Ernst Kornemann (* 11. Oktober 1868 in Rosenthal bei Kassel; † 4. Dezember 1946 in München) war ein deutscher Althistoriker.
1902 ging Kornemann als außerordentlicher Professor an die Universität Tübingen, wo er insgesamt sechzehn Jahre lang forschte und lehrte. Ab 1907 war er am dortigen Lehrstuhl für Alte Geschichte als Ordinarius tätig. 1918 folgte er einem Ruf als Nachfolger Walter Ottos an den Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Breslau, wo er bis zu seiner Emeritierung 1936 blieb. 1926/27 war er zudem Rektor der Universität.
Im Ruhestand siedelte er nach München über, wo er nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 ein letztes Mal eine Vorlesungsreihe übernahm. Darüber hinaus ernannte ihn die Bayerische Akademie der Wissenschaften 1942 zum ordentlichen Mitglied.
Für Kornemann stand während seiner aktiven Laufbahn als Hochschullehrer stets die Lehre vor der Forschung an erster Stelle. Dennoch verfasste er einige historischen Monographien, vor allem über Bereiche der römischen Geschichte. Für Alfred Gerckes und Eduard Nordens Einleitung in die Altertumswissenschaft steuerte er den Teilband Kaiserzeit bei. Eine zentrale Stelle in seinen Forschungen nahmen die an Mommsen angelehnten Arbeiten zum römischen Munizipalwesen ein. So verfasste er unter anderem die umfangreichen Artikel zu den Lemmata colonia und municipium in Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Daneben beschäftigte sich Kornemann mit der altitalischen Verfassungsgeschichte sowie der Spätantike und betrieb Forschungen zum antiken Herrscherkult. Seine Untersuchungen zum Monumentum Ancyranum, die eine Schichtung des Textes postulieren, fanden hingegen bis heute wenig Unterstützer. Außerdem widmete er den großen Frauen des Altertums eine monographische Betrachtung.
Einem breiten Publikum wurde Kornemann jedoch vor allem durch seine zweibändige Römische Geschichte bekannt, die zwischen 1938 und 1977 beim Stuttgarter Kröner-Verlag in sieben Auflagen erschien. Dem Vorbild Theodor Mommsens folgend, enthält die Darstellung plastische Werturteile über die handelnden Personen. Nahezu bewundernd stand Kornemann der Figur Gaius Iulius Caesars gegenüber. Kornemanns Darstellung war lange Zeit die wohl populärste deutschsprachige Darstellung der römischen Geschichte.
Viele seiner quellenhistorische Untersuchungen veröffentlichte er auch in der von ihm selbst mitbegründeten und herausgegebenen Zeitschrift Klio.
Mann | Deutscher | Althistoriker | Geboren 1868 | Gestorben 1946
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