Eurico 01.jpg, J. Porcel, 1750-53).]]
Eurich (* um 440, † 484) war ein bedeutender König der Westgoten und regierte von 466 bis 484.
Leben
Eurich kam als Sohn des Königs
Theoderich I. zur Welt, der in der
Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451) gegen die
Hunnen und
Ostgoten fiel. Seine Brüder
Thorismund und
Theoderich II. waren seine Vorgänger als Könige. Er beseitigte
466 seinen älteren Bruder Theoderich II., setzte sich selbst auf den Thron und gab seinem Volk erstmals geschriebene
Gesetze (
Codex Euricianus).
468 brach er das
foedus mit
Westrom und eroberte alles noch verbliebene römische Gebiet zwischen der
Loire und den
Pyrenäen und fiel in
Hispanien ein. Der Versuch des römischen Kaisers
Anthemius, eine anti-gotische Koalition zu bilden, hatte keinen Erfolg:
471 schlug Eurich eine kaiserliche Armee in
Gallien, welches bald darauf von Rom aufgegeben werden musste. Er fiel wieder in
Hispanien ein, wo er zwischen
472 und
473 große Siege errang.
Pamplona und
Saragossa sowie die Mittelmeerküste um
Tarragona wurden gotisch, Rom konnte auch hier nicht mehr effektiv eingreifen. Daneben war Eurich der einzige Westgotenkönig, der auch im Seekrieg erfolgreich war. Er verteidigte sein Reich gegen die Franken und setzte den inneren Frieden mit Härte durch.
In der Auvergne hingegen traf er auf erbitterten Widerstand, der aber schließlich ebenfalls gebrochen werden konnte. Für diese letzten Tage der spätantiken gallo-römischen Kultur sind die Briefe des Sidonius Apollinaris eine wichtige Quelle. 475 überließ Julius Nepos den Westgoten vertraglich die eroberten Gebiete. Auch Arles wurde westgotisch.
Eurich wird als maßvoll und klug geschildert, wobei er aber wiederholt gegen die aus der gallo-römischen Aristokratie stammenden katholischen Bischöfe einschreiten musste, da diese in Eurich vor allem einen Arianer und Barbaren sowie, wie etwa Sidonius, einen Vertragsbrecher sahen. Zum Zeitpunkt seines Todes war Eurich der mächtigste Germanenfürst auf dem Boden des ehemaligen Imperium Romanum, wovon nur noch der Ostteil übrig geblieben war.
Nachfolger des Eurich wurde sein Sohn Alarich II., der 507 im Kampf gegen die Franken sowohl sein Leben als auch die von seinem Vater errichtete Vormachtstellung verlor.
Literatur
- Herwig Wolfram: Die Goten. Von den Anfängen bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. Beck, München 2001, ISBN 3-406-33733-3
Weblinks
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