Ethnozentrismus meint die Beurteilung anderer Völker und Kulturen vom Standpunkt der eigenen Kultur und der mit ihr verbundenen Wertmaßstäbe aus. Ethnozentrisch ist der "normale" Standpunkt des Alltagsmenschen. Aufgrund unserer Eingebundenheit in die eigene Lebenswelt wird jede Betrachtung von Kultur ethnozentrisch sein. Ethnozentrisch ist jeder traditionelle Standpunkt wie z. B. der Blick der Griechen auf andere Völker, die unverstanden und ungeachtet ihrer "Leistungen" einfach als Barbaren bezeichnet wurden. Berühmte Beispiele von Ethnozentrismus sind die Zurschaustellungen von Angelo Soliman, Sarah Baartman und von Minik Wallace und seinen Angehörigen, außerdem die berüchtigten Völkerschauen, bei denen der Ethnozentrismus unmittelbar in Rassismus überging. Sehr stark ethnozentrisch sind die Nationalismen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Werden andere Kulturen oder deren Produkte auf der Grundlage eigener Werte und Normen bewertet, kommt es häufig zu einer Überhöhung der eigenen Kultur. So spricht man auch vom Kulturzentrismus. Diese Tendenz wird durch den unmerklichen und unreflektierten eigenen Kulturerwerb, die Enkulturation gefördert. Um einen Fall von Ethno- oder Kulturzentrismus handelt es sich beispielsweise, wenn in biografisch-enzyklopädischen Zusammenhängen das Hauptsymbol einer Religion (z.B. das † für "gestorben"Meinungsbilder/Formatvorlage_Biografie_%28Verwendung_des_Kreuz-Symbols%29) auch auf Protagonisten angewendet wird, die dieser Religion nicht angehörten oder sie sogar ablehnten.
Bei der Ethnisierung werden ethnozentrische Konzepte verfolgt, bei denen Personen oder Gruppen wegen ihrer Lebensgewohnheiten als homogene Gruppe angesehen werden.
1965 veröffentlichte Donald T. Campbell (1917-1996) eine zusammenfassende Darstellung seiner Arbeiten zum (bereits von Sumner eingeführten) Konzept des Ethnozentrismus: 'Variation and selective retention in socio-cultural evolution'.
Wichtige Grundlage den Standpunkt des Ethnozentrismus zu überwinden, ist die Kenntnis der Eigenart der eigenen Kultur und deren Relativierung als nicht universell gültig: Die Isolierung zentraler eigenkultureler Werte gegenüber den kulturellen Werten anderer Kulturen
Um dies zu verdeutlichen: Am Bsp Deutschland - Frankreich wäre dies an zentralen Begriffen, die kaum übersetzbar sind:
In diesen Begriffen drücken sich Vorstellungen aus von
Ethnozentrisch greifen wir unbewusst auf Begriffe unserer eigenen Kultur zurück und interpretieren mit ihrer Hilfe die Erscheinungen des Fremden.
Die vielleicht wichtigsten Ergebnisse der Forschung über Ethnozentrismus sind Konzepte zum Interkulturellen Lernen. Auf der Umsetzung solcher Konzepte ruht die Hoffnung auf langfristiger Vermeidung von Konflikten zwischen Angehörigen verschiedener Kulturen - gerade an Schulen. Das kritische Erkennen und Akzeptieren des eigenen unvermeidlichen Ethnozentrismus (Nieke: "aufgeklärter Ethnozentrismus") und das Erlernen Interkultureller Kompetenz soll helfen in einer Multikulturellen Gesellschaft das Miteinanderleben erträglich zu machen.
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