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Muss noch konfessionell aussortiert werden.


Erlösung ist die Befreiung von Bedrohungen und Übeln aller Art. Erlösen bedeutet "losmachen von einer unfreiwilligen Bindung". Der Begriff wird fast ausschließlich im religiösen Zusammenhang benutzt. Im älteren Sprachgebrauch entspricht das Wort dem modernen auslösen und impliziert eine bewirkende Leistung, ein "Lösegeld". Dahinter steckt das in der Antike jedermann vertraute Konzept des Freikaufens eines Sklaven von seinem Herrn, also des Kaufens und anschließenden Freilassens.

Religionswissenschaft


Religionswissenschaftlich versteht man unter Erlösung allgemein die umfassende und ganzheitliche Herausnahme des Menschen aus einem Zustand der Entfremdung, Bedrohung und Unfreiheit sowie das Hineingenommenwerden in einen Status des endgültigen Befreit- und Angenommenseins. Die Erlösung kann als Selbsterlösung konzipiert sein (z.B. durch Gnosis) oder als Tat eines anderen (Gottes, der Engel oder anderer Kräfte) interpretiert werden.

Erlösung im christlichen Verständnis


Im christlichen Verständnis ist der Mensch aufgrund der Erbsünde und der persönlichen Sünden sowie des leidvoll-bedrohten Zustandes der Welt, angewiesen auf die Erlösung durch Gott. Diese wird bewirkt durch die Erlösungstat Jesu Christi, der am Kreuz das Versöhnungs- und Erlösungsopfer für die ganze Menschheit dargebracht hat. In Jesus Christus ist das Reich Gottes bereits angebrochen; seine Vollendung findet es, wenn Jesus als Herr und König wiederkommt, um über die Lebenden und die Toten zu richten. Von der objektiven Erlösung (Allaussöhnung), die für alle Menschen gilt (siehe jedoch Calvinismus), ist die subjektive Erlösung zu unterscheiden: Diese verlangt die persönliche Annahme der Erlösungstat Jesu Christi durch Glaube und Taufe in der Zugehörigkeit zur Kirche Christi.

Die Bibel lehrt, dass jeder Mensch die Erlösung (griechisch: soteria - Rettung, Heil, Erlösung), welche durch den Kreuzestod des Sohnes Gottes Jesu Christi auf Golgatha vollbracht worden ist (Röm. 23-24), für sich persönlich allein durch den Glaube (Röm. 1, 16-17; 4, 13-16) an dieses Erlösungswerk (Röm. 3, 22) in Anspruch nehmen kann. Hierzu muss der Mensch Jesus Christus aufrichtig und aus reinem Herzen seine Sünden bekennen (1. Joh. 1, 9), Buße tun (griechisch: metanoia - Umkehr, Sinnesänderung; 2. Petr. 3, 9) und Ihn als Herr über sein Leben anerkennen (Mk. 3, 31-35; 8, 34-38), worauf die Wiedergeburt aus dem fleischlichem in das geistliche Leben von Gott geschenkt wird (Joh. 3, 3).

Im Christentum sind Buße (s. o.) und die Annahme der Erlösung durch Jesus Christus die Voraussetzung dafür, in das Paradies (bzw. in die Verherrlichung) einzukehren, da die Menschen mit der Erbsünde behaftet sind. Gewissermaßen wird der Mensch mit der leiblichen Auferstehung und dem Gelangen ins Paradies befreit -- was jedoch nicht unbedingt gleichgesetzt werden kann. Nach einer verbreiteten Volksvorstellung, in dieser Weise aber von keiner der drei großen Konfessionen gelehrt, wird damit ein Leben nach (streng) religiösen Gesetzen bzw. Geboten belohnt.

Andere Strömungen des Christentums interpretieren den Paradiesbegriff anders. Für sie ist das Paradies schon auf Erden durch den Glauben an Jesus sicher, man muss und kann nicht mehr sündigen. Ethisches Verhalten auf Erden ist gemäß dem Vorbild Jesu geboten, um Belohnung zu erhalten. Immer mehr liberale Christen gehen noch weiter und gestehen auch Andersgläubigen das Leben im Paradies zu (Synkretismus), wenn sie den Willen Gottes tun und Barmherzigkeit üben.

Allem steht jedoch das Konzept der Erbsünde gegenüber, das bedeutet, dass es aus Sicht der Bibel nur eine Wahl für den Menschen gibt; entweder wieder in die unmittelbare Nähe Gottes zu gelangen oder Ihm auf ewig fern zu bleiben: der Glaube an Jesus Christus als den Messias, an seine Selbstopferung am Kreuz zur Vergebung der Sünden und an seine leibliche Auferstehung an Ostern (wörtlich genommen: er sitzt zur rechten Gottes) sind für diese vollkommene Verbindung mit Gott zwingend notwendig.

Erlösung im Judentum


Das jüdische Verständnis der Erlösung unterscheidet sich grundsätzlich vom christlichen, da der Begriff der Erbsünde im Judentum unbekannt ist und allgemein kaum dogmatische Richtlinien existieren. Im Achtzehnbittengebet wird - von orthodoxen Juden täglich - für das Kommen eines goél, d.h. eines "Erlösers" bzw. Messias gebetet. Einige Reformgemeinden verwenden stattdessen den Begriff geula, "Erlösung".

Der Prozess der Erlösung wird im Allgemeinen mit dem Ausdruck Tikkun bzw. Tikkun Olam, d.h. Verbesserung (der Welt), bezeichnet und bezieht sich stets auf das Diesseits. Die Idee des Tikkun spielt in der Kabbala eine bedeutende Rolle und wurde vor allem von Isaak Luria und seinen Schülern im 16. Jahrhundert weiter entwickelt.

Erlösungsgedanke des Islam


Auch der Islam kennt keine Erbsünde. Zwar erinnert der Koran ( 7,19-25; 2,35-39; 20,117-124) an Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies (Gen 3,1-24), doch übernimmt er nicht die paulinische Lehre von der Erbsünde (Röm 5).
Alle Sünden werden somit vom Menschen selbst auf Erden angesammelt. Aus dieser Selbstverschuldung erwächst auch die Selbstverantwortung für das jeweilige Tun und Lassen des einzelnen Menschen. Somit ist der Islam notwendigerweise keine Erlösungstheologie.
Der Mensch ist aus eigener Kraft dazu imstande, das Heil zu erlangen. Dazu berdarf es auch keines Mittlers, obwohl Muhammad Fürsprache (shafa'a) leisten kann. Zusätzlich besteht die Hoffnung auf Sündenerlaß durch Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft Gottes.

siehe auch Reue, Buße, Sünde

Quellen:

  • H. Speyer, Die biblischen Erzählungen im Qoran, Hildesheim 1961, 71f
  • J.-D. Thyen, Bibel und Koran. Eine Synopse gemeinsamer Überlieferungen (Kölner Veröffentlichungen zur Religionsgeschichte, Bd. 19), 1989, 22-25
  • G. C. Anawati, La notion de »péché originel« existe-t-elle dans l'Islam?, in: Studia Islamica XXXI (1970), 29-40
  • G. Jäschke, Sucht auch ein Muslim Erlösung und wo findet er sie?, in: ZMR 41 (1957), 294-301
  • Adel Theodor Khoury et al., Was ist Erlösung? Die Antwort der Weltreligionen 1985, 91-110
  • Adel Theodor Khoury,Lexikon religiöser Grundbegriffe. Judentum-Christentum- Islam, 1987, 203

Siehe auch


Weblinks


Religion

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