Muss noch konfessionell aussortiert werden.
Die Bibel lehrt, dass jeder Mensch die Erlösung (griechisch: soteria - Rettung, Heil, Erlösung), welche durch den Kreuzestod des Sohnes Gottes Jesu Christi auf Golgatha vollbracht worden ist (Röm. 23-24), für sich persönlich allein durch den Glaube (Röm. 1, 16-17; 4, 13-16) an dieses Erlösungswerk (Röm. 3, 22) in Anspruch nehmen kann. Hierzu muss der Mensch Jesus Christus aufrichtig und aus reinem Herzen seine Sünden bekennen (1. Joh. 1, 9), Buße tun (griechisch: metanoia - Umkehr, Sinnesänderung; 2. Petr. 3, 9) und Ihn als Herr über sein Leben anerkennen (Mk. 3, 31-35; 8, 34-38), worauf die Wiedergeburt aus dem fleischlichem in das geistliche Leben von Gott geschenkt wird (Joh. 3, 3).
Im Christentum sind Buße (s. o.) und die Annahme der Erlösung durch Jesus Christus die Voraussetzung dafür, in das Paradies (bzw. in die Verherrlichung) einzukehren, da die Menschen mit der Erbsünde behaftet sind. Gewissermaßen wird der Mensch mit der leiblichen Auferstehung und dem Gelangen ins Paradies befreit -- was jedoch nicht unbedingt gleichgesetzt werden kann. Nach einer verbreiteten Volksvorstellung, in dieser Weise aber von keiner der drei großen Konfessionen gelehrt, wird damit ein Leben nach (streng) religiösen Gesetzen bzw. Geboten belohnt.
Andere Strömungen des Christentums interpretieren den Paradiesbegriff anders. Für sie ist das Paradies schon auf Erden durch den Glauben an Jesus sicher, man muss und kann nicht mehr sündigen. Ethisches Verhalten auf Erden ist gemäß dem Vorbild Jesu geboten, um Belohnung zu erhalten. Immer mehr liberale Christen gehen noch weiter und gestehen auch Andersgläubigen das Leben im Paradies zu (Synkretismus), wenn sie den Willen Gottes tun und Barmherzigkeit üben.
Allem steht jedoch das Konzept der Erbsünde gegenüber, das bedeutet, dass es aus Sicht der Bibel nur eine Wahl für den Menschen gibt; entweder wieder in die unmittelbare Nähe Gottes zu gelangen oder Ihm auf ewig fern zu bleiben: der Glaube an Jesus Christus als den Messias, an seine Selbstopferung am Kreuz zur Vergebung der Sünden und an seine leibliche Auferstehung an Ostern (wörtlich genommen: er sitzt zur rechten Gottes) sind für diese vollkommene Verbindung mit Gott zwingend notwendig.
Der Prozess der Erlösung wird im Allgemeinen mit dem Ausdruck Tikkun bzw. Tikkun Olam, d.h. Verbesserung (der Welt), bezeichnet und bezieht sich stets auf das Diesseits. Die Idee des Tikkun spielt in der Kabbala eine bedeutende Rolle und wurde vor allem von Isaak Luria und seinen Schülern im 16. Jahrhundert weiter entwickelt.
Auch der Islam kennt keine Erbsünde. Zwar erinnert der Koran ( 7,19-25; 2,35-39; 20,117-124) an Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies (Gen 3,1-24), doch übernimmt er nicht die paulinische Lehre von der Erbsünde (Röm 5).
Alle Sünden werden somit vom Menschen selbst auf Erden angesammelt. Aus dieser Selbstverschuldung erwächst auch die Selbstverantwortung für das jeweilige Tun und Lassen des einzelnen Menschen. Somit ist der Islam notwendigerweise keine Erlösungstheologie.
Der Mensch ist aus eigener Kraft dazu imstande, das Heil zu erlangen. Dazu berdarf es auch keines Mittlers, obwohl Muhammad Fürsprache (shafa'a) leisten kann. Zusätzlich besteht die Hoffnung auf Sündenerlaß durch Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft Gottes.
Quellen:
Spása | Frelse | Salvation | Salvación | Sotériologie | גאולה | 救済 | Verlossing | Frelse (kristendom) | Zbawienie | Frälsning | Cứu rỗi | 救恩
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