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Der Eschweiler Bergwerksverein (EBV, anderer Name: Anonyme Gesellschaft Eschweiler Bergwerksverein) hat als führendes Bergbauunternehmen des Aachener Steinkohlenreviers die Region Aachen im 19. und 20. Jahrhundert maßgeblich mit geprägt. Der EBV ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Herzogenrath-Kohlscheid. Als solche konzentriert sich der EBV heute vor allem auf Immobilienaktivitäten. Der EBV ist ein Tochterunternehmen der ’’RAG Immobilien’’ mit derzeit rund 8.500 Wohneinheiten und somit führender Immobiliendienstleister in der Aachen-Eschweiler Bergbauregion.

Geschichte


Grube_Emil_Mayrisch.jpg mit "EBV"]] Ew-bergbau.jpg mit "EBV"]] Ew-ebvwagen.jpg]] Am 2. August 1834 wird in Eschweiler ein Vertrag über die Gründung einer Aktiengesellschaft, des Eschweiler Bergwerks-Vereins, geschlossen. Unterzeichnet wird der Notarvertrag - zu dieser Zeit sicher noch nicht so selbstverständlich - von einer Frau: Christine Englerth, der es mit Geschick und Umsicht gelang, den Bergbaubesitz ihrer Familie ungeteilt zu erhalten und auszubauen. Mit ihrem Tod am 4. Mai 1838 wurde die Gründung des Eschweiler Bergwerks-Verein vollzogen; dadurch entstand die erste preußische Bergbau-Aktiengesellschaft.

Der EBV betrieb ursprünglich im "Eschweiler Kohlberg" im Inderevier Steinkohlebergbau. Ab 1863 wurden die Aktivitäten der Gesellschaft durch den Kauf der (Grube Anna) in Alsdorf auch auf das Wurmrevier ausgeweitet. Im Jahre 1907 übernahm der Eschweiler Bergwerksverein die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau im Wurmrevier, die zweite große Bergbaugesellschaft des Aachener Reviers. Durch die Fusion gewann der EBV neue Gruben in Alsdorf und bei Würselen hinzu. Während sich der EBV bis 1907 ausschließlich auf den Markt für Industriekohlen spezialisiert hatte, förderten alle jetzt hinzugekommenen Zechen hauptsächlich Hausbrandkohlen. Die letzte Zeche, die der EBV im Aachener Revier neu eröffnete, war die (Grube Emil Mayrisch) in Aldenhoven-Siersdorf (Bauzeit: 1938-1952). Die Grube trägt nicht zufällig den Namen des technischen Generaldirektors des luxemburgischen Stahlkonzerns (ARBED) (Aciéries réunies de Burbach Eich Dudelange). Die ARBED war seit 1913 über einen Interessenvertrag eng mit dem EBV verbunden. Seit Mitte der 1920er Jahre hielt sie über 90 % des Aktienkapitals des Aachener Unternehmens. Die ARBED sicherte sich durch die Verbindung eine eigene Kokskohlenbasis und verpflichtete sich im Gegenzug notwendige Investitionen des EBV mitzufinanzieren. Diese Interessengemeinschaft hielt über 75 Jahre bis 1989 und erlosch erst im Zuge der Übernahme des EBV durch die Ruhrkohle AG. Siehe auch Eschweiler-Aue. Da seit Mitte der 1960er Jahre die Kokskohlenvorräte im Aachener Revier langsam knapp wurden, exandierte der EBV schließlich auch ins Ruhrgebiet. So kaufte er die (Zeche Erin) und die (Zeche Graf Schwerin), beide in Castrop-Rauxel, sowie die (Zeche Westfalen) in Ahlen und die (Zeche Lothringen) in Bochum.

Entsprechend der Verlagerung des Kohleabbaus vom Inderevier zum Wurmrevier wurde 1913 die Hauptverwaltung (Zentralbüro) des EBV von Eschweiler-Pumpe nach Kohlscheid verlegt. In dem frei werdenden Gebäude in Eschweiler - im Volksmund "Bergamt" genannt - wird die Verwaltung der EBV-Eisenhüttenabteilung bis 1986 untergebracht.

Straßenname nach dem EBV


Die "Eschweiler Straße" in Hürth wurde Bezug auf das ehemalige Fabrikgelände der "Ribbert-Werke" genommen, da der EBV 1920 die Brikett- und Tonröhrenfabrik dieser Werke übernahm. Die Ribbertwerke, nach deren Gründer Moritz Wilhelm Ribbert in Hürth bereits eine Straße benannt ist, waren der erste und lange Zeit größter Hürther Industriebetrieb. 1928 wurden sie vom EBV an die Roddergrube verkauft und 1944 durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.

Weblinks


Geschichte teilweise aus: www.ebv.de

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