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Exzenterpressen sind mechanisch angetriebene, weggebundene Pressmaschinen, welche für Schneid-Stanzarbeiten und Präge-Biegearbeiten mit kleinen Presswegen eingesetzt werden.

Im Allgemeinen wird zwischen Einständerpressen, Doppelständerpressen und Zweiständerpressen unterschieden. Weiterhin kann differenziert werden zwischen steifen Pressen mit großer Federsteife C des Presskörpers und weichen Pressen (geringe Federsteife).

Der eigentliche Pressvorgang wird durch folgende Schritte initiiert:

Durch einen Elektromotor wird über einen Riementrieb ein Schwungrad angetrieben, von welchem aus die Energie über ein kombiniertes Kupplungs-Bremssystem an die Exzenterwelle weitergegeben wird. Das auf der Exzenterbuchse sitzende Pleuel mit integriertem Kugelbolzen sorgt für die Überführung der rotatorischen Bewegung in die translatorische Bewegung des Stößels.

Die elektr. Steuerung der Exzenterpresse bestimmt die Einsatzgebiete. Einlegearbeiten dürfen laut Berufsgenossenschaftsvorschriften (UVV, BGV) nur an sogenannten "sicheren" Pressen durchgeführt werden. Unter Einlegearbeiten versteht man den Eingriff ins Werkzeug um das Rohteil bzw. Fertigteil zu entnehmen.

Für eine sichere Steuerung sind nötig:

  • OT (obere Totpunkt-Kontrolle)
  • 2-Handsteuerung mit Gleichzeitigkeitsüberwachung und Schützkontrolle
  • Wellenbruchsicherung
  • Stillstandswächter

Alle eingesetzten Geräte müssen die Sicherheitskategorie 4 erfüllen. Dies ist die höchste Sicherheitskategorie!

Alle Exzenterpressen müssen jährlich einer UVV-Prüfung unterzogen werden. Hier werden die mechanischen Bestandteile und die elektr. Steuerung auf ihre einwandfreie Funktion überprüft.

Eine weitere Aufteilung findet man bei den Kupplungen und Bremsen. Kupplungsvarianten: Es gibt kraftschlüssige und formschlüssige Kupplungen. Die kraftschlüssige Kupplung ist meistens mit einem Reibbelage ähnlich einer Autokupplung mit Lamellen versehen. Über diese Lamellen wird dann die Antriebskafrt des Schwungrades übertragen. Die Kupplungsscheibe ist meist elektropneumatisch oder elektrohydraulisch betätigt und federbelastet. Bei der formschlüssigen Kupplung wird z.B. eine konische Form in ein Gegenstück gepresst und somit die Kraft übertragen. Heutzutage werden ausschliesslich die kraftschlüssigen Kupplungen verwendet, da die formschlüssige Variante hohe Sicherheitsrisiken birgt und seitens der BG verboten wurde. Eine einmal ausgelöste Abwärtsbewegung kann mit einer formschlüssigen Kupplung nicht mehr gestoppt werden. Die noch im Einsatz befindlichen formschlüssigen Kupplungen unterliegen dem Bestandschutz und dürfen weiterhin betrieben werden, allerdings ausschliesslich mit "sicheren" Werkzeugen, bei denen der Gefahrenbereich nicht zugänglich ist.

Bremsvarianten: Wie bereits oben beschrieben werden Kupplungs- und Bremsbelag als Kombination ausgeführt. So kann entweder gekuppelt oder gebremst werden. Sollte im Fehlerfalle die Druckluft auf dem Kupplungsventil abreissen drücken die Federn (daher federbelastet) die Kombination sofort in Ruheposition, also den Bremsbelag in die Bremsschale; zurück. Die Maschine stoppt ohne nennenswerte Verzögerung. Früher, als steuerungstechnisch keine "sicheren" Steuerungen möglich waren eine Zusatzbremse montiert, die elektrisch überwacht wird. Diese Zusatzbremse erfüllt damit den Zweck einer "sicheren" Steuerung.

Pressensicherheitsventil (PSV): Um eine Abwärtsbewegung zu ermöglichen benötigt man ein Druckluftventil. Bei Exzenterpressen mit "sicherer" Steuerung sind sogenannte PSV Ventile vorgeschrieben. Vielfach auch Zwillingsventil bezeichnet. Innerhalb dieses Ventils befindet sich eine Durckwaage, die beide Druckluftkanäle des Ventils auf Gleichzeitigkeit überwacht. Sollte ein Zeitdifferenz auftreten, wird das Ventil gesperrt und eine Meldung zur Steuerung gegeben. Ein Defekt im PSV kann niemals zum Auslösen der Abwärtsbewegung führen!

Presse (Technik)

 

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