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Verschiedene Fälltechniken erlauben es, Bäume bei Wald- oder Baumpflegearbeiten auf die gewünschte Art und Weise zu Fall zu bringen oder abzutragen. Durch angepasste Schnitttechniken und den richtigen Einsatz des Werkzeuges können auch Problembäume sicher gefällt werden.

Allgemeines und Sicherheitshinweise zur Baumfällung


Beim Aufarbeiten unter Spannung stehenden Sturmholzes und vom Borkenkäfer befallener Bestände sind besondere Maßnahmen erforderlich, da hier ein erhöhtes Verletzungsrisiko - vor allem für ungeübte Personen - besteht. Besondere Gefahr besteht auch bei faulem Holz oder extremen Frost, wegen des spröden Holzes.

Grundsätzlich wird ein Baum nicht umgesägt, sondern gekeilt oder gefällt.

Die dreijährige Ausbildung als Forstwirt ist dringend geboten, um bei Baumfällungen nicht das eigene Leben oder das anderer zu gefährden. Allgemeine Vorbereitungen siehe bei Waldarbeit.

Gefahrenbereich


Als Gefahrenbereich wird um den zu fällenden Baum herum die doppelte Baumlänge angenommen. Dieser Bereich darf von keinen anderen Personen während des Fällvorganges betreten werden. Dazu sind zum Beispiel an Wegen Warnschilder und/oder Absperrungen anzubringen oder Helfer zu beauftragen.

Beurteilungen


Vor dem ersten Schnitt ist der Baum genau zu beurteilen (Baumansprache).

Folgende Faktoren werden berücksichtigt:

  • Welche Baumart?

  • Steht der Baum gerade oder hängt er?

  • Wo befindet sich die Kronenhauptlast?

  • In welche Richtung will/muss man den Baum fallen lassen?

  • Zeigt der Baum Anzeichen von Stammfäule oder Borkenkäferbefall?

  • Sind die Windverhältnisse geeignet um Bäume generell sicher zu fällen?

  • Welche Gefahren sind in unmittelbarer Nähe zu beachten (Menschen, Straßenverkehr, Stromleitungen, Gebäude)?

  • Welche technischen Hilfsmittel sind nötig?

Bei der Baumansprache wird der Baum in seiner gesamten Form berücksichtigt. Das fängt an mit der Bestimmung der Baumart. Langfaserige Baumarten wie Eiche oder Fichte haben ein anderes Fallverhalten als kurzfaserige Baumarten wie Weymouths-Kiefer oder Buche.

Je nachdem in welcher Richtung sich die Rückerichtung (Holzabtransport) befindet und in welcher Richtung die Kronenlast sich neigt, spricht man von einem Vorhänger (Hängerichtung =Rückerichtung) einem Seitenhänger (Hängerichtung ><=90° der Rückerichtung) oder einem Rückhänger (Hängerichtung entgegengesetzt der Rückerichtung). Anhand der Entscheidung der Hängerichtung wird die Fälltechnik festgelegt.

Dann kommt es zur Beurteilung der Sicherheitsfaktoren. Befinden sich Menschen im Umkreis der doppelten Baumlänge des zu fällenden Stammes (wegen eventuell absplitternder Äste etc.) sind diese mit einem lauten Warnruf darauf hinzuweisen, dass der Baum gefällt wird. Wie sind die Windverhältnisse? Als Faustregel gilt: Wenn sich stärkere Äste im Wind bewegen ist die Arbeit höchstgefährlich und nach Möglichkeit einzustellen. Durch zu starken Wind kann der zu fällende Baum nicht kontrolliert fallen.

Weist der zu fällende Baum vernarbte Verletzungen oder offene Rindenstellen auf, dann ist mit einer Fäule im Kernbereich zu rechnen. Bei kernfaulen Bäumen besteht erhöhtes Fällrisiko, da der Baum schon instabil durch die Fäule ist. Befinden sich Nägel oder andere Metall sichtbar in der Rinde besteht die Gefahr, dass die Sägekette beim Auftreffen reißt. Sind alle Faktoren beurteilt, kann festgelegt werden, welche technischen Hilfsmittel von Nöten sind. Die Standardausrüstung bei der Fällung eines Baumes sollten zwei Aluminium-/oder Kunststoffkeile sein, bzw. ein Fällhebel (je nach Stärke des Stammes). Zur Sicherung bei Gefahrenbaumfällung bietet sich immer ein Greifzug oder eine Seilwinde an einem Schlepper an. Als Gefahrenbäume können pauschal alle Bäume in Wohngebieten und an Straßenhängen angesehen werden, da bei der Fällung derselben eine erhöhte Gefährdung von Personen und Sachwerten (KFZ, Häuser, etc.) besteht.

Bei Fällarbeiten in Wohngebieten ist außerdem ab einem BHD (BrustHöhenDurchmesser, also der Durchmesser des Stammes in ungefähr 1,60m Höhe) von über 20cm eine Genehmigung/Auskunft des zuständigen Grünflächenamtes einzuholen, da jede Kommune andere Richtlinien aufweist.

Bei der Fällung exisitieren neben der Standard-Fälltechnik noch die Herzschnittfällung (bei zu kurzem Sägeblatt) und die Haltebandfällung (bei starken Vorhängern). Da diese Techniken jedoch ein hohes Maß an Übung voraussetzen, sind sie für den Laien nicht zu empfehlen.

Schneiden des Fallkerbes


Nachdem das Beischneiden der Wurzelanläufe beendet ist, kann mit der Fallkerbanlage begonnen werden. Grundsätzlich sollte der Fallkerb unter der Stammwalze angelegt werden. Der Sohlenschnitt verläuft waagrecht (am Steilhang parallel zum Grund). Er verläuft auf der selben Ebene wie die waagrechten Schnitte der Wurzelanläufe. Die Fällrichtung ist zu beachten! Der Sohlenschnitt sollte 1/5 - 1/3 des Stammdurchmessers betragen. Der Dachschnitt hat zum Sohlenschnitt ein Größenverhältnis von 1:1. Der Dachschnitt muss genau in die Angelpunkte geführt werden! Sonst besteht die Gefahr des unbemerkten Totschneidens. Wenn über die Kippachse hinausgeschnitten ist, verliert der Stamm seine Führung. Dann ist die Veränderung der Fallrichtung möglich.

Optionale Splintschnitte und Korrekturen des Fallkerbes


Trennschnitt(e)


Trennschnitt für Bäume, die einen kleineren Stammdurchmesser als die Schwertlänge der Motorsäge haben Motorsäge.png

Fällen eines Problembaumes durch Baumkletterer


Image:Faelltechnik_01.jpg|Stück für Stück Image:Faelltechnik_02.jpg|wird der Baum Image:Faelltechnik_03.jpg|von oben Image:Faelltechnik_04.jpg|nach unten Image:Faelltechnik_05.jpg|abgetragen Image:Faelltechnik_06.jpg|bis nur Image:Faelltechnik_07.jpg|ein Stumpf Image:Faelltechnik_08.jpg|zurück bleibt.

siehe auch


Forstwirtschaft

Logging | Tømmerhogst | Трелёвка

 

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