Erich Bernhard Gustav Weinert (* 4. August 1890 in Magdeburg; † 20. April 1953 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.
Weinert wurde, nach einer kurzen freiberuflichen Tätigkeit, zum Militär eingezogen, wo er als Offizier am 1. Weltkrieg teilnahm.
Mit anderen jungen Künstlern gründete er die Künstlergemeinschaft Die Kugel. Anfang 1920 veröffentlichte er in der Zeitschrift der Gemeinschaft erste Gedichte. In Leipzig wirkte er als Schauspieler und Vortragskünstler. Ab Mai 1921 hatte er im Leipziger Kabarett Retorte mit seinen Kabaretttexten großen Erfolg. Die Texte wurden unter dem Titel "Der verbogene Zeitspiegel" und "Der Gottesgnadenhecht und andere Abfälle" publiziert. Ab 1923 trat Weinert in Berlin im Künstlercafe Küka auf. Weinert veröffentlichte seine Texte in vielen kommunistischen und linksbürgerlichen Zeitschriften, erhielt jedoch in Preußen Redeverbot.
Weinert gehörte zu den Mitbegründern des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. 1929 trat er der KPD bei.
Von 1933 bis 1935 ging Weinert mit Frau und Tochter mit Umweg über die Schweiz in das Exil in das Saargebiet, wo er 1934 steckbrieflich gesucht wurde. Nach dem Saar-Plesbizit 1935 kehrte er nach Paris zurück, um gleich wieder in die Sowjetunion auszureisen. Er gehörte hier zur Moskauer Parteigruppe der KPD, die von stalinistischen Säuberungsaktionen betroffen war. Weinert wurde von 1937 bis 1939 Mitglied der Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg. Er wurde als Frontberichterstatter tätig.
Nach dem Angriff des Deutschen Reichs auf die Sowjetunion war Weinert auf sowjetischer Seite als Propagandist tätig. Mit seinen Gedichten bedruckte Flugblätter wurden in hoher Auflage hinter den deutschen Linien abgeworfen. 1943 wurde er zum Präsidenten des Nationalkomitees Freies Deutschland gewählt.
1946 kehrte Weinert nach Deutschland zurück und wurde, bereits schwer erkrankt, als Vizepräsident der Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) tätig. Er veröffentlichte, kurz vor seinem Tode, noch ein Erinnerungsbuch des mit ihm im sowjetischen Exil befreundeten Malers Heinrich Vogeler.
Seine Heimatstadt Magdeburg sowie andere Städte in Ostdeutschland wie Berlin und Cottbus benannten Straßen (Erich-Weinert-Straße) nach ihm. Sein Geburtshaus in der Thiemstraße Nr. 7 in Magdeburg-Buckau wird heute als Literaturhaus genutzt.
Weinert war ein bedeutender Satiriker und Lyriker während der Weimarer Republik und ein wichtiger Vertreter der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung dieser Jahre.
Er war bemüht, seine satirischen Dichtungen mit der Volksdichtung zu verbinden. Weinert zielte auf ein breites Publikum, insbesondere aus der Arbeiterklasse. Seine Texte waren sprachlich einfach und eingängig gehalten. Seine Lyrik hatte, bedingt durch das Ziel auf einfache Menschen einzuwirken und das politische Engagement Weinerts, einen starken agitatorischen Einschlag.
Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Lyrik | Arbeiterliteratur | KPD-Mitglied | Nationalkomitee Freies Deutschland | Ehrenbürger | Mann | Geboren 1890 | Gestorben 1953
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