Aussenhandel deutschland.png Das Schlagwort Exportweltmeister wird zumeist verwendet, um den derzeit hohen Gesamtwert der Warenexporte Deutschlands zu beschreiben. Deutsche Unternehmen exportieren in einer einheitlichen Währung gerechnet insgesamt mehr Waren als irgendein anderes Land der Welt. Jedoch werden die Dienstleistungsexporte nicht in die Betrachtung einbezogen, die ebenfalls neben den Warenexporten teil des gesamtwirtschaftlichen Exports sind. Rechnet man diesen zu den Warenexporten hinzu, liegt Deutschland auf dem zweiten Platz hinter den USA.
ExImUSAJBRD.PNG In der Abbildung sind für die Triadenländer, also die drei größten Volkswirtschaften der Welt, die Exporte im Verhältnis zum jeweiligen BIP dargestellt, außerdem der Nettoexport im Verhältnis zum BIP. Steigende Exportquoten deuten auf eine zunehmende Handelsverflechtung der Welt hin (Globalisierung).
Demnach ist die BRD bei den Exporten (Waren und Dienstleistungen insgesamt), gemessen am BIP, tatsächlich führend, auch erzielt die BRD einen beachtlichen Exportüberschuss, während die USA mehr importieren als exportieren.
Einerseits zeigen die starken Exportzuwachsraten der letzten Jahre zweifelsohne, dass insbesondere die großen deutschen Unternehmen ihre Produkte erfolgreich auf dem Weltmarkt absetzen können. Die deutsche Bundesregierung führt dies nicht zuletzt auf die von ihr durchgeführten Gesetzesänderungen zurück (z. B. die Ökosteuer oder die Reform der Unternehmensbesteuerung), die zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen geführt habe.
Kritiker entgegnen dem, die Außenhandelsbilanz dürfe nicht als alleiniger Erfolgsmesser für eine Volkswirtschaft angesehen werden. Das Ungleichgewicht zugunsten der Ausfuhren bedeute nämlich auch, dass Kapital aus Deutschland abfließe und Investoren andere Standorte bevorzugen. Manche Ökonomen sind der Ansicht, dass der Kapitalabfluss aus Deutschland und die damit einhergehende schwache Bewertung des Euro die Ursache ständiger Exportüberschüsse ist: Die Differenz aus Ersparnis und Investition einer Volkswirtschaft (also was nicht konsumiert und nicht -beispielsweise in Form von Lagerinvestitionen- investiert wird) wird exportiert. Der Export ist also umso größer, je niedriger die Investitionen und je höher die Ersparnis ist. Daher sei ein hoher Export Zeichen einer schwachen und durch Zukunftsangst geprägten Volkswirtschaft. Es sei außerdem bemerkt, dass Deutschland bei den Dienstleistungen per Saldo importiert, allerdings ist Deutschland inzwischen auch unter Einbeziehung der Dienstleistungen, also nach Abzug der Nettodienstleistungsimporte laut IWF Exportweltmeister. Der Exporterfolg deutscher Unternehmen könnte sich auch relativieren, wenn man berücksichtigt, dass den deutschen Exporten immer mehr importierte Vorleistungen zugrunde liegen. Einerseits warnen in diesem Zusammenhang manche Ökonomen davor, dass Deutschland zu einer Basarökonomie verkomme. Andererseits wird ein steigender Anteil importierter Vorleistungen an den Exporten auf die zunehmende weltwirtschaftliche Verflechtung zurückgeführt (Globalisierung), etwa von Lester Thurow, der eine ähnliche Beobachtung für die USA macht. Außerdem bleibt natürlich die Tatsache, dass die Exporte insgesamt größer sind als die Importe (im Gegensatz zu den USA), bestehen.
Empirisch lässt sich bestätigen, dass der Anteil der Importe an den deutschen Exporten in den letzten Jahren zugenommen hat, allerdings liegt er nach wie vor unter dem vergleichbarer Länder, so dass derzeit entweder (noch) nicht von einer Basarökonomie gesprochen werden kann, oder dies auf die im Zuge der Globalisierung zunehmende Handelsverflechtung als weltweite Erscheinung hinzunehmen ist.
Der IWF stellt in seinem letzten Deutschlandbericht vom Januar 2006 fest, dass Deutschland den größten Weltmarktanteil, preisbereinigt gemessen an den Exporten, noch vor den USA, hat.
Im Rahmen des magischen Vierecks stellt es ein Ziel der Wirtschaftspolitik dar, ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu erreichen, d. h. eine ungefähr gleiche Höhe von Ein- und Ausfuhren.
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