Michel-Ange Houasse 001.jpg: El Escorial, 1723]]
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San Lorenzo el Real de El Escorial ist eine Schloss- und Klosteranlage nahe der spanischen Ortschaft El Escorial in der Region Madrid. Dieser größte Renaissancebau der Welt befindet sich etwa 45 km von der spanischen Hauptstadt entfernt.
Geschichte
Nachdem
Philipp II. von Spanien am
10. August 1557, dem Gedenktag des
heiligen Laurentius (span.
San Lorenzo) in der
Schlacht von Saint-Quentin den französischen König
Heinrich II. besiegt hatte, schwor er, zu Ehren des Heiligen ein Kloster zu bauen. Seine Astrologen wählten den kleinen kastilischen Ort El Escorial (deut.
die Schlackenhalde) aus.
Am 23. April 1563 begannen die Bauarbeiten, die bis zum 13. September 1584 dauerten. Granitblöcke aus der Sierra de Guadarrama wurden für den Bau verwandt. Entworfen wurde El Escorial von Juan Bautista de Toledo, einem Schüler Michelangelos. Nach dessen Tod 1567 übernahm Juan de Herrera die Nachfolge und wurde so zum eigentlichen Schöpfer der Klosterresidenz, von der aus Philipp II. als Gicht geplagter Schreibtischmonarch die halbe Welt regierte.
Eigenschaften
San Lorenzo el Real de El Escorial sieht trotz seiner Länge von 207 m und einer Breite von 161 m nicht wie ein typischer
Palast aus. Die Fassaden sind im nüchternen Stil der spanischen Renaissance gestaltet und verweisen auf den mehrfachen Zweck des Gebäudes, dass eben nicht nur
Residenz, sondern auch ein Ort des Glaubens ist. Auf einer Grundfläche von 33.000 qm, welche nur durch den
Vatikanpalast übertroffen wird, gibt es 2000 Gemächer, 3000 Türen und genau 2673 Fenster. Zudem können 16 Höfe, 12 Kreuzgänge, 88 Brunnen und 86 Treppenaufgänge gezählt werden. Der Grundriss hat die Form eines Gitterrostes, da der Hl.
Laurentius (Namensgeber des Palastes) auf einem solchen sein Martyrium erleiden musste. Zum Gebäudekomplex gehören eine Kirche, ein Kloster, der Königspalast, eine Schule und eine Bibliothek mit mehr als 40.000 Büchern. Die wertvolle Gemäldesammlung beherbergt Gemälde von
Tizian über
El Greco bis hin zum Lieblingsmaler Philipps II.,
Hieronymus Bosch.
In der
barocken Gruft, die
1654 von
Juan Gomez de Mora erweitert wurde, sind alle spanischen Könige von
Karl I. bis
Alfons XIII. bestattet.
Philipps Nachfolger nutzten den Palast von El Escorial nur ungern, das Hofprotokoll wies Ihnen jedoch für eine festgelegte Zeit des Jahres die Anlage als Residenz zu. Karl IV., dem die Strenge des Palastes nicht gefiel, baute Ende des 18. Jahrhunderts in der Nähe ein Schloss im maurischen Stil (Casita del Principe).
Seit 1861 ist El Escorial nicht mehr die Residenz der Könige.
Die UNESCO hat die Schlossanlage am 2. November 1984 zum Weltkulturerbe erklärt.
In Spanien wird das Gebäude als achtes Weltwunder bezeichnet.
Die Bibliothek
ist prachtvoll ausgestattet und beherbergt in einem der größten Säle des Palastes über 40.000 Bücher. Besonders eindrucksvoll sind die mit prächtigen Fresken verzierten Decken des Saales.
Der Königspalast
Hier sind Porzellan, Möbel und Wandteppiche zu besichtigen. Die berühmtesten Kämpfe der Spanier gegen die Araber und aus der Regierungszeit Philipps II. (
Saint-Quentin) sind im 55 m langen Schlachtensaal dargestellt.
Das Architekturmuseum
In diesem Trakt ist sind die 21-jährigen Bauarbeiten geschildert.
Die Pinakothek
im Sommerpalast Philipps II. beherbergt zahlreiche Gemälde, u.a. von
Hieronymus Bosch,
Albrecht Dürer,
Tizian und
El Greco.
Die Kirche
Vom Haupteingang aus durchschreitet man den Königshof und steht vor der Fassade der monumentalen Kirche. Über dem dreitorigen Eingangsportal der Kirche wachen die Standbilder von sechs biblischen Königen. Rechts und links des Eingangs stehen die beiden 72 m hohen Glockentürme. Auch die 90 m hohe Kuppel der Kirche ist nicht zu übersehen. Im Inneren der Kirche entdeckt man 40 Altäre. Besonders hervorstechend ist der
Hochaltar aus rotem Marmor und
Jaspis. An den beiden Seiten sind die Grabmäler Philipps II. und Kaiser Karls V., jeweils mit ihren Familien.
In der
Sakristei kann man über vierzig wertvolle Gemälde bewundern, auch von
Tizian und
El Greco.
Im pantheón de los Reyes, unter der Kirche, sind in einem beeindruckenden Kuppelbau aus schwarzem Marmor die meisten der spanischen Herrscher bestattet, beginnend bei Karl V.
Literatur
Weblinks
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