Ernest Alfred Jones (* 1. Januar 1879 in Glamorgan, Wales; † 1. Februar 1958 in London) war ein walisischer Psychoanalytiker.
Jones wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf und entschied sich frühzeitig für den Beruf des Mediziners. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität London. Er lernte die deutsche Sprache um bei Kraeplin in München Psychiatrie zu studieren. Von dort wechselte er nach Zürich und Wien, wo er 1907 Schüler von Sigmund Freud wurde und sich dann ausschließlich der Psychoanalyse widmete. 1909, in dem Jahr, in dem er Freud zu einer Vorlesungreise in die USA begleitete, nahm er eine Professur in Toronto an und gründete 1910 die Amerikanische Psychopathologische Vereinigung, ein Jahr später die Amerikanische Psychoanalytische Vereinigung. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrte er nach Europa zurück und siedelte sich in London an, wo er 1919 die British Psychoanalytic Society gründete. Zudem rief er das International Journal of Psychoanalysis ins Leben, das bis heute international bedeutendste psychoanalytische Publikationsorgan. Für dessen Herausgeberschaft zeichnete er sich auch von 1920 bis 1939 verantwortlich. Jones half seinem Lehrer und Freund Sigmund Freud nach dem Anschluss Österreichs 1938 an das Großdeutsche Reich bei dessen Emigration. Jones blieb in engem Kontakt mit Freud bis zu dessen Tod im Jahre 1939.
In den Jahren zwischen 1953 und 1957 veröffentlichte Ernest Jones eine voluminöse, dreibändige Freud-Biographie, welche nach wie vor als Meilenstein und wichtige Quelle der Freud-Biographik angesehen wird. Für dieses Werk konnte Jones unter anderem auch auf bisher unveröffentlichte Privatbriefe Freuds an seine Verlobte Martha Bernays zurückgreifen, die zur Korrektur eines teilweise legendenhaft-verklärten Freud-Bildes beitrugen. Jones galt überhaupt als produktiver Autor und konnten in den fünf Jahrzehnten seiner wissenschaftlichen Karriere über 600 Publikationen verfassen. Ein bedeutender Aufsatz von ihm setzt sich mit der psychoanalytischen Symboltheorie auseinander.
Mann | Psychoanalytiker | Waliser | Geboren 1879 | Gestorben 1958
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