Ernst Ludwig Kirchner (* 6. Mai 1880 in Aschaffenburg; † 15. Juni 1938 in Frauenkirch-Wildboden bei Davos (Schweiz)) war ein deutscher Maler des Expressionismus. Ernst-Ludwig-Kirchner-1.jpg | Wikikirchner.jpg
Er lebte bis 1911 in Dresden und zog dann nach Berlin. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der mangelnde Erfolg seiner Kunst. In Berlin besserte sich seine Lage zunächst nur wenig. Dort lernte er seine neue Lebensgefährtin Erna Schilling kennen. In seinen Bildern war jedoch eine Veränderung bemerkbar. Ohne die Futurismus-Rezeption, die Kirchner vor allem dem Kunstimpresario Herwarth Walden verdankt, wäre Kirchners Berliner Formensprache der Dynamik, Kraft und Serialität nicht auszubilden gewesen. So wurden seine runden Formen nun zackiger, die Striche erschienen nervöser (Kontrast von Landschaft und Großstadt), seine Farben ließen in der Leuchtkraft nach. Straßenszenen tauchten in seinem Werk auf. 1913 verfasste Kirchner eine Chronik über die Brücke, in der er seine Bedeutung für die Künstlergruppe stark überbetonte. Daraufhin kam es zum Streit mit den anderen verbliebenen Mitgliedern, in dessen Folge Kirchner austrat. Das führte zur endgültigen Auflösung der Gruppe.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Kirchner als Freiwilliger und wurde Fahrer bei einem Artillerieregiment. Im Frühjahr 1915 kam der Künstler als Rekrut nach Halle. Nur wenige Monate ertrug er den Drill, dann erfolgte seine Beurlaubung. Zwei Jahre lang wurde er in Deutschland psychologisch behandelt. 1917 zog er in die Schweiz, in die Nähe von Davos. In dieser Phase, von zunehmender Zurückgezogenheit und Depressionen bestimmt, entstanden zahlreiche Landschaftsbilder. Kirchner hielt sich zudem auf der Insel Fehmarn auf, wo er viele Bilder schuf, die die Küstenstriche Fehmarns, so beispielsweise Staberhuk, darstellen.
Sein Heimatland besuchte Kirchner nur noch selten. Seine Kunst feierte indes internationale Erfolge. Kirchners Malstil wurde in seiner letzten Schaffensphase ab etwa 1930 immer abstrakter.
Nach dem Machtantritt der Nazis wurden in Deutschland 639 Werke Kirchners aus den Museen entfernt und beschlagnahmt. Einige Gemälde Kirchners wurden im Rahmen der diffamierenden Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Zutiefst getroffen nahm sich Kirchner am 15. Juni 1938 mit einem Herzschuss das Leben.
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