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Die Erweiterte Oberschule (EOS) war in der DDR die zum Abitur führende höhere Schule. Die Bezeichnung Gymnasium war nicht üblich.

An die EOS kam man ursprünglich nach der 8. Klasse der Polytechnischen Oberschule (POS) und besuchte sie dann vier Jahre bis zum Abitur nach insgesamt zwölf Schuljahren. Ein Erwerb der Mittleren Reife beim Abschluss der 10. Klasse war bis Anfang der 1970er Jahre nicht möglich; bei einem vorzeitigen Verlassen der EOS hatte man nur das Zeugnis der 8. Klasse als Abschlusszeugnis.

Etwa seit 1962 war einige Jahre lang der Besuch der EOS mit einer Berufsausbildung gekoppelt. Die Schüler der EOS traten gleichzeitig in ein Lehrverhältnis ein, entsprechend den örtlichen Gegebenheiten in einem Betrieb, einer Genossenschaft oder einer Verwaltung, und erwarben während der vier Jahre Schulzeit gleichzeitig das Abitur und ein Facharbeiterzeugnis. Der Zeitaufwand verteilte sich zu drei Vierteln auf die Schule und zu einem Viertel auf die Berufsausbildung (Berufsschule und praktische Ausbildung). Dabei konnte die Berufsschule auf allgemeinbildende Fächer verzichten. Ab 1965 erhielten die Schüler der EOS mit Berufsausbildung ein geringes Lehrlingsgeld, um den finanziellen Abstand zu normalen Lehrlingen zu reduzieren. (Lehrlinge, die eine Lehre mit Abiturabschluss in Betrieben absolvierten, erhielten volles Lehrlingsgeld.) Es betrug in der 9. Klasse 40 Mark, in der 10. Klasse 50 Mark, in der 11. Klasse 60 Mark und in der 12. Klasse 70 Mark.

Anfang der 1970er Jahre wurde das Schulsystem umgestellt: der Besuch der EOS erfolgte weiterhin ab der 9. Klasse, jedoch ohne Berufsausbildung. Zusätzlich wurde am Ende der 10. Klasse der Abschluss der Mittleren Reife erworben. Besonders befähigte Absolventen der Polytechnischen Oberschule hatten jedoch jetzt die Möglichkeit, an die EOS zu wechseln und das Abitur zu erwerben. Andererseits konnten EOS-Schüler ihre Schulausbildung mit dem Abschluss der Mittleren Reife beenden. Ab 1981 wechselten die künftigen Abiturienten erst nach dem Abschluss der 10. Klasse der POS auf die EOS und besuchten sie nur noch zwei Jahre.

Die Zulassung zu den EOS war zahlenmäßig stark beschränkt, mehr als zwei bis vier Schüler aus einer POS-Klasse konnten nicht zur EOS wechseln. Alternativ dazu gab es eine allerdings mindestens dreijährige Berufsausbildung mit Abitur, die mit dem Verweis auf praktische Erfahrungen für ein anschließendes Studium propagiert wurde. Entscheidend für die Delegierung an eine EOS war neben den schulischen Leistungen die soziale Zugehörigkeit, die Gleichbehandlung der Geschlechter (Jungen-Mädchen-Quote) sowie die politische Einstellung und das Engagement in der FDJ. Auch wurden Schüler mit Berufswünschen wie Offizier oder Lehrer, für die dringend Bewerber gesucht wurden, bevorzugt aufgenommen.

Schüler der 11. und 12. Klassen der EOS erhielten seit 1981 eine monatliche Ausbildungsbeihilfe von 100 Mark in der 11. und 150 Mark in der 12. Klasse, um ihre finanzielle Situation der der Lehrlinge anzugleichen. Der Unterricht fand von Montag bis Sonnabend(mittag) statt, wöchentlich ergaben sich etwa 32-34 Schulstunden. Die Ferientermine waren ähnlich denen der Polytechnische Oberschulen, die Zeiträume der Herbst-, Winter- und Frühjahrsferien mussten jedoch teilweise auch für Projektarbeit genutzt werden. Die Klassenstärke in den EOS war oft mit lediglich 15-20 Schülern eher gering.

Neben den allgemeinbildenden EOS, die einen Einzugsbereich von ca. 30.000 Einwohnern hatten, gab es EOS mit spezieller Ausbildung (in genereller Ausrichtung oder mit Spezialklassen) in

die teilweise andere Einstiegsjahrgangsstufen hatten.

Eine Besonderheit stellten die Spezialklassen, die den Universitäten und Hochschulen in Berlin, Halle, Merseburg und Karl-Marx-Stadt angegliedert waren, dar. Hier wurden besonders begabte Schüler ähnlich wie in den USA bereits während des Abiturs in die Hochschulausbildung und Forschung eingebunden. Diese Spezialklassen unterstanden auch nicht dem Ministerium für Volksbildung, sondern dem Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen.

Weblinks


Schultypen/-system | DDR | Bildung (DDR)

 

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