Der FC Salzburg war ein Fußballverein aus dem Stadtteil Taxham der Landeshauptstadt Salzburg im gleichnamigen Bundesland in Österreich und existierte von 1968 bis 1996.
Wenn man von den großen Salzburger Fußballvereinen spricht, so meint man damit, neben dem heute aktuellen Red Bull Salzburg aus Wals-Siezenheim vor allem die Austria aus Lehen, den Salzburger AK 1914 aus Nonntal oder den Arbeiter SK aus Maxglan. Doch unvergessen bleibt, dass im Jahr 1968 vom ehemaligen Landtagsabgeordneten Franz Spann mit der Union Edelweiß Taxham ein kleiner Sport- und Fußballverein gegründet wurde, der innerhalb von 14 Jahren aus der letzten Salzburger Spielklasse bis in die 2. Bundesliga aufstieg und mit ein bisschen Glück fast die großen Erfolge der Salzburger Austria in den 1990er Jahren unmöglich gemacht hätte.
In der Saison 1970/71, genau in dem Spieljahr, in dem der spätere große Konkurrent Austria Salzburg seinen ersten Vizemeistertitel in der Nationalliga holte, erfolgte der Einstieg in die Salzburger Meisterschaft in der 3. Klasse Nord. Bereits 1972/73 gewannen die Taxhamer den Meistertitel der letzten Salzburger Spielklasse und stiegen in die 2. Klasse A auf. Im selben Jahr wurde der kleine Fußballplatz der Taxhamer zu einer Sportanlage ausgebaut und eröffnet. Mit dem zweiten Platz hinter der SU Abtenau qualifizierte sich die Union Edelweiß im Spieljahr 1973/74 für die nächsthöhere Spielklasse, der 1. Klasse Nord, in der sie in der Aufstiegssaison 1974/75 wiederum den sensationellen zweiten Rang, diesmal hinter dem SV Hallwang belegte. 1977 feierte man mit dem Meistertitel der 1. Klasse Nord und dem Aufstieg in die viertklassige Landesklasse, später Salzburger Liga genannt, den nächsten Erfolg.
In der Saison 1978/79 gelang der Gewinn des Meistertitels vor dem ASV Zell am See und damit verbunden der erstmalige Aufstieg in die drittklassige Alpenliga. Der junge Verein spielte sich damit in einem Rekordtempo von 9 Jahren seit seinem Einstieg in die Meisterschaft in der letzten Klasse bis in die dritte Leistungsstufe Österreichs hoch. Nach dem neunten Rang in der Aufstiegssaison mussten die Taxhamer, die mittlerweile wieder Regionalliga West genannte dritte Spielklasse als Tabellenzwölfter verlassen und spielten für eine Saison wieder in der Salzburger Liga. 1982 folgte der zweite Meistertitel in dieser Liga und wiederum der Aufstieg in die Regionalliga.
Mit diesem bis dahin größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, schaffte man es in der Rekordzeit von 15 Jahren seit der Vereinsgründung aus der letzten Amateurklasse bis in die damalige 2. Bundesliga.
In der zweithöchsten Spielstufe Österreichs belegte der USV Salzburg 1984/85 mit Spielern wie Schneider, Romeo Traxler und Lehenbauer unter 16 Vereinen den 10. Platz und verpasste nur um einen Punkt den Klassenerhalt. Bedingt durch die Einführung der Zwölferligen in den beiden obersten Spielklassen mussten in dieser Saison gleich neun Vereine aus der Liga absteigen. Die Regionalliga schloss man im folgenden Spieljahr mit dem dritten Rang hinter den vorjährigen Mitabsteigern SC Kufstein und WSG Wattens ab, doch bereits 1985/86 wurden die Unionssportler mit 11 Zählern Vorsprung überlegener Meister der dritten Spielstufe vor dem VfB Hohenems. Wieder zurück in der 2. Division, zeigte man unter dem neuem Sponsornamen USV System-Standbau Salzburg, gute Ergebnisse in der mit 12 Vereinen ausgetragenen Herbstmeisterschaft und konnte sich im Mittelfeld der Tabelle platzieren. An eine Qualifikation für das Mittlere Play-Off, in der die vier letzten der ersten und die vier besten Teams der zweiten Bundesliga die Auf- und Absteiger ausspielten, war in diesem Spieljahr aber nicht zu denken. Schlussendlich belegte man im Unteren Play-Off unter acht Vereinen den vierten Platz.
Die Vorbereitung zur neuen Saison wurde vom langjährigen Trainer Peter Roither optimal durchgeführt, die Mannschaft in einigen Punkten verstärkt und man spekulierte mit diesem Kader ganz offen über einen Platz in der Aufstiegsrunde. In den ersten elf Spielen der Herbstsaison lief es für den FC Salzburg aber nicht den Erwartungen entsprechend. Die zugesagten Geldmittel des neuen Sponsors verzögerten sich und mit dem etwas überschätzten Spielerkader aus dem Vorjahr erreichte man lediglich den drittletzten Platz in der ersten Hälfte der Herbstmeisterschaft. Als die Geldmittel endlich flossen konnte man sich die Bundesligaspieler Harald Eder von FC Swarovski Tirol und Hannes Reinmayr von Austria Wien ausleihen. Durch diese beiden Spieler fand in der gesamten Mannschaft, der offensichtlich ein richtiger Führungsspieler bisher gefehlt hatte, eine enorme Leistungssteigerung statt und der FC Bluna Salzburg legte im zweiten Teil der Meisterschaft eine grandiose Siegesserie hin und setzte sich dadurch unter den vier besten Mannschaften fest.
Dann kam das Spiel gegen DSV Alpine. Bis drei Minuten vor Schluss führten die Salzburger und waren damit fix in der Aufstiegsrunde, als ein Glücksschuss des Donawitzers Stablhofer die Taxhamer Aufstiegsträume vorerst auf Eis legte. Im letzten Spiel gegen FC Giesswein Kufstein vergaben die Taxhamer kurz vor Schluss den entscheidenden Matchball gegen den Mitkonkurrenten und verfehlten bei Punktegleichheit schließlich um ein einziges Tor den heiß ersehnten Aufstieg. Zeitgleich feierte die totgesagte Austria mit ihrem gefürchteten Stürmerduo Srecko „Felix“ Kurbasa und Hans Krankl den ersten Schritt zur Rückkehr in die oberste Liga. In die Aufstiegsrunde begleitet wurden die Violetten vom Kremser SC, Flavia Solva und dem FC Kufstein.
In der Frühjahrssaison lief es für die Salzburger dann nicht nach Wunsch. Viele Leistungssträger der Herbstmeisterschaft hatten mit Formschwankungen (Reinmayr, Novokmet) oder mit Verletzungen (Eder, Auer) zu kämpfen und der knapp verpasste Aufstieg ging den Spielern auch nicht so leicht aus den Köpfen. Des Weiteren musste der FC Salzburg, der als Führender in die Fühjahrsmeisterschaft gestartet war, die damals übliche Punktehalbierung nach dem Herbstdurchgang über sich ergehen lassen, wodurch der komfortable Vorsprung von 10 Punkten auf den Zweitplatzierten auf fünf Punkte schrumpfte. Profitieren konnte davon der SV Stockerau, der über die gesamte Saison gerechnet drei Punkte weniger holte, sich durch die Punkteteilung in der Endtabelle jedoch knapp vor dem FC Salzburg platzieren konnte. Die Taxhamer belegten schlussendlich den 6. Rang im Abstiegs-Play-Off und verließen die zweite Spielstufe wieder in Richtung Regionalliga.
Kader der Saison 1988/89
Wilhelm Aichinger, Torsten Thonhauser, Hans-Peter Berger (Tormänner);
Peter Schneider, Josef Lehenbauer, Walter Drachgschwandtner, Hanspeter Bauer, Stefan Rehrl, Robert Fischbacher, Manfred Götsch, Romeo Traxler, Jako Novokmet (YUG), Robert Brandner, Gerhard Perlak, Manfred Mader, Wolfgang Auer, Harald Junger, Peter Brutti, Edmond Tomic (YUG), Erich Ilmer, Christian Ovesny, Hannes Reinmayr, Harald Eder, Paul Perstling; Trainer Peter Roither
In der 2. Division der Bundesliga zeigte der FC Bluna Salzburg wieder hervorragende Leistungen und spielte zeitweise auch wieder um einen Aufstiegsplatz mit. Allerdings war die Mannschaft nicht mehr so kompakt wie vor zwei Jahren und der Aufstieg auch nicht mehr das erklärte Ziel des Vereins. Eine Sensation lieferten die Salzburger im Herbst 1990 mit der Verpflichtung der bekannten Erstligaspieler Franz Aigner und Walter Schachner. Vor allem Schachner, immerhin oftmaliger Internationaler und ehemaliger Italienlegionär, schlug beim FC Salzburg voll ein und war mit 18 Meisterschaftstoren der Hauptverantwortliche für die starke Offensivleistung des Taxhamer im Herbstdurchgang. Mit 76 Toren erzielten die Salzburger mit Abstand die meisten Treffer über die gesamte Saison gesehen, dass es allerdings nicht zum Aufstieg und letztlich auch nicht mal zum Klassenerhalt reichte, war der inferioren Abwehrleistung des Vereins zuzuschreiben, erhielt man mit 81 Toren doch auch die meisten Gegentreffer aller Klubs. Zudem stand dem FC Bluna in der Frühjahrsmeisterschaft auch Walter Schachner, der den Verein zur Winterpause verließ, nicht mehr zur Verfügung. Schlussendlich belegte der FC Salzburg in der Abstiegs-Play-Off den siebten Rang und stieg wiederum in die Regionalliga ab.
Zwei interessante Details gibt es aus diesem Spieljahr noch zu berichten. Einerseits regte die Salzburger Austria erneut eine Fusion der beiden Stadtvereine an, wobei der Fusionsverein diesmal den Namen FC Casino Salzburg tragen sollte, was von den Taxhamern aber wieder abgelehnt wurde, andererseits sorgte der FC Salzburg für Aufsehen im österreichischen Pokalbewerb, in dem man bis ins Viertelfinale vordringen konnte und dort erst am österreichischen Rekordmeister Rapid Wien scheiterte.
Als Zweitdivisionär stieg der FC Bluna Salzburg in der zweiten Runde in den ÖFB-Pokalbewerb ein und erspielte auswärts gegen den SC Rheindorf Altach ein 5:5 Remis, wobei der Aufstieg im Elfmeterschießen mit 4:3 sichergestellt werden konnte. In der dritten Runde bezwang man ebenfalls auswärts den Bundeslandkonkurrenten ASVÖ FC Puch mit 4:1, bevor in der nächsten Runde mit dem ASV Vösendorf ein unmittelbarer Konkurrent aus der zweiten Division auf die Salzburger wartete. Der FC Salzburg gewann auch dieses Spiel klar mit 3:1 und reihte sich somit unter die besten acht Pokalmannschaften Österreichs ein. Den emotionalen Lieblingsgegner, die ebenfalls für das Viertelfinale qualifizierte Austria Salzburg, bekam man zwar nicht zugelost, mit dem Rekordmeister Rapid hatte man aber trotzdem ein Traumlos gezogen.
Das Spiel wurde am 23. April 1991 zu Hause im Lehener Stadion vor 2.000 Zuschauern ausgetragen und fand im österreichischen Rekordmeister, der in der 21. Minute ausgerechnet durch den Salzburger Heimo Pfeifenberger in Führung ging, ihren verdienten Sieger. Allerdings konnten die Taxhamer das Spiel trotz des zweiten Tores durch Jan Åge Fjørtoft in der 39. Minute lange Zeit offen halten und erzielten in der 74. Minute sogar das Anschlusstor durch Edmond Tomic. In der Rapid-Viertelstunden schlugen die Hütteldorfer dann aber durch Hauptmann, Pfeifenberger und Medford noch dreimal zu und warfen den FC Salzburg mit 5:1 Toren aus dem Bewerb.
Mannschaftsaufstellungen des Pokalviertelfinales:
FC Bluna Salzburg: Hans-Peter Berger sen.; Peter Hrstic; Richard Moser, Josef Bauer; Gerhard Perlak sen., Hans-Peter. Bauer, Thomas Kirchberger, Franz Aigner, Brametzer (78. Christian Streili); Ernst Mader, Edmond Tomic (84.Reinhard Michelak)
Rapid Wien: Michael Konsel; Peter Schöttel; Michael Hatz, Andreas Poiger; Helmut Hauptmann, Heimo Pfeifenberger, Reinhard Kienast, Andreas Herzog (60. Christian Keglevits), Franz Resch (46. Andreas Reisinger); Hernan Medford, Jan Age Fjörtoft
Kader der Saison 1990/91
Torsten Thonhauser, Hans-Peter Berger (Tormänner);
Hans-Peter Bauer, Josef Bauer, Thomas Kirchberger, Brametzer, Reinhard Michelak, Richard Moser, Christian Streili, Robert Brandner, Josef Hristic, Peter Hristic, Jako Novokmet, Gerhard Perlak sen., Franz Aigner, Günther Greil, Manfred Mader, Edmund Tomic, Walter Schachner; Trainer Peter Roither
Die letzte Saison 1995/96 schloss der FC Salzburg an siebter Stelle der Tabelle ab. Nach der Saison einigte man sich mit Austria Salzburg im dritten Anlauf doch auf eine Fusion. Der FC Salzburg konnte trotz seiner Erfolge nie das Herz der Salzburger Fußballfans erobern und stand mittlerweile auch finanziell in den roten Zahlen. Dazu kam, dass seit der Gründung der Amateurmannschaft von Austria Salzburg im Jahr 1995 kein eigener Sportplatz zur Verfügung stand und das Lehener Stadion von den Profis der Austria benötigt wurde. So kam es im Sommer 1996 zur Fusion mit den Amateuren der Salzburger Austria, die in dieser Saison von der Salzburger Liga in die Regionalliga aufstiegen und mit der Sportanlage Taxham, die über ein Haupt-, vier Trainings- und ein Miniknabenfeld verfügte, endlich einen eigenen und modernen Heimplatz erhielten.
Die Spieler des FC Salzburg waren in die Nachwuchsmannschaft der Austria natürlich nicht integrierbar und mussten sich einen neuen Verein suchen. Für die Jugendfußballer der Taxhamer wurde mit dem ASV Europark Taxham, der mittlerweile auch mit einer Kampfmannschaft in den unteren Ligen des Bundeslands vertreten ist, ein inoffizieller Nachfolgeverein gegründet.
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