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Ernst Lemmer (* 28. April 1898 in Remscheid; † 18. August 1970 in Berlin (West)) war ein deutscher Politiker (DDP, CDU).

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Leben


Mit 16 Jahren trat Ernst Lemmer 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Armee ein. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil, wurde hoch dekoriert und schied als Leutnant aus. Sein Neffe Gerd war Oberbürgermeister von Remscheid (1961-63) und Staatssekretär in verschiedenen Bundesministerien (1967-69).

Partei


Seit 1919 war Ernst Lemmer aktiv bei den Jungdemokraten, dem Jugendverband der Deutschen Demokratischen Partei. Daneben war er einer der Gründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

Als langjähriger Vorsitzender der Parteijugend gehörte er seit Anfang der zwanziger Jahre dem Parteivorstand der DDP an. 1924 wurde der 26jährige Reichstagsabgeordneter. Sein Eintreten für den umstrittenen Bau des Panzerkreuzers A führte 1928 zu einer vor allem von Erich Lüth, einem entschiedenen Gegner der Aufrüstungspläne, initiierten Abwahlkampagne als Reichsführer der Jungdemokraten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Lemmer Mitbegründer der CDU in Ostdeutschland. Am 4. Januar 1946 wurde er von der Sowjetischen Militäradministration zum 2. Vorsitzenden der CDU in der SBZ bestimmt. Am 20. Dezember 1947 wurden er und der 1. Vorsitzende Jakob Kaiser von der Sowjetischen Militäradministration wegen ihres Widerstands gegen die Bildung der "Nationalen Front" abgesetzt.

Abgeordneter


1924 - 1933 war Lemmer Reichstagsabgeordneter der DDP.

1946 - 1949 gehörte er dem brandenburgischen Landtag (CDU) an, von 1950 bis zum 15. November 1969 dem Berliner Abgeordnetenhaus.

Dem Deutschen Bundestag gehörte Lemmer seit der Erhöhung der Zahl der Berliner Abgeordneten am 1. Februar 1952 bis zu seinem Tode an.

Am 16. November 1954 gab es den im Bundestag einmaligen Fall, dass zwei Fraktionskollegen gegeneinander um das Amt des Bundestagspräsidenten kandidierten: Lemmer trat, vorgeschlagen von dem FDP-Abgeordneten Hans Reif, gegen den "offiziellen" CDU/CSU-Kandidaten Eugen Gerstenmaier an und verlor erst im dritten Wahlgang mit lediglich 14 Stimmen Unterschied (Gerstenmaier: 204, Lemmer: 190, Enthaltungen: 15). Vom 12. Februar 1963 bis zum 19. Februar 1964 war er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion.

Öffentliche Ämter


Vom 15. November 1956 bis 29. Oktober 1957 war er im Kabinett Konrad Adenauer Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen. Vom 29. Oktober 1957 bis 11. Dezember 1962 war er Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen. Von 19. Februar 1964 bis 26. Oktober 1965 war er im Kabinett Ludwig Erhard Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Von 1966 bis 1969 war Lemmer Sonderbeauftragter des Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger für Berlin.

Werke


  • Berlin am Kreuzweg Europas, am Kreuzweg der Weg. - Berlin : Haupt & Puttkammer, 1957
  • Der ungewollte Staat: Warum die Weimarer Republik scheiterte. - in: Die politische Meinung 12.1967 - S.46-53
  • Manches war doch anders: Erinnerungen eines deutschen Demokraten. - München, Langen Müller, 1968 (1996 - Neuauflage)
  • Skat Taktik: Erfahrungen und Gedanken eines passionierten Skatspielers, Stuttgart, Ass-Verlag, 1969

Weblinks


Reichstagsabgeordneter | DDP-Mitglied | Minister für gesamtdeutsche Fragen (Deutschland) | Postminister (Deutschland) | Vertriebenenminister (Deutschland) | Bundestagsabgeordneter | CDU-Mitglied | Mann | geboren 1898 | Gestorben 1970

Ernst Lemmer

 

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