e-kurve.PNG Das Wachstum oder die Abnahme (auch Zerfall oder negatives Wachstum) eines Bestandes wird als exponentiell bezeichnet, wenn sich der Wachstumsvorgang durch eine Exponentialfunktion beschreiben lässt. Dies ist genau dann der Fall, wenn sich der Bestand pro Zeiteinheit nicht um einen festen Wert ändert (lineares Wachstum), sondern um einen festen Prozentsatz. Der Zuwachs pro Zeiteinheit (Änderungs- oder Wachstumsrate) ist also proportional zum Bestand.
Beispiele für exponentielle Vorgänge sind das Anwachsen von Kapital oder Schulden durch Zins und Zinseszins sowie der radioaktive Zerfall mit einer Halbwertszeit.
Exponentielle Vorgänge lassen sich mathematisch durch folgende Formeln beschreiben:
Dabei ist der Wert zum Ausgangszeitpunkt (), der Wert zum Zeitpunkt und die Eulersche Zahl. Charakteristisch für einen exponentiellen Vorgang ist der Exponent λ>0, der die Wachstumskonstante (Wachstum) beziehungsweise Zerfallskonstante (Abnahme) angibt. Wenn für exponentielle Vorgänge einheitlich die Formel für exponentielles Wachstum verwendet wird, so ist λ bei einer Abnahme negativ; ansonsten sind nur positive Werte möglich. Die Verdoppelungszeit T (Wachstum) beziehungsweise Halbwertszeit (Abnahme) hängt dann folgendermaßen direkt mit der Größe λ zusammen:
Dabei ist ln der natürliche Logarithmus.
Genau genommen lassen sich kontinuierliche und schrittweise exponentielle Vorgänge unterscheiden. Die Berechnung des Zinseszins ist beispielsweise ein schrittweiser exponentieller Vorgang. Deshalb muss eine andere Formel verwendet werden:
Allerdings lässt sich diese Form in einen kontinuierlichen exponentiellen Vorgang überführen, bei dem . Ein Prozentsatz von 5% jährlichen Zinsen entspricht also beispielsweise einer kontinuierlichen Wachstumsrate von etwa 0,0488 (siehe dazu auch Zinssatz).
Funktionswerte, die im Abstand fester Zeitschritte Δt aufeinander folgen, bilden eine geometrische Folge mit dem Faktor . Geometrische Folgen stellen eine Möglichkeit dar, exponentielle Vorgänge in elementarer Weise zu beschreiben.
Exponentielles Verhalten ist in der Natur ein oft beobachteter Vorgang. Der mathematische Hintergrund dafür ist, dass die obige Formel die einfachste gewöhnliche Differentialgeichung
erfüllt. Diese Gleichung besagt, dass die Änderung eines Wertes zu jeder Zeit proportional zu diesem Wert ist.
Im Allgemeinen kann sich exponentielles Wachstum eines Bestandes nicht unendlich fortsetzen, weil ihm durch verschiedenartige Einflüsse natürliche Grenzen gesetzt sind. Bei biologischen Wachstumsvorgängen können dies zum Beispiel ein beschränkter Lebensraum oder begrenzte Nahrungsvorräte sein. Das Wachstum verläuft dann nur vorübergehend exponentiell.
Bei solchen Prozessen verlangsamt sich das Wachstum, bis eine Sättigung eingetreten ist. Man spricht dann von natürlichem oder logistischem Wachstum.
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"Exponentieller Vorgang".
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