Somit wurde eine serielle Übertragung des Fernsehsignales gewählt, bei der das Fernsehbild zeilenweise übertragen wird. Dabei wird nur ein einzelner Sendekanal benötigt. Um dies zu realisieren, gab es verschiedene Ansätze, zum Beispiel die Nipkow-Scheibe. Durchgesetzt hatte sich schließlich die Abtastung mittels einer Videoröhre.
Heute werden Bilder in Fernsehkameras durch CCD-Chips oder einen CMOS-Sensor abgetastet.
Aufeinanderfolgende Einzelbilder (Frames, englisch für „Rahmen“) bzw. Halbbilder (Fields, Bilder mit halbierter vertikaler Auflösung) werden nacheinander übertragen. Jedes dieser Bilder besteht nun aus mehreren Zeilen, die ebenfalls aufeinanderfolgend gesendet werden, das heißt im Grunde besteht das Fernsehsignal aus der Abfolge der einzelnen Zeilen.
Nun muss der Empfänger jedoch genau eingestellt sein und
Hierzu dienen die Synchronsignale. Alle Angaben zum Timing beziehen sich auf das in Deutschland übliche PAL-System.
Jeder Zeilenbeginn muss einzeln markiert werden, damit sich der Empfänger erneut synchronisieren kann. Dies soll anhand der Darstellung einer Bildzeile gezeigt werden.
BAS_Zeilensignal_unmoduliert.PNG
Das Bild zeigt einen zeitlichen Ausschnitt des Fernsehsignals und zwar eine Zeile. Als Beispiel dient hier eine vierstufige Grautreppe, das heißt, es sind vier vertikale Balken im Bild zu sehen. Von Links nach Rechts haben sie eine ansteigende Helligkeit, der linke Balken ist schwarz, die mittleren dunkel- und hellgrau und der rechte Balken ist weiß. Die Balken nehmen jeweils ein Viertel des Bildes ein.
Ganz links sieht man noch einen Teil der vorhergehenden Zeile, danach folgt die vordere Schwarzschulter bei 0,3 Volt, danach der 4,7 Mikrosekunden lange Zeilensynchronimpuls, dessen Amplitude 0 Volt beträgt. Hinter dem Zeilensynchronimpuls liegt die hintere Schwarzschulter, die 5,8 Mikrosekunden dauert. Nun folgt das eigentliche Bildsignal, dessen Spannungswert einer Helligkeit entspricht (0,33 Volt (schwarz) bis 1 Volt (weiß)).
An den Bildinhalt schließt die vordere Schwarzschulter der nächsten Zeile an.
Der Elektronenstrahl des Empfängers zeichnet zuerst das ersten Halbbild („ungerade Zeilen“ = Zeilen 1, 3, 5, 7,... usw.) und danach das zweite Halbbild („gerade Zeilen“ = Zeilen 2, 4, 6,...usw.). Ist er mit der Darstellung des Zeileninhaltes fertig, so wird er von der fallenden Flanke des Zeilensynchronimpulses wieder an den Zeilenanfang links gebracht (Zeilenrücklauf). Dies geschieht sehr schnell und der Elektronenstrahl wird dabei dunkelgetastet. Ist das erste Halbbild fertig, so gibt es einen sogenannten Bildrücklauf (Vertikalrücklauf).
Ist das Zeilenende weiß (Pegel bei 1 Volt), so muss der Pegel sehr schnell auf 0 Volt abfallen. Dies ist zum Beispiel in unserem Bild der Fall; es kostet jedoch Zeit und würde zu einem verzögerten Zeilenrücklauf kommen. Das Ergebnis würde eine falsche Synchronisation zwischen Sender und Fernsehgerät bedeuten. Um die Zeit auszugleichen, fügt man die vordere Schwarzschulter mit einer Dauer von 1,5 Mikrosekunden ein. Dies verkürzt aber die sichtbare Zeile um den gleichen Betrag.
Das Vorhandensein der hinteren Schwarzschulter hat eine schaltungstechnische Ursache. Nach dem besonders schnellen Zeilenrücklauf treten am Anfang des Zeileninhaltes (Hinlauf) Einschwingerscheinungen auf. Die hintere Schwarzschulter dient als Puffer, damit die Schwingungen rechtzeitig bis zum Beginn des Bildinhaltes abgeklungen sind.
Zeilensynchronimpuls, vordere und hintere Schwarzschulter bilden zusammen die Zeilenaustastlücke. Diese kann sichtbar gemacht werden, wenn man das Fernsehbild nach links verschiebt und die Helligkeit zum Maximum erhöht. Dabei ist die vordere und hintere Schwarzschulter als graue senkrechte Balken und dazwischen der Zeilensychronimpuls als schwarzer senkrechter Balken zu erkennen. Bei professionellen Monitoren ist für diese Funktion ein eigener Schalter vorhanden.
Die Impulse für die vertikale Synchronisation liegen in einem Pegelbereich zwischen 75 Prozent und 100 Prozent des Trägersignals. Um eine Unterscheidung zwischen Zeilen- und Vertikalimpuls zu erreichen, ist letzterer von der Dauer her 2,5 Zeilen (2,5 × 64 Mikrosekunden) lang. Damit die Horizontalablenkung während des vertikalen Rücklaufes nicht ausfällt, ist dieser in 5 Impulse aufgeteilt. Diese 5 Impulse können dabei zur horizontalen Ablenkung eingesetzt werden. Nun hat man mehrere Impulse für den Vertikalrücklauf, aber man benötigt eigentlich nur einen. Dies erreicht man durch Integration dieser Impulse zum Beispiel durch ein RC-Glied, welches einen Spannungswert erzeugt, den man als „Schaltniveau“ bezeichnet. Folgende Impulse sind für die Vertikalablenkung zuständig:
Jedes einzelne Vollbild besteht aus zwei „Halbbildern“ zu je 312,5 Zeilen. Das erste Halbbild enthält nur die ungeradzahligen Zeilen des Vollbildes, das zweite nur die geradzahligen Zeilen. Die beiden Halbbilder werden nacheinander übertragen und angezeigt, wie zwei ineinander verschachtelte Kämme. Diese als Zeilensprung bekannte Maßnahme diente zur Zeit der Entwicklung des Fernsehens dazu, das mit dem damaligen Stand der Technik unvermeidliche Flimmern zu minimieren und wirkt sich positiv auf horizontale Bewegungen aus (entspricht 50 Bildern pro Sekunde mit jeweils halber vertikaler Auflösung). Heute hat sie sich leider zu einem Hindernis auf dem Weg zu besserer Bildqualität entwickelt, jedoch müssen die Fernsehanstalten weiterhin mit Zeilensprung senden, da fast alle bisher produzierten Fernseher dies erwarten und mit einem anderen Signal nichts anfangen können. Würden die Anstalten Zeilensprung aufgeben, so würden auf einen Schlag alle bisherigen Fernseher wertlos, was wirtschaftlich gesehen unsinnig wäre.
In diesem Bild sehen wir die Waveform-Darstellung einer Zeile eines PAL-modulierten Fernsehbildes für die Normbalkenfolge mit einer Farbsättigung von 75 Prozent und einer ebenfalls auf 75 Prozent reduzierten Helligkeit in den farbigen Balken Gelb, Cyan, Grün, Magenta, Rot und Blau. (European Broadcasting Union-Testsignal).
Dieses Bild zeigt eine Zeile eines modulierten Fernsehsignals, wie man es mit einem Oszilloskop darstellen könnte, wenn ein Graubalkentestbild verwendet wird. Es zeigt nur die positiven Halbwellen des Trägersignals (rot dargestellt) mit dem aufmodulierten BAS-Signal. Die negativen Halbwellen beinhalten nocheinmal dasselbe BAS-Signal. Deshalb müsste man es „herunterklappen“.
In diesem Bild wird das Frequenzspektrum eines Fernsehsignals dargestellt - CCIR-Norm für den Bildsender-Amplitudenfrequenzgang (oben) und die Empfänger-Durchlasskurve (unten). Angegebene Frequenzen beziehen sich auf die in Deutschland verwendete PAL B / G-Fernsehnorm und beziehen sich relativ zum Bildträger.
Die Abbildung bezieht sich so nur auf das bereits hochfrequent aufmodulierte Signal, wie es über Antenne oder Fernsehkabel ins Haus kommt. Ein Basisband-Videosignal, wie es z.B. über SCART-Kabel von einem Videorekorder oder einer Spielkonsole zu einem Fernseher übertragen wird, hat keinen Bildträger und der entsprechende Punkt entspricht genau 0 Hertz, in diesem Fall sind die angegebenen Frequenzen als absolute Werte zu verstehen. Da es keine negativen Frequenzen gibt, hat ein Basisband-Videosignal natürlich kein unteres Restseitenband. Auch das Tonsignal ist bei Basisband nicht im Videosignal vorhanden, sondern wird ohne Träger über eigene Leitungen geschickt; dadurch kann die Frequenz eines Basisband-Videosignals nach oben theoretisch unbegrenzt sein.
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