Die Erzbergbahn war eine regionale Eisenbahnstrecke der Österreichischen Bundesbahnen in der Obersteiermark zwischen Leoben und Hieflau. Sie verband die Südbahn mit der Rudolfsbahn und führte dabei als Zahnradbahn über den Präbichl (1204 m).
Ab 1971 wird der Zahnradbetrieb Schritt für Schritt auf einen reinen Adhäsionsbetrieb mit Schienenbussen und Diesellokomotiven umgestellt. Dieses Unterfangen erlebt einen Rückschlag, nachdem am 5. November 1976 die Lokomotive eines Erzzugs außer Kontrolle gerät, entgleist und über eine Böschung abstürzt, nachdem der Zug zuvor etwa die halbe Strecke von Präbichl in Richtung Vordernberg führerlos bergab gerollt war. Trotzdem wird die Umstellung vorangetrieben und am 30. September 1978 fährt der letzte Dampfzug über die Erzbergbahn; am 6. Dezember auch die letzte Diesellok mit Zahnradantrieb. Trotz Protesten von Eisenbahnfreunden werden die Zahnstangen entlang der gesamten Strecke demontiert.
Nachdem 1986 der Güterzugverkehr (vorwiegend Erzzüge vom Erzberg nach Leoben) über den Präbichl eingestellt wird, geht es mit der gesamten Bahnlinie bergab. 1988 wird ein Lawinenabgang, der die Bahntrasse verlegt, zum Anlass genommen, den Streckenabschnitt Vordernberg Markt-Eisenerz einzustellen. 1999 wird dieser Schritt auch für die Zulaufstrecke Eisenerz-Hieflau gesetzt - hier verkehren nur mehr jene Erzzüge, die das Eisenerz nun über Hieflau nach Linz und über Selzthal und den Schoberpass nach Leoben bringen. Und als Abschluss wird 2001 auch der Personenverkehr im Abschnitt Leoben-Vordernberg Markt komplett eingestellt, es verbleibt nur ein Restgüterverkehr bis Trofaiach.
Seit Juni 2003 befindet sich die Strecke im Besitz des "Vereins Erzbergbahn", der sie als Museumsbahn wieder reaktiviert hat.
Durch die Verdrängung des Personentransports auf die parallel verlaufende Straße (Individualverkehr und Autobuslinien) einerseits sowie den technisch weniger aufwändigen und damit billigeren Erztransport über Selzthal verlor die Bahnlinie ab den 1980er-Jahren zusehends an Bedeutung, was zu den oben beschriebenen historischen Entwicklungen führte.
- bgcolor="#FFDEAD" | Kilo- meter | Höhe m | Haltestelle | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| -0,5 | 540 | Leoben | Umsteigemöglichkeit zur bahn |
| 2,6 | 596 | Leoben-Donawitz | |
| 5,1 | Sankt Peter-Freienstein | ||
| 5,8 | Sankt Peter-Freienstein Ort | ||
| 8,8 | Trofaiach | ||
| 10,2 | Gladen | ||
| 11,4 | Hafning | ||
| 13,2 | Fridauwerk | ||
| 14,9=19,7 | 768 | Vordernberg | |
| 18,1 | 846 | Vordernberg Markt | |
| 14,7 | 1042 | Glaslbremse | |
| 12,0 | Präbichl | ||
| Präbichler Tunnel (591 m) | |||
| 9,3 | 1100 | Feistawiese | |
| Platten-Tunnel (1394 m) | |||
| 6,8 | 1070 | Erzberg | |
| Kressenbergtunnel (154 m) | |||
| Klammwaldtunnel (262 m) | |||
| 1,5 | 722 | Krumpental | |
| Schichtturmtunnel (132 m) | |||
| 0,0=14,5 | 692 | Eisenerz | |
| 12,0 | Münichtal | ||
| 5,7 | Jassingau | ||
| 0,8 | Hieflau Verschiebebahnhof | ||
| 0,0 | 489 | Hieflau | Umsteigemöglichkeit zur Ennstalbahn |
Nach dem erfolgreichen Probebetrieb 1971 mit Schienenbussen der Baureihe BVT 5081 wurden zunächst vier Garnituren im Ortsgebiet von Vordernberg eingesetzt. Als später die Strecke Vordernberg-Eisenerz bedient wurde, wurden zwei zusätzliche Wagen zugekauft. (5081.560 - 565). Alle Schienenbusse wurden u. a. mit einer zusätzlichen Motorstaubremse ausgerüstet.
Vier dieser Schienenbusse befinden sich heute im Besitz des Vereins.
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