgelenkte Flugabwehrrakete | |||||||||||||||
| Leistung | - | Geschwindigkeit (Vmax) | Mach 2 | - | Maximale Flugdauer | ca. 20 Sekunden | - | Bekämpfungsreichweite | 6 km | - | Bekämpfungshöhe | 3 km | - | Antrieb | Feststoff | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewicht | - | Gesamtmasse | 10 kg | - | Gefechtskopf | 3 kg, davon 320 g HTA-Sprengstoff | ||||||||||
| Abmessung | - | Länge | 1,52 m | - | Durchmesser | 0,07 m | - | Spannweite | 0,091 m | |||||||
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