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Frintrop ist ein Stadtteil im Stadtbezirk IV Borbeck mit 8915 Einwohnern (Stand: 31.12.2005) im Westen der Stadt Essen und grenzt an Oberhausen. Er hat eine Gesamtfläche von 1,96 Quadratkilometern und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 76 Metern ü. NN. Der Ort besteht aus zwei Ebenen, Oberfrintrop mit der St.-Josef-Kirche in der Himmelpforten und Unterfrintrop mit der Herz-Jesu-Kirche in der Leostr., beides katholische Kirchen.

Beide Ortsteile haben Schützenvereine, Kirchenchöre und Männergesangvereine, Kleingartenvereine und dergleichen; dadurch gab und gibt es immer Rivalitäten zwischen Oben und Unten.

"Oben" und "unten" entsteht aus der Randlage des Ortes am Südhang des Emschertales.

Der Ort gehörte früher zum Bürgermeisteramt Borbeck. Borbeck selbst stellt mit seinen vielen Teilgemeinden (wie Frintrop) mit ca. 100.000 Einwohnern eine Großstadt innerhalb der Großstadt Essen dar.

Geschichte


Essen-Frintrop, um 1900. Frintrop und Umgebung war Bauernland. In Frintrop gab es die Bauern-Geschlechter Breukelmann, danach benannt die Straße Breukelmannshof, außerdem Kauke. Rund um Frintrop waren viele Bauernhöfe, mit Namen Terboven, Halfmann, Eschenbruch und viele mehr.

Schulen gab es fünf, die Bedingrader-, die Neerfeld-, die Höhenweg-, die Baustraßen-Schule und die Schule in der Unterstraße.

In Oberfrintrop stand ein Aussichtsturm in der Garten-Wirtschaft Vosskühler, Ecke Turmstr., die heute Höhenweg heißt, mit Ausblick besonders nach Oberhausen, Osterfeld und Bottrop.

Es gaben einige Gartenwirtschaften in Frintrop, in denen an Sonntagen Musik-Kapellen zum Tanz spielten. In der Garten-Wirtschaft Toni Müller, Ecke Höhenweg - Neerfeld Str. gab es einen Teich. Dort wurde im Sommer Kahn gefahren, im Winter wurde Schlittschuh auf dem Teich gelaufen, und die Musik spielte dazu.

Angrenzend in Oberhausen siedelte sich die Schwerindusstrie an, die Gutehoffnungshütte, die Hüttenstahl-Werke. Hochöfen wurden gebaut, um Stahl zu gewinnen, auch Alfred Krupp war in der Nachbarschaft.

In den Wintermonaten bei Dunkelheit, wenn man oben auf dem Höhenweg stand, und die Hochöfen wurden entleert, war der Himmel blutrot gefärbt. Zu den Kindern sagte man: Nikolaus oder das Christkind backt.

Kohle-Zechen waren in den angrenzenden Ortsteilen schon vorhanden, aber auch in Oberhausen und Osterfeld.

Das war der Grund und die Zeit, dass in Frintrop viel Zuzug von Arbeitssuchenden für die aufstrebende Industrie war. Auch viele Handwerker siedelten an und machten sich selbstständig. Die Menschen strömten aus Ostpreußen, Schlesien, aber auch aus dem gesamten übrigen Deutschland an.

Die ersten selbstständigen Handwerks-Firmen werden schon in dem Adreßbuch von 1905 benannt. Das erste Adreßbuch soll es 1896 gegeben haben. Auch aus Österreich und Italien kamen gelernte Handwerker.

Sogar Hugenotten (alles Handwerker), deren Vorfahren nach der Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 aus Frankreich flüchteten und sich am Niederrhein in Wachtendonk niedergelassen hatten und dort in Tuchwebereien Arbeit fanden, kamen nun nach Frintrop, Familien mit dem typischen Namen "Quay", sämtlich Handwerker.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es noch mal einen Zuzug aus den ländlichen Gegenden, denn die Industrie brauchte viele Arbeitskräfte. Auch gab es zwei Baugeschäfte: Johann Katemann und Sebastian Mengel, schon in der zweiten Generation, denn die zugezogenen Menschen brauchten Wohnraum.

Bevor eine elektrische Straßenbahn von Essen-Hbf. nach Frintrop fuhr (ab ca. 1890), verkehrte zweimal am Tag ein Pferdeomnibus der Spedition "van Eupen" von Frintrop nach Essen Hbf.

Die Eisenbahnstrecke Köln-Minden, 1847 gegründet, war gebaut. Auf dem Gebiet Frintrop-Dellwig bis nach Oberhausen wurde der größte Güterbahnhof in Europa gebaut, heute das CentrO bzw. die "Neue Mitte Oberhausen", ein Einkaufszentrum größtenteils auf Oberhauser Gebiet.

An der Ecke Unter- und Dellwigerstraße gab es ein Gebäude, das nannte der Volksmund "Übernachtung" (heute ein Altenheim) mit vielen kleinen Einzelkammern, im Untergeschoß mit einer Badeabteilung mit Dusche und Wannenbädern, die auch von den Bürgern benutzt werden durften, für 20 Pfennige 30 Minuten baden. Schlafen durften hier nur Eisenbahner, die mit den Güterzügen zu dem Verschiebe-Bahnhof kamen und erst am nächsten Tag weiterfuhren.

Während des Zweiten Weltkriegs waren die Baderäume von den Nazischergen, hier ist der Ortsgruppenleiter Barbknecht zu benennen, beschlagnahmt. So mancher Bürger wurde dort eingesperrt und verprügelt.

In der Zwischenzeit haben auch viele Eisenbahner ihren Wohnsitz in Frintrop und Umgebung gefunden. Um den Verschiebe-Bahnhof und auch sonst in Frintrop entstanden sehr viele Gaststätteen, denn die Eisenbahner wollten ihr Bier trinken, aber auch in der Freizeit einen Skat spielen. Auch die Hütten- und Zechenarbeiter, die hier nur als Ledige wohnten, waren bei den Wirten gern gesehene Gäste.

Die Lokführer bekamen am Monatsende das Kilometergeld immer in bar ausgezahlt, wovon die Ehefrauen nichts wußten. Das war dann für die Kneipen eine besondere gute Zeit. Heute 2006 ist Frintrop zugebaut, sodass kaum noch Grün- und Landwirtschaftsflächen sichtbar sind.

Öffentlicher Personennahverkehr


Zeichen 224.png Im Personennahverkehr Frintrops verkehren die Straßenbahnlinie 105, sowie die Buslinien 143 und 185 und die Nachtexpresse NE11 und NE12 der Essener Verkehrs-AG.

Essen (Stadtteil)

 

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