Essert-Pittet ist eine politische Gemeinde im Distrikt Yverdon des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Essert-Pittet liegt auf 450 m ü. M., 7 km südwestlich der Bezirkshauptstadt
Yverdon-les-Bains (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich leicht erhöht am östlichen Rand der
Orbeebene, am Fuss der nördlichen Ausläufer des Hochplateaus des
Gros de Vaud, im Waadtländer
Mittelland.
Die Fläche des 2.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des nördlichen Waadtländer Mittellandes. Der Gemeindeboden erstreckt sich von der flachen Orbeebene (435 m ü. M.) ostwärts bis in den bewaldeten Hang der Côtes de Chalamont. Hier wird mit 569 m ü. M. der höchste Punkt von Essert-Pittet erreicht. Im Süden befindet sich der Geländevorsprung Crevel (490 m ü. M.), und die Südgrenze verläuft entlang des Baches Ruisseau des Combes. Im Westen bildet abschnittsweise der Canal Oriental (Teil des Entrerocheskanals) die Grenze. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 10 % auf Siedlungen, 8 % auf Wald und Gehölze und 82 % auf Landwirtschaft.
Zu Essert-Pittet gehören einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Essert-Pittet sind Orbe, Ependes, Suchy und Chavornay.
Bevölkerung
Mit 122 Einwohnern (Ende 2005) gehört Essert-Pittet zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 86.4 % französischsprachig, 4.8 % deutschsprachig und 3.2 % englischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Essert-Pittet belief sich
1850 auf 124 Einwohner,
1900 auf 123 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung zwischenzeitlich auf 95 Einwohner (
1980) abgenommen hatte, wurde seither wieder ein leichter Bevölkerungszuwachs registriert.
Wirtschaft
Essert-Pittet war bis in die zweite Hälfte des
20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der
Ackerbau (insbesondere Gemüseanbau) und der
Obstbau eine wichtige Bedeutung in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Früher gab es auch etwas
Weinbau. Einige weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich Essert-Pittet auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in
Yverdon arbeiten.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der alten Hauptstrasse von Yverdon nach
Chavornay. Der Autobahnanschluss Chavornay an der
1981 eröffneten
A1 (Lausanne-Yverdon), die das Gemeindegebiet durchquert, ist rund 3 km vom Ortskern entfernt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich auch die Verzweigung Essert-Pittet, wo die
A9 nach Orbe und
Vallorbe von der A1 abzweigt. Am
7. Mai 1855 wurde der Abschnitt Yverdon-
Bussigny-près-Lausanne der Eisenbahnlinie Yverdon-Lausanne mit einem Bahnhof in Essert-Pittet eröffnet.
Geschichte
Das Gebiet von Essert-Pittet wurde in der
Römerzeit von einer Strasse aus dem Gebiet Entreroches nach Yverdon gequert. Aus dieser Zeit wurden Münzen und Ziegel gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte
1100 unter dem Namen
Exertus,
1453 erschien die Bezeichnung
Essers. Der Ortsname ist auf
exsartum, das Partizip Perfekt des spätlateinischen Wortes
exsarire (roden, urbar machen) zurückzuführen.
Essert-Pittet war zunächst Teil der Herrschaft Belmont, kam aber 1283 an die Herrschaft Echallens. Seit 1430 bildet es eine eigene kleine Herrschaft. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Vogtei Yverdon. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Essert-Pittet von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Yverdon zugeteilt.
Sehenswürdigkeiten
Die Kirche von Essert-Pittet wurde
1746 neu erbaut. Im Dorf sind einige typische Bauernhäuser aus dem
18. und
19. Jahrhundert erhalten.
Weblinks
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