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Borbeck ist ein westlicher Stadtteil der Stadt Essen im Stadtbezirk IV Borbeck. Er wurde am 1. April 1915 eingemeindet und hat heute 13.841 Einwohner (Stand: 31.12.2005). Er hat eine Gesamtfläche von 3,19 Quadratkilometern und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 66 Metern ü. NN.

Geschichte


Archäologische Ausgrabungen belegen, dass bereits vor 100.000 Jahren Cro-Magnon-Menschen an der Stelle des heutigen Borbeck lebten. Vor etwa 4.000 Jahren ließen sich Wanderbauern der Bandkeramik im Borbecker Raum nieder, wahrscheinlich auf Grund des fruchtbaren Lößbodens.

Die erste urkundliche Erwähnung Borbecks stammt aus einer Liste mit Abgaben an das Stift Essen aus dem Jahr 869. Borbeck gehörte damals zu den abgabepflichtigen Oberhöfen. Die Essener Fürstäbtissin Berta von Arnsberg kaufte 1288 den offenbar verpfändeten Oberhof Borbeck, um dort im Anschluss den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Borbeck errichten zu lassen. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Borbeck zur bevorzugten Residenz der Äbtissinnen, was dazu führte, dass die alte romanische Kirche des Ortes 1339 von der Äbtissin Katharina von der Mark umgebaut wurde, damit sie und ihr Gefolge "standesgemäß" an den Messen teilnehmen konnten.

Die "Neuordnung Europas" durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 führte dazu, dass die Gemeinde Borbeck zu Preußen kam. Das Folgejahr 1816, das in die Geschichte als das Jahr ohne Sommer einging (am 25. Juni war sogar Schnee gefallen), brachte die letzte große Hungersnot, von der man sich erst 1819 langsam erholte. Ursache dieser Katastrophe waren die Folgeerscheinungen eines Super-Vulkanausbruchs (Tambora im April 1815).

Am 1. Februar 1862 erlitt die Gemeinde mit den Bauernschaften

  • Lippern und
  • Lirich
ihren größten Gebietsverlust. Diese Ortsteile wurden der neu gegründeten Gemeinde Oberhausen zugeschlagen. Sie bildeten zwei Drittel der neuen Gemeinde.

Mittelzentrum Borbeck


SchlossBorbeck01.jpg Der Stadtteil

- das Mittelzentrum mit Fußgängerzone, Wochenmarkt und zentralen Einrichtungen wie z.B. Stadtteilbibliothek, Bürgerzentrum, Amtsgericht, Sozialamt, Job-Center sowie einem Krankenhaus. Herausragend ist im Ortsteil Bergeborbeck das Geriatriezentrum "Haus Berge", das bundesweit Anerkennung findet bei der Diagnose und Behandlung Demenzkranker.

Außerordentlich vielfältig ist die Borbecker Schullandschaft. Dort gibt es neben einem kommunalen Gymnasium für Jungen und Mädchen (Gymnasium Borbeck), dem katholischen Don-Bosco Gymnasium noch das einzige Mädchengymnasium Nordrhein-Westfalens in kommunaler Trägerschaft, das Mädchengymnasium Borbeck. Eine Gesamtschule (Gesamtschule Borbeck), zwei Realschulen und zwei Hauptschulen runden das Angebot weiterführender Schulen ab.

Ausgeprägt ist die Kultur im Stadtteil - und zwar weniger die städtisch gesponsorte, als die durch Eigeninitiative. Es gibt drei freie Theatergruppen mit eigener Aufführungsstätte, zahlreiche Kirchenchöre, zusätzlich drei Männerchöre, einen Frauenchor und drei weitere gemischte Chöre, sechs Karnevalsvereine, sechs Schützenvereine. Mit der Alten Cuesterey gibt es ein durch private Initiative geschaffenes Museums- und Begegnungszentrum, in den regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen stattfinden. Seit mehr als 50 Jahren erscheinen wöchentlich (donnerstags) die Borbecker Nachrichten, die zeitweise die größte Lokalzeitung Deutschlands war. Heute gehört das ehemalige Familienunternehmen zur in Essen beheimateten WAZ-Mediengruppe. Das Kulturzentrum im Schloss Borbeck, eine Einrichtung der Stadt Essen, bietet Konzerte mit renommierten Künstlern und wechselnde Ausstellungen in der Galerie. Außerdem gibt es zahlreiche Sportvereine, unter anderem die SG Schönebeck, deren Damenmannschaft seit zwei Jahren in der ersten Fußballbundesliga spielt. Außerdem ist der momentane Zweitligist und ehemalige deutsche Meister im Herrenfußball Rot-Weiss Essen in Borbeck beheimatet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


  • Schloss Borbeck
  • Kirche St. Dionysius, Nachfolgerin der abgerissenen gotischen Dionysius-Kirche; zu sehen ist noch der Grabstein der 1598 verstorbenen Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim
  • Marktbrunnen "Borbecker Halblang", in Erinnerung an die Zeiten im 19. Jahrhundert, als es üblich war, Kleidung für Kinder etwas zu groß zu kaufen, damit sie hineinwachsen konnten. Das Borbecker Halblang wurde im ganzen Ruhrgebiet eine Bezeichnung für diese "Mode".
  • Voßgätters Mühle, letztes Zeugnis einer langen Tradition von Borbecker Mühlenbetrieben am Pausmühlenbach. Die Mühle liegt direkt am Möllhoven. Heute beherbergt sie das Naturschutzzentrum der Naturschutzjugend Essen/Mülheim, die hier jedes Jahr ihren selbstgepressten Apfelsaft von Streuobstwiesen verkauft.
  • Dampfbierbrauerei Essen-Borbeck, ehemals Stern-Bier
  • Frintroper Wasserturm "Frinti", das Wahrzeichen des Ortsteils Frintrop, das sich aber auf Bedingrader Gebiet befindet.

Literatur


  • Ludwig W. Wördehoff: Borbeck in seinen Straßennamen, Rainer-Henselowsky-Verlag, Essen 1987
  • Walter Wimmer: Gewachsen in 11 Jahrhunderten - Borbecker Chronik, Verlag Borbecker Nachrichten, Essen (erschienen in mehreren Bänden)

Weblinks


Essen (Stadtteil)

 

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