Die Altstadt von Eschweiler befindet sich gänzlich nördlich der durch das Stadtzentrum verlaufenden Inde zwischen "Kochsgasse" oder - im engeren Sinne - "Grabenstraße" im Westen, der "Peilsgasse" im Osten, der "Peter-Paul-Straße" im Norden und der "Indestraße" im Süden. Hier befand sich das 828 von Einhard erwähnte Königsgut "Fundus Regius Ascvilare". Östlich der Altstadt schließt sich Klee Oepe an.
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Sehenswürdigkeiten
Altes Rathaus
Ew-rathausdnstr.jpgDas Alte Rathaus ist ein klassizistisches Gebäude in der westlichen Dürener Straße, heute Konferenz- und Restaurantgebäude des "Hotel de Ville". Das Restaurant im Erdgeschoss heißt "Art de Ville".
Geschichte: 1824 wird das Gebäude als Schul- und Rathaus gebaut. Am 1. September 1862 wird das Eschweiler Friedensgericht hierhin verlegt. Ab 1881, nach dem Neubau des Eschweiler Amtsgerichts Ecke "Rosenallee" / "Marienstraße", dient das Alte Rathaus nur noch Verwaltungszwecken. Oktober 1920 ziehen weitere Dienststellen vom Alten Rathaus in das Verwaltungsgebäude "Grabenstraße". Im Alten Rathaus verbleiben nur die Polizei und die gesundheitliche Abteilung des Wohlfahrtsamts. Am 11. Februar 1930 wird das Arbeitsamt aus dem Alten Rathaus ins Dienstgebäude "Hehlrather Straße" 2 verlegt. Von 1898 bis März 1962 befindet sich vor ihm eine Straßenbahnhaltestelle, welche die wichtigste Umsteigehaltestelle in Eschweiler Mitte ist und 1962 vom Eschweiler Bushof abgelöst wird. Am 29. November 1968 wird das Alte Rathaus nach völligem Umbau, wobei sogar sein Abriss erörtert worden war, feierlich wiedereröffnet. Neben dem Sitzungssaal ist hier das Standesamt bis zum Umzug ins Neue Rathaus August 1979 untergebracht. Danach zieht die Volkshochschule Eschweiler bis zum Verkauf an das Hotel ein. Der erste Spatenstich für das "Hotel de Ville", ein Best Western Hotel, erfolgt am 5. Dezember 1994. Der Name ist ein Wortspiel: Einerseits steckt in dem Namen das Wort "Hotel", andererseits ist "Hôtel de Ville" das französische Wort für Rathaus, denn das Alte Rathaus Eschweiler ist im Hotel miteinbezogen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Dürener Straße 55
Dieses Gebäude ist das wahrscheinlich älteste Haus Eschweilers, welches als einziges Haus den großen Eschweiler Brand vom 4. Oktober
1678 überstand. Es ist Gaststätte und Wohnhaus.
Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul
Hauptartikel St. Peter und Paul (Eschweiler)
Die Kirche hieß erst "Sankt Michael", dann, nachdem Eschweiler an den Kölner Dompropst kam, "Sankt Peter und Paul" nach dem Kölner Dom "Sankt Peter". Von der ursprünglich im romanischen Stil erbauten Kirche steht nur noch der untere Turmbau aus dem 14. Jahrhundert. Der schlechte Bauzustand der alten, gotischen Hallenkirche nach dem Brand am 4. Oktober 1678 und die im 19. und 20. Jahrhundert rasch wachsende Gemeinde machten Erweiterungen in mehreren Bauabschnitten erforderlich. 1880 wurde ein neues großes Querschiff angefügt. 1904 wurde das alte Langschiff abgerissen und durch ein neues ersetzt. 1906 schließlich wurden die beiden oberen Turmstockwerke und die barocke Turmhaube durch zwei neue Stockwerke mit hohem Turmhelm ersetzt; der Turm hatte eine Höhe von 75 m. Das Hauptschiff hatte ein Kreuzgewölbe und der Chorraum war neugotisch. Brandbomben im Zweiten Weltkrieg am 26. Februar 1943 und der Angriff in der Nacht zum 31. August 1943 richteten große Schäden an. Die an der Marktseite explodierende Luftmine zerstörte Chor und rechtes Seitenquerschiff; der Hochaltar und die Nebenaltäre wurden verwüstet. Das zerstörte Querschiff wurde vom Langschiff notdürftig durch eine Mauer getrennt. In der Notkirche fand Weihnachten 1943 wieder der erste Gottesdienst statt. Eine neue Michael-Statue wurde am 21. Mai 1985 an der Kirche an der "Dürener Straße" aufgestellt, und am 7. März 1986 wird der zerstörte Turmhelm in alter Form wieder aufgebaut und am 30. Juni eingeweiht. Der Turmhelm ist ein wenig umstritten, da die turmhelmlose Kirche für viele ein Wahrzeichen Eschweilers und ein Symbol für Krieg ist. Sehenswürdigkeiten der Hauptpfarrkirche sind:
Kintzen'sches Haus
In dem Eckhaus "Dürener Straße 58" / "Wollenweberstraße" wird am 6. Januar
1854 das
Kolpingwerk Eschweiler gegründet. Zeitweise dient es auch schulischen Zwecken. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts sitzt hier die "Eschweiler Tafel e. V.".
Kirschenhof
Der Kirschenhof (Dürener Straße 27) ist ein
1839 errichteter und
1920 umgebauter, zweigeschossiger Traufenbau mit
klassizistischer Verdachung, Blausteingewänden und klassizistischen Brüstungsgittern Ecke "Dürener-/Parkstraße". Zu Beginn des
19. Jahrhunderts wohnt die
Familie Wültgens dort. Später zieht dort die
Stadtsparkasse Eschweiler ein.
1915 wird die Verwaltung der
BIAG Zukunft von
Köln nach Eschweiler in den Kirschenhof verlegt.
1957 zieht sie in den wenige 100 Meter entfernten Neubau in der "Peter-Paul-Straße" (heute City-Haus) ein, dann Schreibwarengroßhandel, heute medizinische Untersuchungsstelle und Hygiene Institut. Das Gebäude steht unter
Denkmalschutz.
Markt 14
Markt 14 ist ein Eckhaus gegenüber der Kirche St. Peter und Paul und eines der ältesten Gasthäuser von Eschweiler. Unter anderem Restaurant Wilhelm Stolte, später Restaurant Mathias Mertens (Volksmund: "Mertense Schnäuz"), dann "Gasthaus am Markt" unter Henkelmann.
Markt 16 und 18
Markt 16 ist seit
2005 das sog. "Kulturhaus" des Veranstalters Max Krieger, vorher Hirsch-Apotheke. Haus Nr. 18 ist ein etwa
1770 errichtetes, 1950 bis 1960 umgebautes dreigeschossiges Traufenhaus mit Blausteingewänden. Es steht unter
Denkmalschutz. Beide Häuser sind durch Putzfassadengestaltung zusammengefasst.
Schombart-Haus
Das Schombart-Haus "Dürener Straße 60" / Ecke "Wollenweberstraße" ist die erste Eschweiler Apotheke. Sie wird von der aus
Duisburg stammenden Arzt- und Apothekerfamilie Schombart gegründet. Es ist ein zweigeschossiges Giebeleckhaus aus Backstein und Blausteingewänden mit rundbogiger Tordurchfahrt. Das Gebäude steht unter
Denkmalschutz.
Thyssen-Haus
Das Haus "Dürener Straße 4" ist ein um
1860 errichteter dreigeschossiger Traufenbau mit spätklassizistischer Putzfassade. Es ist das Wohnhaus - nicht Geburtshaus - von
August Thyssen. Der Orden der
Karmeliterinnen übernimmt
1924 die Betreuung von Vorschulkindern in dem Gebäude. Kindergarten und Kinderhort finden regen Zuspruch. Teilweise werden hier über 150 Kinder betreut. Nach der Schließung ist das Haus Arztpraxis und Wohnhaus und wird der Hort im Hinterhof abgerissen. Das Gebäude steht unter
Denkmalschutz.
Apotheken
Nach im
Rheinland geltendem
napoleonischen Gesetz hatte Eschweiler nur Recht auf drei Apotheken. Diese drei ältesten Apotheken befinden sich in der Altstadt:
- Adler-Apotheke (Dürener Straße 25: um 1880 errichtetes dreigeschossiges Traufenhaus mit Fensterbekrönungen in spätklassizistischen Formen; in ihr befinden sich Ausstattungsteile der Schombart-Apotheke)
- Hirsch-Apotheke
- Schombart-Apotheke
Markt und Weinhausplatz
Der Markt ist der zentrale Platz von Eschweiler und seiner
Stadtentwicklung. Ursprünglich wurde seine nördliche Hälfte als Friedhof genutzt, was
1797 per napoleonischem Dekret verboten wurde.
1821 wurde der Kirchhof abgetragen und somit der Markt vergrößert. Der kleine Platz zwischen "Markt" und "Wollenweberstraße" wurde
1615 ursprünglich als "Weinhausplatz" nach dem Weinhaus in der Wollenweberstraße 5 (Bergvogteihaus) bezeichnet.
Wollenweberstraße
Um 1773 befanden sich hier
Webereien für
Leinen,
Tuch und
Samt mit insgesamt bis zu 170
Webstühlen. Am unteren Ende der Straße fließt die
Inde, und dort wurde die
Wolle gewaschen. Vor 1882 hieß die Straße "Weberstraße" bzw. "Webergasse".
Stadtmauer und Stadttore
Die obere "Grabenstraße" wurde im
19. Jahrhundert auf dem ehemaligen, vor der Stadtmauer verlaufenden Spitzgraben gebaut. Die Eschweiler Altstadt war vom 14. bis 17. Jahrhundert mit einer Schutzmauer umgeben. Die beiden Stadttore auf der "Dürener Straße" hießen
Aachener Tor im Westen, wo heute das "Hotel de Ville" steht, und
Kölner Tor im Osten, wo heute die Parkdeckauffahrt ist.
Abriss des Südostteils
Die nördlich der Inde gelegene Eschweiler Altstadt wird während des
Zweiten Weltkriegs im Gegensatz zur Eschweiler Industrie weitgehend von Kriegszerstörungen verschont. Die hier vorhandene Altbausubstanz und die Verkehrswege entsprechen jedoch nach Sichtweise der 1950er und 1960er Jahre nicht mehr den Anforderungen an modernes Innenstadtwohnen. Angestrebt wird ferner eine zu begradigende und hochwasserfreie Inde. Die
B 264 verlief in Ost-West-Richtung über "Dürener Straße", "Hehlrather Straße", "Lotzfeldchen", "Aachener Straße" und in West-Ost-Richtung über "Aachener Straße", "Mühlenstraße", "Dechant-Deckers-Straße", "Franzstraße", "Kaiserstraße", "Bergrather Straße", "Schützenstraße", "Drieschstraße". Juli
1962 schließt die Stadt Eschweiler eine Um- und Ausbauvereinbarung mit dem
Landschaftsverband Rheinland ab. Der neue Straßenname "Indestraße" ersetzt "Mühlenstraße", "Knickertsberg", "Judenstraße", "Bachstraße" und "Schützenstraße" aufgrund eines Stadtratsbeschlusses von Oktober 1972. Dezember
1963 liegt die baureife Planung vor, Juni
1965 folgt die Genehmigung. April
1964 wird der Eschweiler Bushof als erster im
Landkreis Aachen feierlich seiner Bestimmung übergeben. April
1966 werden die Straßenbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt aufgenommen, und am 29. September
1980 werden die Arbeiten, ohne dass es zu einem Unfall kam, beendet.
City-Center und Neues Rathaus
Dem Bagger zum Opfer fällt fast die gesamte Südseite der "Dürener Straße" zwischen "Wollenweberstraße" und "Peilsgasse" sowie große Teile der "Wollenweberstraße", "Trillersgasse" und "Peilsgasse". Ebenso wird das so genannte "Bergvogteihaus" (vorher "Weinhaus") abgerissen: Am 17. Mai 1928 wurde in ihm das Heimatmuseum durch den "Geschichtsverein für Eschweiler und Umgegend" eröffnet, jedoch schon am 14. Juni 1931 ins Alte Rathaus verlegt. September
1976 wird das Burgvogteihaus wegen des besseren Zugangs vom Markt zum neuen "City-Center Eschweiler CCE" abgerissen. Dieser Südostteil der Altstadt muss dem CCE nebst Neuem Rathaus weichen: Am 3. Januar 1977 ist Beginn des Rathausneubaus, und am 30. August 1979 ist Einweihung im Beisein des nordrhein-westfälischen Finanzministers
Diether Posser verbunden mit einem "Fest der Bürger". Am 28. Oktober 1977 wird das Einkaufszentrum CCE mit 32 Ladengeschäften, Kaufhaus Karstadt und angeschlossenem Parkhaus eröffnet.
Verkehr
Südlich der Altstadt verläuft die
B 264, welche bis 1977 in Ost-West-Richtung als
Einbahnstraße quer durch die Altstadt auf der Dürener Straße verlief. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind aus westlicher Richtung „Eschweiler“ (und ab 2006 aus östlicher Richtung „Eschweiler-Ost“) auf der
A 4.
Durch die Altstadt verläuft keine Buslinie. Die nächsten Haltestellen sind „Peter-Paul-Straße“, „Grabenstraße“ und „Rathaus/City-Center“.
Die nächsten Bahnhalte sind „Eschweiler Hbf“ und „Eschweiler-Talbahnhof“.
Siehe auch
Burgen und Herrenhäuser im übrigen Eschweiler siehe
hier. Museen und weitere sehenswerte Gebäude im übrigen Eschweiler siehe
hier.
Eschweiler | Liste (Bauwerk)