Essen-Steele-Brunnen-2005.jpg | Essen Fürstin-Franziska-Christiane-Stiftung 4.jpg]] Steele war von 1578 an eine Stadt im Ruhrgebiet. Seit 1929 ist Steele ein Stadtteil im Stadtbezirk VII Steele/Kray im Osten der Stadt Essen mit 17.346 Einwohnern (Stand: 31.12.2005). Er hat eine Gesamtfläche von 3,03 Quadratkilometern und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 67 Metern ü. NN. Steele grenzt im Süden an die Ruhr. Steele ist innerhalb von Essen als ein Mittelzentrum eingestuft.
938 hielt König Otto I. einen Hoftag zu Steele.
1047 wird in einem Verzeichnis des Klosters zu Werden die Bauerschaft Freisenbruch (heute östlicher Essen-Steeler Ortsteil) erwähnt. Durch diese Bauerschaft verlief der Hellweg.
1318 wurden von Fürstin Anna Salome Weinberge in der Nähe von Steele angelegt.
1578 erhielt Steele die Stadtrechte. Die Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim verlieh der Stadt ihr Siegel mit drei Ringen.
1580 wurde Steele im Städtebuch von Bruyn und Hugenberg mit seinen ertragreichen Kohlengruben erwähnt.
Die Äbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1724-1776) stiftete in Steele ein Waisenhaus, dessen Barockfassade noch heute das Erscheinungsbild Steeles prägt.
1794 wurde die vom Minister von Heinz im Jahre 1787 festgelegte neue Landstraße von Essen über Steele nach Bochum fertig gestellt. Die Benutzer der Chaussee mussten Wegegeld entrichten.
1847 wurde Steele gegenüber auf der anderen Ruhrseite von der ersten Eisenbahn, der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn von Vohwinkel über Neviges, Langenberg, Kupferdreh und Überruhr erreicht.
1862 kam die von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn gebaute Bahnverbindung von Duisburg über Essen, Steele und Bochum nach Witten hinzu. 1863 übernahm die Bergisch-Märkische Eisenbahn die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn und verband beide Strecken über eine neue Ruhrbrücke. Außerdem eröffnete sie eine neue Verbindung nach Dahlhausen. Der entstandene Knotenbahnhof hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen: Königssteele, Steele Nord, Steele Hbf, heute Essen-Steele Ost.
1875 wurde die markante, neugotische kath. Pfarrkirche St. Laurentius eingeweiht, deren Vierungs-Oktogon von einem Dachreiter bekrönt wird, der fast die Höhe des Westturms erreicht. Im Volksmund wird die unmittelbar oberhalb der Steeler Altstadt gelegene Kirche als "Steeler Dom" bezeichnet.
1878/1879 wurde die Strecke Heißen - Altendorf (Ruhr) der Rheinischen Eisenbahn mit dem Bahnhof Steele Süd in Betrieb genommen.
1926 wurde das Amt Königssteele (Eiberg, Horst und Freisenbruch) nach Steele eingemeindet. Diese Eingemeindung dauerte nicht lange, denn 1929 wurde Steele nach Essen eingemeindet.
In den 1920er Jahren wurde oberhalb der Steelenser Altstadt rund um den Laurentiusweg und den Steeler Stadtgarten ein neues Wohnviertel errichtet, das einige qualitätvolle, denkmalgeschützte Wohnhäuser im Stile des architektonischen Expressionismus aufweist (Schnütgenstraße).
Mitten in Steele stand früher auch eine Synagoge, die am 14. September 1883 eingeweiht wurde. Am 10. Oktober 1938 wurde sie niedergebrannt.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt Steele bei zahlreichen angloamerikanischen Bombenangriffen hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung sowie starke Beschädigungen an der Bausubstanz.
In den späten 1960er und den frühen 1970er Jahren war Steele Schauplatz einer der größten städtebaulichen Umstrukturierungsmaßnahmen der Spätmoderne in Deutschland. Unter dem Stichwort "Sanierung" wurde Steele in weiten Teilen durch Abriss und Neubau umgestaltet. Dabei wurden sowohl ganze Straßenzüge aus vorindustriellen Fachwerkhäusern geopfert, als auch weite Bereiche mehr oder weniger intakter gründerzeitlicher Bebauung zerstört.
Für den Bau des Kaufhauses Wertheim (1972) wurde bedeutende historische Substanz zerstört. Das Kaufhaus wurde bereits im Februar 1979 wieder geschlossen. Der Bau stand lange leer; die Ansiedlung von Supermärkten (Globus, Spar) scheiterte, gab dem Gebäude jedoch seinen heutigen Namen "Globus-Center". Heute wird das Gebäude von einem Elektronik-Markt sowie der Stadt Essen, und der Bäckerei Döbbe mit einem Café genutzt. Im Souterrain stehen noch ca. 4500 qm leer.
Im Zusammenhang mit den Steeler Umstrukturierungsmaßnahmen wurde auch der „Verkehrsknoten S-Bahnhof Essen-Steele West“ als zentraler Verknüpfungspunkt zwischen S-Bahn, Stadtbahn und Bus angelegt. Er übernahm danach den Namen von dem ca. 1 km entfernten alten Bahnhof „Essen-Steele“, der in „Essen-Steele Ost“ umbenannt wurde.
Im Rahmen der Sanierung wurden mehrere vormals stark befahrene Durchgangsstraßen im Stadtkern zu einer Fußgängerzone mit Fachgeschäften und Boutiquen umgewandelt. Die Plätze sind teilweise recht unbelebt, jedoch arbeiten die Stadt Essen und der Einzelhandel dem mit regelmäßigen Veranstaltungen (z.B. Steeler Weihnachtsmarkt, Steeler Schlagerfestival, Ruhr in Flammen) entgegen. Im ehemaligen Rathaus von Steele entstand das Kulturforum, kurz Kufo, das ein Cafe (und Weinstube) und einige Räume der Volkshochschule beherbergt.
An der Ruhr gibt es eine breite Promenade und ein kleines Freibad.
Der bedeutendste Steelenser und Ehrenbürger ist Carl Humann, der Entdecker des Pergamonaltars.
Darüber hinaus gibt es den Haltepunkt „Essen-Steele Ost“, der von der S 1, S 3 und dem RE 14 bedient wird.
Zeichen 224.png Im Straßenpersonennahverkehr verkehren vom Bahnhof Essen-Steele die Straßenbahnlinien 103 und 109 sowie 10 Buslinien zur räumlichen und innerstädtischen Erschließung.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
In Steele existieren alle Schulformen, zwei Krankenhäuser, ein Theater und ein Amtsgericht.
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