Ernst August Wagner (* 22. September 1874 in Eglosheim; † 1938 in Winnenthal) war ein Lehrer, Dichter und Massenmörder.
Am 4. September 1913 ermordete der Hauptlehrer Ernst August Wagner seine Frau und seine vier Kinder. Danach fuhr er nach Stuttgart und von dort mit der Bahn weiter nach Mühlhausen bei Vaihingen an der Enz. Nachts zündete er die Ortschaft an verschiedenen Stellen an und wartete, bis die Menschen vor den Flammen flüchteten. Er erschoss dann wahllos zwölf Menschen, acht weitere wurden schwer verletzt. Wagner wurde schließlich überwältigt und in Heilbronn inhaftiert. Bei den folgenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass Wagner noch plante, seine Schwester und deren Familie umzubringen und schließlich das herzögliche Schloss in Ludwigsburg niederzubrennen und dabei melodramatisch sich im Bett des Fürsten Carl Eugen zu erschießen.
Im Prozess in Heilbronn stellten die Gutachter Robert Wollenberg und Robert Gaupp den Verfolgungswahn von Wagner fest. Statt zum Tode verurteilt zu werden, wurde Wagner am 4. Februar 1914 in die Heilanstalt Winnentahl eingewiesen. Erstmals in der württembergischen Rechtsgeschichte wurde damit ein Prozess wegen Unzurechnungsfähigkeit eingestellt.
Hermann Hesse ließ die Figur des Amokläufers Ernst Wagner in seine 1919 erschienen Erzählung Klein und Wagner einfließen.
In der Anstalt schrieb Ernst Wagner mehrere Dramen, die er dem Direktor des Nationaltheaters in Mannheim erfolglos zur Aufführung anbot.
1938 starb er an Tuberkulose.
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