Das Wort Existenz (lat. existentia - Bestehen, Dasein) bezeichnet
Das lat. "existo" geht seinerseits wieder auf das griech. "existemi" (ek-histemi) zurück und wird oft mit dem ähnlich lautenden "exeinai" verwechselt, welches tatsächlich "sein" bedeutet. "existemi" hingegen bedeutet auslegen, aufstellen, herausstehen, also räumlich vorhandensein.
Das Erkennen der Existenz von Zuständen erfordert neben der Wahrnehmung ein Bewusstsein des Individuums. Dieses Bewusstsein ist notwendig, um diesen Zustand zu verstehen, zu benennen und sich damit auseinander setzen zu können. Beispielsweise bei Glaubensfragen oder bei Ansichten und Fragen zu dem Gesellschaftssystem. Daneben muss eine 'Vorstellung von Trennung' im Bewusstsein vorhanden sein, die es ermöglicht ein Objekt von seiner Umwelt getrennt zu betrachten. Ein Objekt existiert dann, wenn es für den Betrachter aus seiner Umgebung heraussteht.
Siehe auch: Cogito ergo sum, der Nachweis der eigenen Existenz durch René Descartes, den er mit dem Satz „Ich denke, also bin ich“ abschließt. Descartes sah seine Existenz also von seinem Denken abhängig und nicht von seinem Bewusstsein.
Jedes Lebewesen verdankt sein Leben endlichen Voraussetzungen, die ihm das Leben erst ermöglichen. Für Menschen sind die wichtigsten primären Voraussetzungen Luft, Wasser, Nahrung und evolutionär bedingt Kleidung. Neben diesen drei grundlegenden Voraussetzungen gibt es eine unendliche Vielzahl weiterer Voraussetzungen die Menschen als lebensnotwendig und somit als existenziell für sich ansehen. Neben Liebe, Geborgenheit und Freude werden Dinge wie Geld, materieller Besitz oder bestimmte Lebensmittel als notwendig für die Existenz betrachtet.
Inzwischen gilt allerdings als erwiesen, dass von der oben erwähnten "unendlichen Vielzahl weiterer Voraussetzungen" zumindest die "Liebe" - oder, etwas weniger pathetisch ausgedrückt, positive emotionale und körperliche Zuwendung - keineswegs nur subjektiv als lebensnotwendig "angesehen" wird, sondern es zumindest während der ersten drei Jahre der "kritischen" frühkindlichen Entwicklung tatsächlich ist. Der Mangel an oder das Fehlen von derartiger Zuwendung (Hospitalismus) (zumindest früher auch in Europa in Kinderheimen oder Spitälern nicht selten der Fall) führt zu Frühverwahrlosung, schweren Entwicklungsstörungen im emotionalen sowie im intellektuellen Bereich (bis hin zur Debilität) und in letzter Konsequenz unter Umständen auch zum Tod der Kinder (Marasmus).
Der Existenzbegriff in der Mathematik ist eine Abstraktion vom Vorhandensein in der Realität. Da es keine allgemeine mathematische Realität gibt, hängt die Existenz eines mathematischen Objektes von der Art der Mathematik ab (klassisch, intuitionistisch, konstruktivistisch).
In der klassischen Mathematik hat man für den Beweis der Existenz eines mathematischen Objekts (einen Existenzbeweis) mehrere Möglichkeiten:
In neueren Konzeptionen der Mathematik (Intuitionismus, konstruktive Mathematik) wird der indirekte Existenzbeweis durch Herbeiführung von Widersprüchen aus der Annahme der Nichtexistenz abgelehnt, wenn unendlich viele Objekte zu untersuchen sind (siehe tertium non datur). Danach existiert ein Objekt nur dann, wenn es explizit angegeben wird, oder wenn ein Algorithmus angegeben werden kann, mit dem es sich (beim Intuitionismus in endlich vielen) Schritten konstruieren lässt.
Die Existenz wurde auch schon vor Darwin angenommen, darunter von Jean-Baptiste de Lamarck. Darwin konnte sie aber erstmals logisch korrekt beweisen, indem er ihre Mechanismen aufdeckte.
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