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Das Eschenheimer Tor ist ein bekannter Innenstadtplatz in Frankfurt am Main am Nordrand der City, etwa 400 Meter nördlich der Hauptwache.
Der Platz entstand um 1810 beim Abriss der Frankfurter Stadtbefestigung von 1333 sowie ihrer barocken Bastionen und der Umgestaltung des Befestigungsrings in eine Grünanlage, die Wallanlagen. In seiner Mitte steht der erhalten gebliebene, repräsentativste Torturm der gotischen Stadtmauer, der Eschenheimer Turm (Klaus Mengoz und Madern Gerthener, 1400-1428). Die Bebauung um den Platz stammt, mit Ausnahme des Volksbildungsheimes, aus den 1950er Jahren. In der Mitte des Platzes liegt, für Fußgänger unzugänglich, ein 1968 von Hermann Göpfert gestalteter Brunnen.
Einmündende Straßen
Mk Frankfurt EschenheimerTor 1.jpgDer Platz ist heute eine der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt. Zehn Straßen münden in ihn:
- Intra Muros
- Die Große Eschenheimer Straße, die Hauptstraße vom alten Stadtkern zum nördlichen Stadttor;
- die Schillerstraße, größtenteils Fußgängerzone und Standort der Frankfurter Wertpapierbörse;
- die Taubenstraße, die von Südwesten her auf den Platz führt;
- die Stiftstraße, die nach Südosten zur Einkaufsstraße Zeil und weiter zum Dom führt, hier hatte in den 1950er Jahren die berühmte Prostituierte Rosemarie Nitribitt ihre von Politikern und Industriellen gern besuchte Wohnung;
- Im Verlauf der ehemaligen Befestigungen
- die Hochstraße (westlich) und
- die Bleichstraße (östlich des Tors), die in ihrem geradlinigen Verlauf dem Verlauf der spätgotischen Stadtmauer folgen;
- die Eschenheimer Anlage (östlich) und
- die Bockenheimer Anlage (westlich des Tors), die bis heute den gezackten Verlauf der (nicht mehr vorhandenen) Bastionen des 17. Jahrhunderts nachvollziehen,
- Extra Muros
- der Oeder Weg, der frühere Weg vom Stadttor zum Wasserschloss der Patrizierfamilien Holzhausen und Stalburg, heute eine belebte Geschäftsstraße im Nordend;
- die Eschersheimer Landstraße, die Fortsetzung der Großen Eschenheimer Straße außerhalb der Mauern und damals wie heute eine der wichtigsten Ausfallstraßen der Stadt.
Die Straßenzüge Hoch- und Bleichstraße (im Uhrzeigersinn) sowie Eschenheimer und Bockenheimer Anlage (dagegen) sind Teil der innersten Ringstraße, des nach den Wallanlagen benannten Anlagenrings oder Cityrings.
Die Kreuzung Eschenheimer Anlage, Bockenheimer Anlage und Eschersheimer Landstraße im nördlichen Platzbereich ist außerdem der Grenzpunkt zwischen den Stadtteilen Innenstadt (südlich), Westend-Süd (nordwestlich) und Nordend-West (nordöstlich).
Öffentliche Verkehrsmittel
Lokalbahn
Von
1888 bis
1908 verkehrte zwischen Eschenheimer Tor und
Eschersheim eine 5,5km lange
Dampfstraßenbahn der
Frankfurter Lokalbahn AG. Die im Volksmund
Knochemiehl genannte eingleisige Strecke wurde
1901 an die Stadt Frankfurt verkauft und 1908 elektrifiziert.
Straßenbahn
Von
1908 bis
1963 war das Eschenheimer Tor ein wichtiger Knotenpunkt der
städtischen Straßenbahn. Über die Eschersheimer Landstraße fuhr die sogenannte
Taunusbahn. die Linien 23 (nach
Heddernheim), 24 (nach
Oberursel-Hohemark) und 25 (nach
Bad Homburg). Die Abzweigung in den Oederweg wurde von der Linie 12 befahren. Mit Beginn des U-Bahn-Baus 1963 wurde der Straßenbahnverkehr am Eschenheimer Tor eingestellt.
U-Bahn und Bahnhof
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Unter dem Straßenzug Große Eschenheimer Straße und Eschersheimer Landstraße verläuft die A-Strecke der Frankfurter
U-Bahn, die von den Linien U1 bis U3 befahren wird. Der Streckentunnel wurde wenige Meter westlich an den
Fundamenten des Eschenheimer Turms vorbei geführt.
Der U-Bahnhof Eschenheimer Tor liegt direkt unter dem Platz, im Bereich der Wallanlagen. Er entstand ab 1963 und wurde 1968 eröffnet. Eine große Verteilerebene (B-Ebene) unter dem gesamten Platz sollte nicht nur den Zugang zur U-Bahn ermöglichen, sondern im Sinne der damaligen Verkehrsplanung auch den den Platz kreuzenden Fußgängerverkehr aufnehmen, um an der Erdoberfläche den Autoverkehr nicht zu „behindern“. Der U-Bahnhof selbst ist im schlichten Stil der 60er Jahre gehalten, gerade Linien und rechte Winkel bestimmen die Gestaltung. Er besitzt zwei Seitenbahnsteige mittlerer Breite, die über feste und Fahrtreppen an die Verteilerebene angeschlossen sind.
Gebäude
Eschenheimer Turm
Das bekannteste Gebäude am Eschenheimer Tor ist natürlich der
Eschenheimer Turm, eines der Wahrzeichen der Stadt. Er stand etwa 30 Jahre lang unerreichbar auf einer Verkehrsinsel inmitten des Autoverkehrs und wurde erst Anfang der
1990er Jahre an die Fußgängerzone Schillerstraße angeschlossen. Im Erdgeschoss befindet sich seitdem ein Café.
Ehemaliges Volksbildungsheim
An der Nordseite des Platzes, zwischen Eschersheimer Landstraße und Oeder Weg, liegt das ehemalige
Volksbildungsheim, in dem sich zeitweise auch das
Hochsche Konservatorium, von
1963 bis
2000 das
Theater am Turm (TAT) und das bekannte TAT-Café befanden. Heute beherbergt es das Großkino
(Metropolis). Das repräsentative
neobarocke Gebäude entstand
1907-
08 nach Plänen von F. Vietze und W. Helfrich. Bis zur Zerstörung
1944 besaß es, wie viele große Gebäude in Frankfurt, ein auffälliges
Mansarddach, das nach dem Krieg nicht wiederhergestellt wurde.
1993 wurde das Volksbildungsheim durch das Büro
Albert Speer und Partner umgebaut, zehn Jahre später erfolgte die Umgestaltung zum Großkino.
Bayer-Haus
Das
Bayer-Haus, die selbstbewusste
Repräsentanz des
Chemiekonzerns in der Heimatstadt seines Konkurrenten
Hoechst AG, entstand
1952 nach Plänen von S. Blattner an der Ostseite des Eschenheimer Tors. Das achtgeschossige Gebäude besitzt ein riesiges, massiv wirkendes und zum Platz hin ansteigendes, weit auskragendes
Flachdach. Das sich darunter befindende oberste, sehr hohe Bürogeschoss ist voll verglast und gegenüber der Fassade zurückgesetzt, so dass eine Art Terrasse entsteht.
Turm-Palast
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Südlich angrenzend, zwischen Bleich- und Stiftstraße gelegen, befindet sich ein weiteres großes Kino, der
Turm-Palast. Das Haus ist einer der großen Frankfurter Kinobauten der späten 50er Jahre. Das Kino ist bekannt für das Aufführen von Filmen in unsynchronisierter Originalversion. Das Gebäude besitzt außerdem markante, großflächige Leuchtreklamen.
Rundschau-Haus
Wiederum direkt südlich davon, an der Ecke Große Eschenheimer und Stiftstraße, lag das
Rundschau-Haus, bis Juli 2005 Sitz von Redaktion und Verlag der Tageszeitung
Frankfurter Rundschau. (W. Berentzen,
1953). Es gehörte zu den wertvollsten Beispielen Frankfurter Nachkriegsarchitektur und bildete gemeinsam mit dem benachbarten
gründerzeitlichen Geschäftshaus Große Eschenheimer/Schillerstraße den markanten südlichen Abschluss des Platzes. Das Gebäude wurde im Mai 2006 abgerissen. Das ganze Areal zwischen Stiftstraße, Großer Eschenheimer Straße und Zeil soll im Rahmen des Projektes
FrankfurtHochVier neu bebaut werden.
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Landwirtschaftliche Rentenbank
Im Westen des Platzes steht das 1955/56 errichtete Gebäude der
Landwirtschaftlichen Rentenbank.
Rechtschreibung
Aufmerksamen Lesern dürfte die unterschiedliche Schreibweise der verschiedenen nach dem Stadtteil
Eschersheim benannten Objekte aufgefallen sein. Dies ist kein Schreibfehler, sondern ein stadtbekanntes Kuriosum:
- Alle Objekte innerhalb der Mauern schreiben sich „Eschenheimer“ (mit n): Eschenheimer Turm, Eschenheimer Tor, Große und (die ehemalige, nicht mehr bestehende) Kleine Eschenheimer Straße, Eschenheimer Anlage;
- Alle Objekte außerhalb der Mauern schreiben sich „Eschersheimer“ (mit rs): Eschersheimer Landstraße, Frankfurt-Eschersheim, Alt-Eschersheim.
Siehe auch: Eschenheimer Turm, Rundschau-Haus
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