Europid (auch kaukasoid ) ist eine ethnische Klassifikation neben den Gruppen der Australiden, Mongoliden, Negriden und z.T. anderer wie der Kapoiden.
Europid bezieht sich nicht auf die gegenwärtigen oder historischen Definitionen ethnischer oder sozialer Gruppen; siehe dazu Weiße und kaukasische Rasse. Europid kann in diesem Zusammenhang allgemein veranschaulichen, dass gegenwärtige oder historische ethnische Unterschiede biologisch begründet sind; kann aber auch einfach ein ungenauer Versuch sein, eine wissenschaftlich klingende Bezeichnung für Europäer zu finden.
Die ethnische Klassifikation und das Bestehen einer solchen Ethnie selbst ist umstritten. (Siehe Rasse, Großrasse, Ethnie, wissenschaftlicher Rassismus, Eurozentrismus und Afrozentrismus zur Diskussion dieser Themen). Die Kennzeichnung bestimmter menschlicher Gruppen als ganz, teilweise oder als nicht europid kann auch politisch belastet sein; z.B. können Afrozentristen jene als Europide kennzeichnen, die sich von Nordafrika und Südasien her ausbreiten, so dass sie alte Hochkulturen wie Altägypten als mediterran einstufen statt als Ostafrikaner. Ebenso können Weiße den Ausdruck zur Einstufung von Menschen mit nichteuropäischen Vorfahren benutzen.
Die Kieferknochen der Europiden springen am wenigsten nach vorn, Schädel und vordere Kopfregion sowie das Gesichtsfeld sind betont.
Einige Studien über eine genetische Ähnlichkeit ergaben, dass die Europiden Teil eines eurasischen Superclusters bilden, der östliche Eurasiaten, pazifische Insulaner und die amerikanischen sowie grönländischen Völker mit einschließt. Andere Studien platzierten die Mongoliden näher an die Australiden; die sich nachfolgend mit den Europiden verbanden, bevor sie sich mit den Negriden vermischten. Die erste Hauptkomponente in Cavalli-Sforzas Genanalyse einschließlich der Blutgruppen und HLA Antigene besagt, dass die Europäer und die subsaharischen Afrikaner den einen, die australischen Aborigines mit anderen benachbarten Völkern den anderen Pol bilden.
Der Versuch, den Ursprung und die Geschichte der Europiden auf genetische oder andere Ursachen zurückzuführen, ist problematisch, da das Bild durch neue Beweise und Deutungen einem ständigen Wandel unterliegt. Vor kurzem stellte man durch mtDNA die These auf, Europäer und Westasiaten hätten entfernte Wurzeln in Südasien, die auf eine Migration vor 20-30.000 Jahren von Südasien nach Mittel – und Westasien sowie Europa deuteten. Diese südasiatischen Vorfahren entstammten ihrerseits zusammen mit den Mongoliden einer früheren Migration von Menschen aus Afrika vor 50-70.000 Jahren (afrikanische Ursprungshypothese), der entweder alle Nichtafrikaner entsprungen wären, oder sie seien der größere und nördlichere Teil zweier Hauptmigrationen.
Carleton S. Coons Buch "The Races of Europe " stuft die Europiden in Subethnien ein, die er nach Regionen oder archäologischen Fundorten wie Brünn, Borreby, Alpenregion, Ladoga, Ostsee, Neo-Danubien, Lappland, Mittelmeer-, Atlanto-Mittelmeer, Ostafrika, Irano-Afghanistan, Nordisch, Hallstatt, Keltisch, Tronder, Dinarisch, Norisch und Armenoid ordnete. Diese extrem typologische Aufteilung der Ethnie gilt gemeinhin als veraltet (eine Ausnahme bildeten die Rassentheoretiker des Nationalsozialismus).
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