Die EAN steht für International Article Number (früher European Article number) und ist eine Produktkennzeichnung für Handelsartikel. Die EAN ist eine Zahl, bestehend aus 13 oder 8 Ziffern, die zentral verwaltet und an Hersteller auf Antrag vergeben wird. In Deutschland fallen für die Vergabe einer ILN, welche Voraussetzung für die Beantragung von einer EAN ist, jährliche Gebühren an.
Die EAN wird in der Regel als maschinenlesbarer Strichcode (Barcode, Balkencode) auf die Warenpackung aufgedruckt und beim Bezahlen an Scannerkassen von einem Laserscanner decodiert.
1977 wurde die European Article Association gegründet, die später in EAN International umbenannt wurde. Sie hat Mitgliedsorganisationen in 98 Staaten.
In den letzten Jahren hat man sich bemüht, die zwei Systeme zusammenzuführen. Nun wird der amerikanische Produktcode, der vom Uniform Code Council (UCC) betreut wird, in jenes der EAN integriert. Das System erhielt den Namen EAN·UCC.
Zum 1. Januar 2005 werden also de facto die EAN-13 auch in Nordamerika eingeführt, doch wird gleichzeitig ein Übergang auf die 14-stelligen GTIN empfohlen (siehe Weblinks).
Vorteile der EAN sind:
Zur Philosophie des EAN gehört auch die elektronische Datenübermittlung zwischen den beteiligten Unternehmen per EDI, wozu der EANCOM-Standard entwickelt wurde.
Die 13 Ziffern des EAN-13 bedeuten:
Die Prüfziffer dient der Datensicherheit und wird aus der Quersumme abgeleitet (siehe unten).
Die verkürzte Version EAN-8 ist speziell für kleine Artikel gedacht, auf denen kein Platz für lange Nummern ist, aber auch für lokale Waren (z. B. Milchpackung). Die Artikelnummer ist auf 3 Stellen gekürzt (4 incl. der Prüfziffer).
Die EAN-8 kann nicht aus einem EAN-13-Code abgeleitet werden, sondern muss extra beantragt werden.
Die Ländernummer verweisen auf das Land, wo sich der Hersteller eintragen ließ. Je nach Firmensitz bzw. Zulieferfirma müssen diese Länder nicht identisch sein mit dem Herstellerland.
Die 13-stellige EAN für Bücher und andere Verlagsprodukte wird erzeugt, indem der 10-stelligen ISBN die Zahl 978 vorgesetzt wird (bzw. 977 bei Zeitschriften mit ISSN-Code). Die Prüfziffer wird anschließend neu berechnet. Manche Hersteller von Software und Multimediaprodukten vergeben ihren Produkten gleich mehrere EANs.
Eine EAN für Bücher wird auch "Bookland"-Nummer genannt. Ihre 4. oder 5. Ziffer ist demnach (entsprechend der 1.Ziffer der ISBN) ein Code für das Erscheinungsland – z. B. 3 Deutschland, 83 Polen oder 57 Denmark. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des EAN-13 möglich, ein sog. AddOn-Code von 2 oder 5 Ziffern. Im AddOn können z. B. Preise oder der Monat von Zeitschriften codiert werden.
Stylenummernüberschneidungen treten vor allem auf, wenn Produkte zyklischen Lebenszyklen unterliegen. Nach Durchlauf eines Zyklus werden häufig die Artikelnummern des Vorherigen Zyklus verwendet. Ein Zyklus dauert in der Regel zwei Jahre und wird in Saisons unterteilt. Die Saisons werden durch Buchstaben unterschieden, wodurch es eine maximale Anzahl an Saisons gibt. Zudem werden in den Artikelnummern, welche nur fünfstellig sind, auch Division- und Class-Zugehörigkeiten versteckt, was den Wiederholungseffekt noch verstärken könnte.
Microsoft und andere Produzenten verzichten bisher auf ISBN und EAN bei ihrer Software. Sie verwenden den UPC. Der Handel in Europa hilft sich deswegen oft mit der Erteilung einer eigenen, sogenannten Dummy-ISBN und EAN. Diese sind dann oft nur bei dem einem Anbieter eindeutig gültig.
Bezeichnen die Zahlen 1, 2, 3, 4 die Breite der Linien, so lauten die Barcode-Zuordnungen für die Ziffern:
Ziffer: uneven/even 0: 3211 / 1123 1: 2221 / 1222 2: 2122 / 2212 3: 1411 / 1141 4: 1132 / 2311 5: 1231 / 1321 6: 1114 / 4111 7: 1312 / 2131 8: 1213 / 3121 9: 3112 / 2113
Der UPC-A Code verwendet nur die Zeichen für "uneven". Daraus leitet der Scanner die Leserichtung ab: liest er die Zeichen als "even", wird die Zeichenfolge umgedreht. Dadurch erleichtert sich die Arbeit der KassiererInnen.
UPC-A kodiert 12 Ziffern, EAN-13 aber 13 Ziffern, bei gleicher Länge.
Im EAN-13 Code wird nur der zweite Ziffernblock der insgesamt 12 Zeichen für die Erkennung der Leserichtung herangezogen. Die Wahl von uneven/even Codes in den ersten 6 Zeichen definiert die 13. Ziffer. Sind bei richtiger Orientierung die ersten 6 Ziffern uneven, entspricht dies dem UPC-A Code und das 13. Zeichen wird als 0 definiert und den 12 Zeichen vorangestellt. Die Zuordnung der anderen Ziffern lautet (wobei "0" für "uneven", "1" für "even" steht):
13. EAN Ziffer: Orientierung 0: 000000 000000 1: 001011 000000 2: 001101 000000 3: 001110 000000 4: 010011 000000 5: 011001 000000 6: 011100 000000 7: 010101 000000 8: 010110 000000 9: 011010 000000
Ean13-Beispiel_k.png Beispiel (siehe Bild):
C1, C3: Start/Endmarker.
C2: Marker für die Mitte des Barcodes.
0-9: Ziffern, kodiert durch 4 Linien der Breite 1 (schmal), 2, 3 und 4.
Die Linienquartette 3211 und 1123 stehen für 0, 1411 für 3 usw., was in Summe immer 7 ergibt.
Im ersten Block tragen die Liniencodes der Ziffern 0, 9 und 4 die Zusatzinformation even, alle anderen uneven. Bezeichnet „0“ die Orientierung uneven und „1“ even, dann bilden die 6 linken Ziffern den Code: 010011. Es handelt sich um die Ziffer 4. Die vollständige Nummer lautet: 400399 415548 6.
Über das Internet lassen sich EAN-Nummern abfragen. Beispielsweise teilt die Webseite GEPIR (siehe Weblinks unten) mit, dass die Nummer 4003994155486 zu einem Produkt der Firma Kellogg (Deutschland) GmbH gehört.
Beispiel (Vanilla Coke, siehe oben), EAN: 544900009624-1
| 4·3 + 2·1 + 6·3 + 9·1 + 0·3 + 0·1 + 0·3 + 0·1 + 9·3 + 4·1 + 4·3 + 5·1 | = | |
| 12 + 2 + 18 + 9 + 0 + 0 + 0 + 0 + 27 + 4 + 12 + 5 | = | 89 |
90 − 89 = 1
Daraus folgt: Prüfziffer = 1
Dasselbe Verfahren ist auch für andere Produkt-Kennzahlen üblich.
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