Mit Explikation (lat. explico - Auseinandersetzung, Darlegung, Entwirrung, Erläuterung, Deutung) wird die erläuternde Bestimmung der Bedeutung eines Ausdrucks bezeichnet. Der Begriff der Explikation findet Anwendung
1. in der Logik, um einen noch unklaren Ausgangsbegriff so zu spezifizieren, dass er als wissenschaftlich fundierter Begriff Verwendung finden kann.
2. bei der Begriffsbestimmung von Symbolen, konventionellen Bezeichnungen u. a. in der mathematischen Logik.
3. in der Philosophie durch Verbesserung bzw. Präzisierung eines gegebenen intuitiven Begriffes durch einen strengen Begriff. Der gegebene Begriff heißt Explikandum, das Resultat der Operation der Explikation hingegen wird Explikat genannt.
Nach Rudolf Carnap ist die rationale Nachkonstruktion von Begriffen eine der wichtigsten Aufgaben der Philosophie.
Der Übergang vom Explikandum zum Explikat erfolgt durch einen Abstraktionsvorgang, bei dem das konstruktive Element der Abstraktion wesentlich im Vordergrund steht.
Beispiel:
Es soll ein logisches Explikat der Wenn-so-Beziehung gefunden werden. Das Explikandum kommt in Aussagen der Form "Wenn p, so q" vor. Mit dem Alltagsgebrauch der Wenn-so-Beziehung sind eine Reihe nichtlogischer Momente in höchst unklarer Weise verknüpft. Man nimmt etwa an, dass p die Ursache für q sein müsse, damit die Aussage "wenn p, so q" wahr ist.
Bei entsprechenden Testfragen ergibt sich ferner, dass die meisten Menschen die Aussage für falsch halten, wenn p falsch, q aber wahr ist. Ein Explikat zu diesem Explikandum ist, wie eine eingehende Analyse feststellt, die Implikation. Sie ist ausschließlich durch nachstehende Wahrheitstabelle festgelegt:
p | q | p -> q ___________________________________ w | w | w w | f | f f | w | w f | f | w
Diese Begriffsexplikation verwirft das Explikandum nicht schlechthin als falsch, sondern bewahrt die wissenschaftlich wertvollen und richtigen Momente auf, beseitigt Unklarheiten und begriffliche Unschärfe und führt schließlich zu dem von allen psychologischen, kausaltheoretischen u. a. Momenten entlastetem Explikat.
Ganz allgemein müssen nach Carnap an ein Begriffsexplikat, das sich als Resultat einer wissenschaftlichen Begriffsexplikation ergeben soll, folgende Bedingungen gestellt werden:
Der explizierte Begriff selbst tritt in drei Formen auf als:
Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet das Adjektiv bzw. Adverb explizit 'ausdrücklich, ausführlich'; Ggs. ist implizit.
Allgemein bedeutet die Explikation eine
Bei Plotin werden die Dinge als entfaltete Zahl bezeichnet. Bei Nikolaus von Kues ist die Zahl die explicatio unitatis, und die Bewegung die explicatio quietis (in De docta ignorantia, 1440). Er bezeichnete explicatio dei als die Selbstenfaltung Gottes, das die Existenz Gottes in allem Endlichen ermöglicht. Eine Entsprechung findet diese Definition in complicatio, die den Zustand des Enthaltens Gottes im allen Endlichen ausdrückt.
Der deus explicitus ist im Unterschied zum deus absconditus (d.h. Gott als verborgende schöpferische Kraft) die Welt als erschaffene Gestalt.
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