Essertines-sur-Rolle ist eine politische Gemeinde im Distrikt Rolle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Die Fläche des 6.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Jurafussplateaus und der Waadtländer Côte. Der obere Gemeindeteil umfasst das gegen Osten geneigte Hochplateau, das von den Bächen Ruisseau des Chaux und Ruisseau des Rottières (bildet teilweise die Nordgrenze) zur Aubonne entwässert wird. Nach Westen erstreckt sich das Gebiet in den Wald Le Saugey, in dem mit 896 m ü. M. der höchste Punkt von Essertines-sur-Rolle erreicht wird. Die südliche Gemeindegrenze verläuft meist auf der Kante oberhalb des Steilabfalls der Côte (Les Bioles, 811 m ü. M.). In einem schmalen Zipfel reicht das Gemeindegebiet nach Süden bis an den Fuss der Waadtländer Côte und umfasst deren Steilhang zwischen den Bächen Le Flon im Westen und Ruisseau de Famolens im Osten. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 21 % auf Wald und Gehölze und 72 % auf Landwirtschaft.
Zu Essertines-sur-Rolle gehören die Weiler Châtel (739 m ü. M.), Bugnaux (599 m ü. M.) am Hang der Côte, Roussillon (492 m ü. M.) östlich des Flon bei Tartegnin und Creux du Mars (429 m ü. M.) am Fuss der Côte am Bach Flon sowie zahlreiche Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Essertines-sur-Rolle sind Mont-sur-Rolle, Tartegnin, Gilly, Burtigny, Saint-Oyens, Gimel und Pizy.
Essertines-sur-Rolle gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Mont-le-Vieux, die im Besitz der Herren von Cossonay-Prangins war. 1293 kam die Herrschaft in den Besitz der Savoyer, 1366 in denjenigen der Viry. Um das Schloss Mont-le-Vieux, das sich auf einem Vorsprung oberhalb von Bugnaux befand, entwickelte sich ein kleiner Marktflecken, der 1179 erstmals genannt und 1475 zusammen mit dem Schloss von den Eidgenossen zerstört wurde. In der Folge wurde der Flecken verlassen, und die Bewohner siedelten sich zumeist in Bugnaux an.
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Essertines-sur-Rolle unter die Verwaltung der Vogtei Morges, wobei die Gerichtsbarkeit von den Kastlaneien Rolle und Mont-le-Vieux ausgeübt wurden. 1784 fielen zahlreiche Häuser einer Feuersbrunst zum Opfer. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Essertines-sur-Rolle von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde das Dorf dem Bezirk Aubonne zugeteilt, 1803 kam es an den Bezirk Rolle. Dem Bestreben der Bevölkerung von Bugnaux und Châtel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eine selbständige Gemeinde zu gründen, wurde nicht stattgegeben.
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