Das Abendmahl (auch Eucharistie, heilige Kommunion, Herrenmahl, Altarsakrament, Brotbrechen oder Gedächtnismahl genannt) ist eine Mahlzeit im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes, die an das heilvolle Sterben Jesu Christi erinnert und dieses vergegenwärtigt. Dabei ist Jesus Christus für viele Gläubigen leibhaft in Gemeinschaft und Elementen, für andere geistlich in Wort und Glaube präsent.
Das Abendmahl gehört mit der Taufe und anderen kirchlichen Handlungen zu den Sakramenten, die alle Kirchen und christlichen Konfessionen für wesentlich erachten und ausüben. Es geht auf das letzte feierliche Mahl Jesu von Nazarets mit seinen zwölf erstberufenen Jüngern (Aposteln) am Vorabend seines Todes zurück. Dieses stellt das Neue Testament (NT) in verschiedenen Fassungen dar, die sich alle auf Jesu stellvertretendes Sterben „für“ sein Volk Israel und die Menschen beziehen.
Die Deutungen dieses Kreuzestodes sind schon im NT variabel: Ihnen folgten in der Theologiegeschichte verschiedene Abendmahlslehren. Diese und die Abendmahls-Liturgien wurden im orthodoxen Christentum bis etwa 1000, im katholischen und evangelischen Christentum in gegenseitiger Abgrenzung bis etwa 1600 festgelegt. Ihre dogmatischen Gegensätze stehen bis heute den Bemühungen um eine praktische Abendmahlsgemeinschaft in der Ökumene der Christen entgegen.
Die Orthodoxe, die Römisch-katholische und Anglikanische Kirche nennen es im Anschluss an 1 Kor 11,24 Eucharistie (griechisch Ευχαριστία, von ευχαριστειν, eucharistein, „Dank sagen“).
Die evangelischen Kirchen sprechen - ungeachtet der häufig morgendlichen Feier im Gottesdienst - vom Abendmahl im Anschluss an Mk 14,17 (am Abend kam er mit den Zwölfen) und 1 Kor 11,23 (in der Nacht, da er verraten wurde). Sie betonen damit den Bezug auf den Tod Jesu.
Manche Freikirchen nennen es im Anschluss an Apg 2,46 Brotbrechen und betonen den urchristlichen Rahmen einer Agapefeier.
Sandro Botticelli 019.jpg: Die letzte Kommunion des Hl. Hieronymus, um 1495]]
Im Judentum erhält das Opfer-Mahl in geglaubter Anwesenheit Gottes bundesstiftenden Charakter. Mit einem solchen Mahl besiegeln und bekräftigen Israels Führer den Empfang der Gebote am Berg Sinai und den Bund JHWHs mit Israel (Ex 24,1-11): Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat aufgrund all dieser Worte...Und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
Im einwöchigen Passahfest wird Israels Auszug aus Ägypten erinnert. Sein Auftakt ist der Seder: ein abendliches häusliches Festmahl im Kreis der ganzen Familie, das einem genauen Ablauf folgt. Dieser wird auf 2. Buch Mose 12,3-20 zurückgeführt. Jeder Familienvater liest die Haggada (Erzählung) vom Auszug, spricht den Segen über die symbolischen Speisen - dem Opferlamm, dem ungesäuerten Brot (Mazzen), den Bitterkräutern (Ysop) und Wein - und verteilt diese dann an die Anwesenden.
In Psalm 22, der appellativen Klage des ungerecht Leidenden, feiert der unerwartet aus Todesnot Gerettete ein Dankopfer als Gemeinschaftmahl (hebr. toda), das eine Verheißung für alle Unterdrückten einschließt: Es werden essen die Gebeugten und gesättigt werden. (v. 22)
In der Prophetie Israels ist das gemeinsame Mahl ein häufiges Bild für den endzeitlichen Schalom Gottes mit seinem Volk und den Völkern (Frieden, Heil, Erlösung), z.B. in Jes 25,6-8. Dieses Völkermahl wird zudem mit dem Bundesmahl Israels typologisch verbunden (Jes 24,23).
Eine eschatologische Mahlfeier ist in den Schriften von Qumran überliefert: Der Priester segnete Brot und Most; dabei wurde der Messias als anwesend gedacht. Diese Feier verstanden die Essener als Vorwegnahme des Reiches Gottes; sie ersetzte für sie die Opfer im Jerusalemer Tempel, der wegen der römischen Besatzung als verunreinigt galt.
An der Stelle, wo die Synoptiker vom letzten Mahl Jesu berichten, steht im Johannesevangelium die Szene der Fußwaschung (Joh 13,1-20). Sie wird gefolgt von einer Brotausteilung Jesu an Judas Iskariot, die dessen Verrat einleitet (Joh 13,21-30).
Hinzu kommen Texte in den Evangelien, die ein gemeinsames Mahl Jesu mit verschiedenen Gruppen des jüdischen Volkes beschreiben und oft auf das Abendmahl bezogen werden:
Das Brotbrechen in der Jerusalemer Urgemeinde und die Abendmahlspraxis in Korinth beschreiben
Das Brotwort lautet
Das „Blut" steht in allen Versionen für das gewaltsame Sterben Jesu (Blutvergießen = Töten). Dass die Markusversion nur das Kelchwort deutet, wird aus dem Ablauf des Mahls erklärt: Der Segenskelch wird hier im Anschluss an das Sättigungsmahl herumgereicht, so dass sich seine Deutung auf das ganze Mahl zurückbezieht. Für viele ist eine Anspielung auf Jes 53 und deutet Jesu Sterben damit in jüdisch-apokalyptischer Tradition als Heilstod für die Völker (vgl. Mk 10,45).
Die Paulusversion deutet eigentlich nicht das Blut, sondern den Kelch und nimmt damit auf jüdischen Anstoß Rücksicht, da Juden der Blutgenuss verboten war. Der Abschlussvers 1 Kor 11,26 betont den Verkündigungscharakter des Abendmahls. Markus betont, dass alle Beteiligten - auch Judas Iskariot, der bereits als Verräter identifiziert ist - im von Jesus gedeuteten und ausgeteilten Wein das Heil wirksam empfangen: und sie tranken alle daraus (Mk 14,23). Paulus warnt dagegen vor einer „unwürdigen" Teilnahme am Abendmahl: Krankheit und Tod seien die mögliche Folge (1 Kor 11,27).
Nur Matthäus, der sonst weitgehend der Markusvorlage folgt, ergänzt das Kelchwort mit einer Aussage zur Sündenvergebung. Diese entfällt dafür bei seiner Darstellung der Taufe (Mt 3,6). Sünden wurden für ihn also nicht nur einmal bei der Taufe vergeben, sondern wiederholt beim Abendmahl: auch und gerade die von Getauften begangenen Sünden.
Lukas stellt Jesu endzeitlichen Schwur an den Anfang des Passahmahls. Erst danach setzt Jesus das Abendmahl mit Wiederholungsbefehl ein. Das Passahmahl sollte also zu seiner Zeit von den Christen nicht mehr wiederholt und vom wiederholten Abendmahl abgelöst werden. Lukas übernahm als einziger Evangelist die paulinische Version des Kelchworts und parallelisierte die Deutung von Brot und Wein: für euch gegeben/für euch vergossen. Damit glich er die Markus- und Paulusversion einander an. Andererseits werden in seinem Bericht zwei Kelche gereicht, einer zu Beginn und einer als Abschluss der Mahlfeier. Damit betonte Lukas die Übereinstimmung mit jüdischer Tradition.
Wichtig war ihm auch Jesu Hinweis, dass das Abendmahl die Jünger nicht vor Anfechtung, Irreführung und Schuld bewahre. Darum hob er Jesu Fürbitte für Simon Petrus hervor: Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört!
Dieses war anfangs zugleich eine gemeinsame Sättigungsmahlzeit, die sie täglich in ihren Häusern einnahmen (Apg 2,46). Bei diesem sogenannten Liebesmahl (Agape) wurde auch Nahrung an Bedürftige verteilt. Nachdem es dabei in Korinth aus seiner Sicht zu Missständen kam, empfahl Paulus von Tarsus seiner Gemeinde, das gemeinsame „Herrenmahl" im Gottesdienst vom Sättigungsmahl im eigenen Haus zu trennen (1 Kor 11,17-34). Damit wurde eine für Judenchristen untypische Trennung der sakralen von der profanen Mahlzeit eingeleitet. Andererseits bekräftigte Paulus das Abendmahl als selbstverständliches und unaufgebbares Gemeindegeschehen.
Daher wurde die Agapefeier bald vom Abendmahl unterschieden, aber nicht völlig getrennt. Wahrscheinlich feierte die Gemeinde wenigstens an jedem ersten Tag der Woche, dem „Tag des Herrn", die Eucharistie (Apg 20,7), eingebunden in ein gemeinsames Essen (1 Kor 11,21ff; 33). Es fand wohl am Sonntagabend statt: Denn das verwendete griechische Wort für „Mahl “(deipnon) bezeichnet ein festlich gestaltetes Mahl zum Tagesabschluss. Manches weist darauf hin, dass dabei - ähnlich wie beim Passahmahl - Gottes Heilsgeschichte in Erinnerung gerufen und verkündigt wurde. Dabei stand die Passionsgeschichte Jesu im Vordergrund (1 Kor 11,26). Einen besonderen Priesterdienst erwähnen die neutestamentlichen Abendmahlsberichte nirgends. Auch in Vorschriften für die Presbyter und Diakone (z.B. 1. Timotheusbrief 3,1-10) wird keine besondere Rolle bei der „Sakramentsverwaltung" erwähnt. Konflikte um das gemeinsame Mahl, die Paulus z.B. in Gal 2,14-16 erwähnt, weisen eher darauf hin, dass die Apostel als einfache Gemeindeglieder am Mahl teilnahmen.
Die römisch-katholische Kirche dogmatisierte die Transsubstantiationslehre im 4. Laterankonzil 1215: Sie glaubt an die Verwandlung der Substanzen von Brot und Wein in den realen Leib und das Blut Jesu Christi durch die vom Priester gesprochenen Wandlungsworte (Konsekration). Diese wird als unblutige Vergegenwärtigung des Opfers Christi durch den Priester verstanden. Weil in der konsekrierten Hostie der ganze (totus) Christus enthalten sei, bedürfe es nicht unbedingt der Austeilung des Kelches an die Gläubigen (Konzil von Konstanz 1414-1418). Dieser bleibt daher im Regelfall dem Priester vorbehalten.
Auch für die orthodoxen Kirchen und verschiedenen evangelischen Konfessionen ist Christi Leib und Blut im Heiligen Abendmahl real gegenwärtig. In welcher Weise diese Realpräsenz verstanden wird, weicht in ihren Lehren dazu jedoch teilweise erheblich voneinander ab. Innerhalb der evangelischen Kirchen besteht schon seit der Reformationszeit keine Einigkeit in Bezug auf das Sakramentsverständnis, besonders über die wörtliche oder symbolische Deutung der Einsetzungsworte:
Die Lutherischen Bekenntnisschriften lehren im Anschluss an Martin Luther die Realpräsenz Jesu Christi, seines Leibes und Blutes in, mit und unter den Elementen von Brot und Wein, machen diese jedoch nicht vom Priesterwort, sondern einzig von Jesu Einsetzungsworten selber abhängig und lehnen die Verwandlung der Elemente als Opferwiederholung strikt ab.
Die Reformierte Kirche folgt dagegen dem Heidelberger Katechismus und versteht die Elemente als von Jesus selbst bestimmtes Abbild des Sterbens Jesu. Danach sind Brot und Wein nur Zeichen, die Christi Leib und Blut „bedeuten", aber nicht „sind". Bei den Calvinisten ist dieses Zeichen gegenüber dem, was es zeigt, aber nicht beliebig und ersetzbar, da Jesus Christus selbst eben dieses Brot und diesen Wein gedeutet habe. In der berufenen Gemeinschaft der Gläubigen, der ecclesia, ist auch für sie Jesu Leib real präsent.
Bei von Huldrych Zwingli bestimmten rationalistisch-aufgeklärten Deutungen sind die Elemente dagegen bloße Symbole des Sterbens Jesu Christi, so dass das Abendmahl zur reinen Gedächtnis- bzw. Erinnerungsfeier wird. Diese Auffassung vertreten auch die meisten Baptisten, Pfingstgemeinden und manche Neuoffenbarer-Gruppen.
siehe dazu auch: Kommunion.
In einigen Kirchen, beispielsweise in der anglikanischen Kirche und manchen Freikirchen, ist die Art des Brots nicht vorgeschrieben und sowohl Hostien als auch gesäuertes Brot können verwendet werden.
Im 19. Jahrhundert kam zuerst durch die Heiligungsbewegung und die mit ihr verbundene Abstinenzbewegung in den Vereinigten Staaten der Brauch auf, aus Rücksicht auf Kinder und Alkoholiker keinen Wein, sondern Traubensaft zum Abendmahl zu reichen. Das ist heute in der evangelisch-methodistischen Kirche, in vielen Kirchen der reformierten Tradition und manchen unierten Landeskirchen üblich bzw. als Ausnahme zulässig.
Während die jeweilige Tradition in den meisten Kirchen keine hitzigen Debatten bewirkt, gibt es auf beiden Seiten auch leidenschaftliche Verfechter der eigenen Tradition, die mit biblischen und theologischen Argumenten für ihre Sichtweise kämpfen:
Trotz aller Unterschiede gibt es in der Abendmahlsliturgie viele Elemente, die - in mehr oder weniger festgelegter Form und Reihenfolge - in den meisten Konfessionen vorkommen. Manche dieser Elemente sind schon aus Liturgien des zweiten und dritten Jahrhunderts überliefert.
Bei Kirchen, die offene Kommunion praktizieren, sind auch Nichtmitglieder der betreffenden Kirche zum Abendmahl zugelassen. Je nach Kirche gibt es dabei gewisse Einschränkungen:
Bei Kirchen, die geschlossene Kommunion praktizieren, beschränkt sich die Zulassung zum Abendmahl auf Mitglieder der betreffenden Kirche und Mitglieder von Kirchen, mit denen sie in voller Kirchengemeinschaft steht.
Offiziell ist eine gemeinsame Feier von evangelischen Christen und römischen Katholiken derzeit nicht möglich (siehe auch Interzelebration, Konzelebration), jedoch können unter besonderen Umständen für einzelne Personen Ausnahmen gestattet sein. (Vgl. hierzu den Briefverkehr zwischen Prof. Gotthold Hasenhüttl und der durch Kardinal Ratzinger vertretenen "Congregatio pro Doctrina Fidei", http://www.ikvu.de/oekt/hasenhuettl-bestaetigung-suspendierung-2004.html).
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen christlichen Abendmahlsverständnisses ist die Lima-Erklärung des Weltkirchenrates.
Die aktuelle theologische Diskussion über die Möglichkeit der Abendmahlsgemeinschaft besonders zwischen evangelischen und römisch-katholischen Christen wird unter dem Begriff der 'eucharistischen Gastfreundschaft' bzw. 'Gastbereitschaft' geführt. Evangelische und auch einige katholische Theologen plädieren für diese Gastfreundschaft beim Abendmahl bzw. der Eucharistiefeier, da es letztendlich Christus selbst sei, der alle Christen einlade. Die offizielle Position der römisch-katholischen Kirche ist hingegen, dass es keine 'allgemeine eucharistische Gastfreundschaft' geben könne, solange keine Kirchengemeinschaft besteht. Besonders dringlich stellt sich die Fragen nach der 'eucharistischen Gastfreundschaft' für Ehepaare, in denen ein Partner der römisch-katholischen Kirche angehört.
In den orthodoxen Kirchen sind orthodox getaufte Kinder gleich welchen Alters zum Abendmahl zugelassen. In den Reformierten Kirchen der Schweiz kennt man das Kinderabendmahl seit Jahrzehnten und es hat seinen Ort in der Praxis gefunden. Dieser Brauch wird auch von immer mehr Kirchen außerhalb der Schweiz übernommen.
Leonardo_da_Vinci_(1452-1519)_-_The_Last_Supper_(1495-1498).jpg: Das Abendmahl (1495 - 1497)]]
Die römisch-katholische Kirche bezeichnet das Abendmahl meist als Eucharistie, wobei dieser Ausdruck sowohl für die gesamte Messfeier, als auch nur für den Mahlteil stehen kann.
In der Eucharistiefeier, die als Gegenwärtigsetzung des letzten Abendmahles verstanden wird, werden Brot und Wein entsprechend der katholischen Theologie durch Jesus Christus selbst in sein wahres Fleisch und Blut verwandelt. Deshalb spricht der Priester an Christi statt (in persona Christi) die Einsetzungsworte "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut".
Nach katholischem Verständnis vergegenwärtigt die Eucharistie (deshalb auch „Messopfer“ genannt) in unblutiger Weise das eine Kreuzesopfer, das Christus für die Menschen dargebracht hat, für die Vergebung der Sünden (siehe auch Geheimnis des Glaubens). Dieser Opfergedanke ist für die katholische Kirche wesentlich: Wer sagt, in der Messe werde Gott nicht ein wirkliches und eigentliches Opfer dargebracht, oder die Opferhandlung bestehe in nichts anderem, als dass uns Christus zur Speise gereicht werde: der sei (aus der Kirche) ausgeschlossen. (DH 1751)
Die katholische Kirche lehrt die Realpräsenz in den Gestalten des Brotes und des Weines. Durch das vom Priester gesprochene eucharistische Hochgebet, speziell durch die Epiklese (Anrufung des Heiligen Geistes) und die Konsekrationsworte, vollzieht sich die Transsubstantiation, die geheimnisvolle Wesensverwandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Für die katholische Kirche ist also in der konsekrierten Hostie Jesus real gegenwärtig und bleibt es auch nach der eigentlichen Opferfeier, weshalb die Hostien im Tabernakel verschlossen und auch als reale Präsenz Jesu Gegenstand der Anbetung werden - nicht nur verehrt wie bildliche Darstellungen von Jesus.
Nach katholischem Glauben ist Jesus Christus sowohl unter der Gestalt des Brotes als auch unter der Gestalt des Weines ganz und lebendig mit Leib und Blut, Seele und Gottheit enthalten. Somit ist die Kommunion unter beiden Gestalten theologisch betrachtet nicht notwendig. Aus diesem Glauben entwickelte sich seit dem Hochmittelalter die Eucharistiepraxis, dass der Kelch von den Laien mehr und mehr gemieden und ihnen schließlich entzogen wurde; nur der Priester trank den Wein, damit nichts verschüttet wurde (s. Laienkelch). Heute ist der Empfang der Kommunion unter beiderlei Gestalt wieder möglich, wird aber selten praktiziert.
Das Sakrament wird durch seinen korrekten, der Einsetzung gemäßen Vollzug, ex opere operato bewirkt. Da Jesu Auftrag, Brot und Wein zu seinem Gedächtnis zu teilen, an die Apostel erging, kann die Konsekration nach katholischer Auffassung nur von geweihten Priestern gültig und nur von Ordinierten erlaubterweise vollzogen werden, da nur diese durch ihre Weihe Stellvertreter der Bischöfe sind, welche wiederum Nachfolger der Apostel sind.
Voraussetzung für die Kommunion ist der Glaube an die Realpräsenz Christi, weshalb kleine Kinder (außer in den katholischen Ostkirchen) nicht kommunizieren dürfen, da sie die Hostie noch nicht von normalem Brot unterscheiden können. Weiterhin muss der Kommunizierende auch frei von schweren Sünden sein - gegebenenfalls muss er sich vor der Kommunion in der Beichte mit Gott versöhnen.
Die Katholische Kirche empfiehlt die häufige und sogar tägliche Kommunion. Der Empfang der Eucharistie vermehre die Liebe Gottes, bewahre dadurch vor der Anhänglichkeit an die Sünde und bewirke die Vergebung leichterer Sünden. Indem das in der Kirche vereinte Volk Gottes beim Mahl des Herrn den Leib Christi empfängt, werde es selbst zum "Leib Christi".
Die Anwesenheit von Gläubigen ist für die Feier der Eucharistie unabdingbar — eine eucharistische Liturgie ohne Gläubigen ist so wenig möglich wie ohne Priester. Ein Priester darf die Eucharistie höchstens einmal am Tag feiern, sie darf auch in jedem Kirchengebäude nur einmal am Tag stattfinden und ein Gläubiger ebenfalls höchstens einmal am Tag daran teilnehmen. Tägliche Eucharistiefeier ist jedoch in der Orthodoxie auch für Priester ziemlich unüblich, gewöhnlich ist eher der wöchentliche Rhythmus, vor allem die Feier am Sonntag. Alle getauften orthodoxen Christen dürfen die Eucharistie empfangen, auch Kleinkinder, da die orthodoxe Kirche "Glauben" vor allem im Sinne eines Vertrauens versteht, zu dem auch kleine Kinder schon fähig sind, weniger im Sinne eines "Für-wahr-Haltens", das einen entwickelten Verstand erfordern würde. Allerdings verlangen einige Kirchen von erwachsenen Teilnehmern eine vollständige Beichte am Vorabend, was dazu geführt hat, dass in manchen orthodoxen Kirchen die Erwachsenen gewöhnlich nur einige Male im Jahr selbst die Eucharistie empfangen, während sie sonst nur als Mitbetende oder Sänger teilnehmen. Es gibt zur Zeit jedoch Bestrebungen, den wöchentlichen Empfang wieder zur Norm zu machen.
In den Orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus wird der Mittelteil eines runden, gesäuerten, beim Backen mit christlichen Symbolen gestempelten Brotlaibs (Prosphore) — Sauerteig gilt als Gleichnis des Reiches Gottes — verwendet, sowie durch Beigabe von ein wenig kochendem Wasser (Zeon) ungefähr auf Blutwärme erwärmter Rotwein. Der Mittelteil wird auch als Lamm bezeichnet. Allein dieses Lamm und der Wein werden konsekriert. Leib und Blut Christi werden vor der Ausgabe an die Gläubigen im Kelch vermischt und diese Mischung wird dann mit Hilfe eines goldenen Löffels an die Gläubigen ausgegeben. Die im Westen mittlerweile wieder übliche Handkommunion ist hier nicht bekannt, die Gläubigen empfangen die Kommunion in den Mund. Bleibt ein Rest, wird dieser nach der Kommunionspendung vom Diakon oder vom Priester verzehrt. Für die Krankenkommunion wird stets ein kleines Stück des konsekrierten Lammes, das mit einem Tropfen konsekriertem Wein getränkt wird, aufbewahrt im sogenannten, dem Tabernakel ähnlichen Artophorion. Eine Anbetung und Verehrung der Eucharistie außerhalb der Göttlichen Liturgie ist nicht üblich.
Wie das Lamm, das später konsekriert wird, so werden auch einige andere Teile während der Proskomidie aus der Prosphore mit Hilfe eines als Lanze bezeichneten Messers herausgeschnitten; dieser Name erinnert an die Lanze, die ein römischer Soldat nach dem Bericht des Johannesevangeliums in den leblosen Körper des Gekreuzigten stieß, um festzustellen, ob er bereits tot war. Beim ersten einstechen der Lanze fordert der Diakon den Priester auf: "Schlachte, Gebieter!"; hier wird die Opfersymbolik sehr deutlich.
Die oben erwähnten anderen Teile des Brotes stellen während der Liturgie die Gottesmutter Maria, die Heiligen und alle lebenden und verstorbenen Gläubigen dar, werden aber nicht konsekriert. Nach der Kommunionausteilung werden sie ebenfalls in den Kelch gegeben und verzehrt. Der restliche, äußere Teil des Brotlaibs und zusätzliche Brotstücke werden nach der Konsekration des Lammes und des Weines gesegnet, aber eben nicht konsekriert. Dieses sogenannte Antidoron wird nach der Liturgie an die Gläubigen verteilt und von diesen sofort gegessen oder - etwa für daheimgebliebene kranke oder ältere Menschen - mit nach Hause genommen. Dieses Antidoron wird auch an nicht-orthodoxe ausgeteilt.
Martin Luther hat am römischen Verständnis des Sakramentes an entscheidenden Stellen Kritik geübt und es mit Berufung auf das Evangelium neu interpretiert.
Allerdings hält Luther an der bleibenden Präsenz Christi in den konsekrierten Elementen fest. Noch über Luthers Tod hinaus werden die konsekrierten Hostien in der Monstranz und in einer Sakramentsnische oder einem Tabernakel auch in lutherischen Kirchen aufbewahrt und von den unkonsekrierten unterschieden. Luther und die ihm folgenden Theologen ("Gnesiolutheraner") zogen Pfarrer, die konsekrierte von nichtkonsekrierten Hostien nicht deutlich unterschieden, zur Rechenschaft. Sie wurden teilweise ihres Amtes enthoben. Luthers persönlicher Glaube an die Realpräsenz wurde auch in seinem vorsichtigen Umgang mit dem konsekrierten Wein sichtbar. Er verwarf es jedoch, "den leib Christi in prozeßionen umherzutragen und anzubeten" (dies geschieht beispielsweise an Fronleichnam). Noch heute ist es in einigen Gemeinden der Selbständig-Evangelisch-Lutherischen-Kirche (SELK) üblich, die konsekrierten Hostien im Tabernakel aufzubewahren.
Da nach Luthers Überzeugung Christi wahrer Leib und sein wahres Blut im Abendmahl real präsent sind, wird Jesu Leib und Blut in der Feier sowohl von Gläubigen als auch von Ungläubigen empfangen (sog. manducatio impiorum), wobei die Ungläubigen (diejenigen, die nicht glauben, wirklich Christi Leib und Blut zu empfangen) sich das selbst das Mahl zum Gericht nehmen und schuldig am Leib und Blut des Herrn werden (vgl. 1. Kor. 11,27-29). Nicht der Glaube macht das Sakrament, sondern Christi Zusage: "Das ist mein Leib - Das ist mein Blut". Durch die vom Glauben unabhängige Gegenwart Christi können die Teilnehmer in ihrer Heilsgewissheit gestärkt werden. Das Sakrament schafft den Glauben, nicht umgekehrt.
Ein zeitgenössisches Verständnis des Abendmahles ist z. B. das des evangelischen Theologen Ernst Lange (1927-1974). Er definiert Abendmahl anhand des Satzes "Geber und Gabe des Abendmahls ist Jesus Christus selbst" folgendermaßen:
Während des evangelischen Kirchentages am 14.-17. Juni 2001 gab es einen Versuch, eine neue Abendmahlsliturgie einzuführen. Begründet wurde dies dadurch, dass Christen Anstoß an der Vorstellung, Christi Fleisch zu essen und Blut zu trinken genommen hatten. In dem Liturgievorschlag des Kirchentags zur Abendmahlfeier hieß es: "Wir lassen die Vorstellung, Fleisch zu essen und Blut zu trinken, endgültig hinter uns." Statt der traditionellen Einsetzungsworte "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut", sollte es nach neuer Liturgie heißen: "Mein Leben für Euch".
Sowohl von Seiten der Römisch-Katholischen Kirche als auch von vielen protestantischen Gläubigen wurde dies massiv kritisiert, sodass sich die Kirchentagsleitung am Ende von diesem Vorschlag distanzierte und in den meisten der 120 Gemeinden zum Kirchentag die "korrekte" Liturgie verwendet wurde.
Eine Variation ist es, zum Brechen des Brotes die Worte "Mein Leben für Euch", und zum Austeilen des Weines die Worte "Der Kelch des Heils" zu verwenden. Die genannte Kirchentagsliturgie ist mittlerweile praktisch bedeutungslos, wird aber zeitweise von Laien erbeten.
In der englischen Kirche wurde schon bald nach der Reformation um die Lehre von der Transsubstantiation heftige Debatten geführt. Zunächst hielt man, nachdem Heinrich VIII. mit der römischen Kirche gebrochen hatte, noch eine Weile an der katholischen Auffassung fest. Doch unter Edward VI. kam der deutsche Reformator Martin Bucer nach Cambridge, wurde dort Professor und beeinflusste die Theologie der Kirche von England maßgeblich. Zu dieser Zeit hatte Bischof Thomas Cranmer anfänglich eine lutherische, sein Kollege Nicholas Ridley eine reformierte Position vertreten. Bucer versucht zwischen diesen Einstellungen zu vermitteln, wie er es auch schon auf dem Kontinent getan hatte. Er lehnte einerseits eine durch die Sinne wahrnehmbare Gegenwart Christi im Abendmahl ab, andererseits vertrat er die Auffassung, dass Christus in den Elementen Brot und Wein gegenwärtig sei.
Bucer unterscheidet dafür zwischen dem Äußerlichen und dem Geistlichen oder Innerlichen und ist in seinem Denken damit den Mystikern näher. Er kommt zu dem Schluss, dass das Zeichen des Leibes Christi, d.h. das Brot, dem Munde gereicht wird. Gleichzeitig wird der wahre Leib Christi der Seele dargeboten. Diese Aussage Bucers findet sich später in den Gebeten des Book of Common Prayer wieder und zeigt sehr schön, dass er eine eigenständige Abendmahlstheologie vertrat. Man wird dem „englischen“ Bucer nicht gerecht, wenn behauptet wird, er habe die Auffassung Zwinglis geteilt. Beeinflusst von dieser mystischen Position Bucers sagt dann Cranmer später: „...is the very body of Christ inwardly by faith indeed eaten of all them that come thereto as they ought to do, with eating nourisheth unto everlasting life.“
Doch Cranmer unterscheidet sich in seinen Formulierungen von Bucer, weil er sich nicht ausschließlich einer „biblischen“ Sprache bedient. Seine Aussagen wirken von daher klarer und deutlicher.“We say not...that the body of Christ is corporally, naturally and carnally either in the bread and wine or forms of bread and wine, or in them that eat and drink there-of: but we say that he is corporally in heaven only, and spiritually in them that worthily eat and drink the bread and wine.“ Cranmer weist in seinem Denken ähnlich mystische Tendenzen auf wie Bucer, was zum Beispiel in seiner Antwort auf die Frage deutlich wird, ob es eine würdige und unwürdige Teilnahme am Abendmahl gibt: „All men eat not Christ‘s body nor drink his blood - Christ is spiritually eaten of all faithful christian men, not only when they receive the sacrament, but continually, so long as they be members of Christ‘s spiritual body.“
Diese differenzierte Haltung von Bucer und Cranmer fand ihren Niederschlag in den 39 Glaubensartikel ("Articles of Religion") von 1571, in denen die obengenannte Haltung wiedergegeben wird. Auch heute hält der Katechismus der Episcopal Church in the USA diese duale Natur des Sakraments fest: eine äußere Form und eine innere, geistige Gnade. Durch diese Anerkennung beider Realitäten wird die via media als charakteristisch anglikanische Lösung auch auf Fragen der Eucharistie angewandt. *
Radikalere Theologen, die den Anglikanismus stärker in eine reformiert-puritanische Richtung ziehen wollten, verglichen die Vorstellung des Verspeisens des Leibes Christi beim Abendmahl sogar mit Kannibalismus. Erzbischof John Tillotson ging in seinem Discourse against Transubstantiation (1684) so weit, den Begriff hocus pocus vom lateinischen hoc est corpus abzuleiten und schrieb, dass es lächerlich und ein Skandal sei, daran zu glauben, dass man beim Abendmahl das Fleisch des Menschensohns esse und sein Blut trinke: "what can any man do more unworthily towards a friend? How can he possibly use him more barbarously, than to feast upon his living flesh and blood?" Das Pendel der theologischen Mode in der anglikanischen Kirche schwang im 19. Jahrhundert allerdings wieder mit der sog. Oxford-Bewegung (John Henry Newman) zurück. Die Realpräsenz wurde wieder betont, in einer Weise, die näher an der römisch-katholischen Auffassung erinnerte (Anglo-Katholizismus). Heute wird innerhalb der anglikanischen Kirche ein breites Spektrum an Auffassungen vertreten.
Das Abendmahl ist für die Methodisten eine Feier der ganzen Kirche - alle Christen sind willkommen, auch nicht getaufte, die im Glauben daran teilnehmen wollen. Niemand darf wegen Alters oder mangelnden Verständnisses abgelehnt werden. Das Abendmahl ist eine liturgische Feier, bei der ein/e Geistliche/r präsidiert. Die methodistische Kirche war im 19. Jahrhundert aktiver Teil der Abstinenzbewegung und verwendet aus dieser Tradition heraus Traubensaft und keinen Wein.
Kirchen, die der Lehre von Zwingli und Calvin folgen, vertreten die Auffassung, Brot und Wein seien nur Zeichen für Jesus. Wenn Jesus sagt: "Das ist mein Leib", dann sei dieses ist als bedeutet zu verstehen, so Ulrich Zwingli (1484-1531). Das Abendmahl gilt als ein reines Gedächtnismahl zum Gedenken an den Opfertod Christi. Für Zwingli ist das Fleisch nach Joh. 6, 63 "nichts nütze", es könne unseren Geist nicht nähren. Gott handle vielmehr als Geist im Geiste des Menschen. Die Vorstellung von der Transsubstantiation ist für ihn daher ein Wahn. Auch für Calvin sind Brot und Wein beim Abendmahl lediglich "Zeichen und Zeugnisse" der Gegenwart Christi, den wir leiblich aber nur in der "Höhe", im Himmel finden. Dort allein ist er zuhause. Es hat daher keinen Sinn, ihn hier auf Erden im Brot und Wein zu suchen. Erfahrbar wird der himmlische Leib Christi allein durch den Glauben an ihn und durch das Band des Heiligen Geistes.
Zum Abendmahl gehört nach reformierten Ritus, dass das Abendmahl "unter beiderlei Gestalt" (Brot und Wein) von allen empfangen wird. Zur Liturgie, die nicht für alle Fälle genau festgelegt ist, gehören ein Abendmahlsgebet, ein Dankgebet und die Einsetzungsworte (meistens nach 1. Kor 11,23-26).
Das Abendmahl kann durch Pfarrer und Älteste in den Reihen gereicht, Brot und Kelch werden dem Nachbarn weitergegeben, es ist aber auch möglich, dass die Gemeinde nach vorne kommt, um das Abendmahl zu empfangen. Im ersteren Fall liegt die Betonung auf der gemeinsamen Priesterschaft aller Gläubigen, im zweiten Fall auf der Einladung zum Abendmahl durch Jesus und der Antwort des Gläubigen durch hervortreten.
In den Schleitheimer Artikeln von 1527 wird erklärt, dass das Abendmahl nur von denen gemeinsam gefeiert werden kann, die auch durch die Glaubenstaufe zur Gemeinde Gottes gehören.
Febr. 05 00171.jpg einer Baptistengemeinde]] Das reformierte Abendmahlsverständnis wird auch von vielen Freikirchen, insbesondere von den Baptisten, geteilt. Baptisten feiern ihr Abendmahl so, wie es nach ihrer Überzeugung zur Zeit der urchristlichen Gemeinde geschah: an einem Tisch, dem "Tisch des Herrn". Die Gemeinde Jesu feiert hier das Abendmahl in Erinnerung an das "allgenugsame" Opfer Jesu am Kreuz. Baptisten betonen dabei den Gemeinschaftscharakter des Abendmahls stärker als ihre reformierten Schwesterkirchen: Die Ortsgemeinde versammelt sich um den Tisch des Herrn, um aus der Hand des erhöhten Christus Brot und Kelch als Zeichen seiner Liebe zu empfangen. Dies wird auch in der formalen Gestaltung der baptistischen Abendmahlsliturgie deutlich: Baptisten auf ihren Plätzen; Brot und Kelch werden ihnen durch die Diakone gebracht. Sie selbst reichen dann - oft mit einem Segenswort verbunden - das Abendmahl an ihren Sitznachbarn weiter. Wer nicht teilnehmen möchte, lässt Brot und Kelch an sich vorüber gehen. Ein besonderes bzw. vermittelndes Priestertum ist aus baptistischer Sicht nicht nötig; es widerspricht sogar dem eigentlichen Charakter des Abendmahls: "Hier muss unmissverständlich deutlich werden: Einer ist euer Meister: Jesus Christus; ihr aber seid Brüder!"
In den Gemeinden der Brüderbewegung wird das Abendmahl, Brotbrechen genannt, als Erinnerungsmahl gefeiert. Brot und Wein werden als "Zeichen der Liebe Gottes" verstanden.
Die Gemeinde versammelt sich in aller Stille um den Abendmahlstisch, auf dem sich Brot und Wein befinden. Es gibt keine festgeschriebenen Liturgie, der Heilige Geist soll die Feier gestalten. Er bewegt nach Auffassung der Brüdergemeinden verschiedene Männer der Gemeinde, zur Gestaltung der Feier beizutragen. So werden in nicht festgelegter Reihenfolge Bibeltexte gelesen, freie Gebete gesprochen, gemeinsam zu singende Lieder vorgeschlagen und z.T. auch kurze Ansprachen gehalten oder Erfahrungen mit Gott berichtet. Am Abendmahl teilnehmen kann in der Regel nur, wer von der Gemeinde dazu zugelassen wurde. Auswärtige Abendmahlsteilnehmer haben in einigen Gemeinden ein Empfehlungsschreiben ihrer Heimatgemeinde vorzuzeigen oder zumindest glaubhaft zu versichern, dass sie dort zum Abendmahl zugelassen sind.
Offene Brüdergemeinden pflegen inzwischen allerdings häufig eine "offene Abendmahlsgemeinschaft", in der alle wiedergeborenen Christen, auch anderer Konfessionen, zum Brotbrechen eingeladen sind.
Brüdergemeinden feiern das Abendmahl i.d.R. jeden Sonntag.
Die deutschen Adventisten feiern das Abendmahl offen und in der Regel nur vierteljährlich. Das Abendmahl wird in reformierter Tradition als Zeichen und als Ausdruck des Glaubens verstanden. Zur Vorbereitung gehören Selbstprüfung, Reue und Sündenbekenntnis. Vor dem eigentlichen Abendmahl findet innerhalb des Gottesdienstes eine Fußwaschung statt.
Nur eine kleine Gruppe von Zeugen, die sich als von Heiligem Geist Berufene verstehen (die sog. "144.000" aus der Johannesoffenbarung (Apokalypse)), verzehrt dabei Brot und Wein, die übrigen Zeugen und eventuelle Gäste sind als Beobachter der Feier anwesend. Da fast alle der "144.000" inzwischen verstorben sind, empfängt in den meisten Gemeinden heute niemand mehr Brot und Wein.
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