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Während Ernährung das ist, was Mensch, Tier und Pflanzen am Leben hält, so geht es bei der Esskultur um mehr. Speisen als Symbole der Reinheit oder auch der Sünde, regionale Spezialitäten und damit kulturelle Identifikation, Dekoration und Tischsitten, Regeln, Rituale oder gar Zeremonien, das alles beinhaltet dieser weite Begriff. Seit der Antike (Brot und Spiele) hatte das Essen stets mit der gesellschaftlichen Stellung und politisch-religiöser Macht zu tun (vgl. auch Ernährungssoziologie).

Man ist, was man isst - das Essen war und ist auch Ausdruck des sozialen Status, aber auch Gesundheit und Wohlbefinden hängen von der Qualität und Form der Ernährung ab. ....und wie man isst! In Zeiten des schnellen Hungerstillens ist ein großer Bestandteil der Esskultur, sich an einen gedeckten Tisch zu setzen und die Vielfalt von Speisen und Serviermöglichkeiten zu genießen.

Heute bestimmen in unserem Kulturkreis weniger die Fastengebote als vielmehr die Einsicht in gesundheitliche Zusammenhänge eventuelle Bestrebungen zur Mäßigung. Gleichzeitig dominieren die Hektik und damit Fertignahrung und Fast-Food unseren Alltag. Die Kochkunst hingegen ist bestimmt von Tradition und Innovation, denn das Kochen war einer der ersten kreativen Akte der Menschheit, die Haute Cuisine versteht sich als echte Kunst. Die Esskultur hat umgekehrt auch die Menschen beeinflusst: Weil unsere frühen Vorfahren ihre Speisen garen konnten, bildete sich ihr Gebiss mit der Zeit zurück, und der Mund wurde schließlich zur Artikulation von Sprache tauglicher.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Esskultur erfolgt durch die volkskundliche Nahrungsforschung und die Kulturgeschichte.

Siehe auch


Literatur


  • Gunter Hirschfelder: Europäische Esskultur. Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute. Campus, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3593368153
  • Gert von Paczensky, Anna Dünnebier: Kulturgeschichte des Essens und Trinkens. Orbis, München 1999, ISBN 357210047X
  • Reay Tannahill: Kulturgeschichte des Essens. dtv, München 1979 (Food in History, London 1973)
  • Döbler,H.: 'Kochkünste und Tafelfreuden', Orbis-Verlag München, 2000 ISBN: 3-572-01150-7
  • Montanari, M.: 'Der Hunger und der Überfluß', C.H. Beck-Verlag München, 1999 ISBN: 3-406-44025-8

Weblinks


Zitate


Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark und unerschütterlich; daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern. (Molière)

Esskultur Volkskunde

 

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