Himmler ziereis kaltenbrunner 1941.jpg (links) und Franz Ziereis (Mitte) bei einer Inspektion des DEST-Betriebes Kastenhof in Gusen]] Ernst Kaltenbrunner (* 4. Oktober 1903 in Ried im Innkreis, Oberösterreich; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein promovierter Jurist, der in der Zeit des Nationalsozialismus politische Karriere im Polizei- und Sicherheitsdienstapparat gemacht hatte. Er wurde durch den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1946 für schuldig im Sinne der Anklage befunden, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Im Fahrwasser des österreichischen NS- Funktionärs Arthur Seyß-Inquart gelang ihm der rasche Aufstieg in die Führungsriege des österreichischen Parteiflügels. Seyß-Inquart propagierte im Gegensatz zu anderen hochrangigen österreichischen Naziführern eine Politik der stillen Auflösung des Staates. Dies stand im krassen Gegensatz zu den brutalen Frontalmethoden der übrigen NS-Spitze in Österreich, die in Hitlers Augen dem Ansehen der Partei im Ausland schadete. Am 13. August 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das deutsche Reich, wurde Kaltenbrunner zum 'Staatssekretär für das Sicherheitswesen' ernannt. Am 11. September 1938 machte ihn Heinrich Himmler zum Höheren SS- und Polizeiführer Donau, gleichfalls in Wien, und unterstellte ihm damit die gesamte SS im in das Deutsche Reich eingegliederten Gebiet Österreichs. Hier fühlte sich Kaltenbrunner, trotz seines Ranges als SS-Gruppenführer, kaltgestellt, da er sich in seinen Kompetenzen oft von der missgünstigen Führungsriege der SS um Obergruppenführer Reinhard Heydrich übergangen fühlte.
Am 30. Januar 1943 wurde Kaltenbrunner in Berlin in sein neues Amt als Chef der Sicherheitspolizei und des SD eingeführt. Kaltenbrunner trat hiermit die Nachfolge Himmlers an, der seit Heydrichs Tod die Leitung des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) neben seinen anderen Funktionen kommissarisch wahrgenommen hatte. Im selben Jahr wurde Kaltenbrunner zum SS-Obergruppenführer und General der Polizei befördert. Als Leiter des RSHA war er der Chef des berüchtigten Gestapo- Amtes, des Reichskriminalpolizeiamtes und des Sicherheitsdienstes (SD), der für die Einsatzgruppen, die im Rücken der Ostfront bis Kriegsende rund 1.000.000 Menschen ermordeten, verantwortlich war.
Am 12. März 1945 gab Kaltenbrunner dem damaligen IKRK-Präsident Carl Burckhardt die Zusage, dass IKRK-Delegierten Zugang zu den Konzentrationslagern gewährt werden würde. Dies galt allerdings unter der Voraussetzung, dass diese Delegierten bis zum Ende des Krieges in den Lagern verblieben. Zehn Delegierte, unter ihnen Louis Haefliger (Mauthausen), Paul Dunant (Theresienstadt) und Victor Maurer (Dachau) erklärten sich zu einer solchen Mission bereit.
Gegen Ende des Krieges verschanzte sich Kaltenbrunner mit einigen letzten Getreuen in der sogenannten Alpenfestung bei Altaussee, in der bis zum bitteren Ende Widerstand geleistet werden sollte, und in die viele prominente Nazis geraubte Schätze gebracht hatten, um für die Zeit nach dem Krieg vorzusorgen. Dort wurde Kaltenbrunner dann von den britischen Streitkräften verhaftet.
Mann Österreicher Täter des Holocaust | NSDAP-Mitglied | Reichssicherheitshauptamt (Person) | SS-Mitglied | Kriegsverbrecher | Burschenschafter | Staatssekretär (Drittes Reich) | Geboren 1903 | Gestorben 1946
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